Hitzewelle macht Public Viewing zur Gefahr

Offenbach - Die Hitzewelle erreicht ihren Höhepunkt. Am Freitag und Samstag klettern die Temperaturen bis auf 37 Grad im Schatten. Es wird schwül und die Ozonwerte steigen gefährlich.

Fußballfans beim Public Viewing des Viertelfinalspiels Deutschland-Argentinien müssen sich am Samstagnachmittag auf ein buchstäblich schweißtreibendes Spiel einstellen. Schon am Donnerstag galt für fast ganz Deutschland eine Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD), nur die Ostseeküste und der Brocken im Harz blieben ausgespart. Für weite Teile des völlig ausgetrockneten Ostens wurde die höchste Waldbrand-Warnstufe fünf ausgerufen.

Heiße Luft aus dem Süden wird in einem mächtigen Sog zwischen Hoch “Yari“ im Osten und einem neuen Tief im Westen permanent nach Deutschland gelenkt. Hinzu kommt die intensive Sonneneinstrahlung - derzeit rund 16 Stunden pro Tag. Das heizt zusätzlich auf.

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Am Freitag seien bei zunehmender Schwüle die ersten Hitzegewitter zu erwarten, sagte Meteorologe Ansgar Engel vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Am Wochenende überquert eine Gewitterfront Deutschland von West nach Ost. Örtlich seien Unwetter mit Hagel und Starkregen zu erwarten. “Das kann auch die Fußballfans beim Public Viewing treffen“, sagte Engel.

“Angenehmes Wetter für das “öffentliche Gucken“ sieht wahrlich anders aus, zumal das hierzulande mutmaßlich interessanteste Fußballspiel ausgerechnet zur heißesten Zeit des Tages stattfindet.“ Gewöhnlich werden die höchsten Temperaturen zwischen 16.00 Uhr und 17.00 Uhr gemessen.

Hohe Ozonwerte durch Tropenhitze erwartet

Bei der erwarteten Tropenhitze am Samstag könnten auch hohe Ozonwerte Fußballfans Kopfschmerzen bereiten. Das Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen rechnet in einer am Donnerstag veröffentlichten Prognose während des Spiels der deutschen Mannschaft in Südafrika mit einem deutlichen Anstieg der Ozonwerte zum Beispiel in Ostwestfalen. Die sogenannte Warnschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft werde voraussichtlich großflächig überschritten. “Die Spitzenwerte der Ozon-Belastung werden in der Regel zwischen 15.00 Uhr und 19.00 Uhr erreicht“, sagte ein Sprecher.

Von Ozon ausgelöste Symptome reichen von Kopfschmerzen bis zu Schleimhautreizungen, von Atemwegsbeschwerden bis hin zu Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Regen nicht in Sicht

Nach dem Durchzug der Gewitter versprechen die Meteorologen deutliche Erleichterung: Die Temperaturen bleiben sommerlich, aber erträglich. Am Montag kann es im Süden erneut um die 30 Grad heiß werden, sonst sinken die Werte auf angenehmere 25 Grad. Das ist eine Gelegenheit zum Durchlüften überhitzter Wohnungen - schon in der zweiten Hälfte der kommenden Woche deutet sich die nächste Hitzewelle.

In vielen Regionen Deutschlands wird Regen sehnlichst erwartet. In Berlin waren im ganzen Juni nicht einmal zwei Liter Regen gefallen. Das entspricht laut DWD drei Prozent des normalen Juni-Werts. Gewitter können zwar große Mengen Niederschlag bringen, sie sind aber meist lokal begrenzt, und auf ausgetrockneten Böden fließt mehr Wasser ab als einsickert. Ergiebiger, sanfter Landregen, der die Erde wieder durchfeuchten könnte, ist aber nicht in Sicht.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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