Hochwasser in NRW und Rheinland-Pfalz

Unwetter in Deutschland: Immer mehr Todesopfer - Zahl der vermissten Personen springt auf über 1300

Westdeutschland erlebt eine Unwetter-Katastrophe von nie dagewesenem Ausmaß. Es gibt bereits 80 bestätigte Todesopfer, die Befürchtungen sind schlimmer. Die Lage bleibt angespannt.

  • Tief „Bernd“ hat in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für sinnflutartige Überschwemmungen gesorgt.
  • Bei der Hochwasser-Katastrophe verloren bis dato 80 Menschen ihr Leben (siehe Update vom 16. Juli 2021, 7.20 Uhr).
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach den Menschen in den Unwetter-Gebieten ihr Mitgefühl aus und versprach Hilfe (siehe Update vom 15. Juli 2021, 17.09 Uhr).

Update vom 16. Juli, 7.20 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Toten auf 50 gestiegen. „Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz am Freitagmorgen. Die Bergungsarbeiten liefen weiter.

Bereist am Donnerstagabend wurden aus NRW rund 30 Tote gemeldet. Die Zahl der Todesopfer im Westen Deutschlands erhöht sich somit auf 80.

Unwetter in Deutschland: Immer mehr Todesopfer - Zahl der vermissten Personen springt auf über 1300

Update vom 16. Juli, 6.20 Uhr: Nach der schweren Hochwasserkatastrophe werden im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler 1300
Menschen vermisst. Das teilte die Kreisverwaltung am Donnerstagabend mit. Eine Sprecherin erklärte, das Mobilfunknetz sei lahmgelegt - und daher gebe es keinen Handy-Empfang und viele Menschen seien nicht erreichbar. „Wir hoffen, dass sich das klärt“, sagte sie zu der hohen Zahl. Zugleich teilte der Kreis mit, dass es weitere Todesopfer gebe. Zahlen wollte die Sprecherin dazu noch nicht nennen.

Nach wie vor seien über 1000 Angehörige von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, THW, DRK und weiterer Katastrophenschutzeinheiten aus weiten Teilen von Rheinland-Pfalz, dem südlichen NRW sowie dem angrenzenden Baden-Württemberg im Einsatz. „Weitere Einsatzkräfte, unter anderem Sanitäts- und Transporteinheiten sowie Kräfte der Bundeswehr, wurden nachgefordert“.

Es werde intensiv an der Wiederherstellung der Strom-, Gas- und Wasserversorgung gearbeitet. Das THW beispielsweise bereite den Aufbau von Trinkwasseraufbereitungsanlagen vor.

Unwetter in Westdeutschland: Immer mehr Todesopfer

Update vom 15. Juli 2021, 21.25 Uhr: Die Wassermassen wälzen sich regelrecht durch die Straßen, ganze Orte versinken in braunen Fluten. Es sind unfassbare Bilder und Szenen, die sich am Donnerstag in der Eifel und in Teilen von Nordrhein-Westfalen abspielen. Das, was die meisten Menschen in Deutschland bislang nur aus weiter Ferne kannten, ist plötzlich ganz nah.

Stand jetzt sterben mindestens 58 Menschen nach Überflutungen und Dauerregen. In Rheinland-Pfalz werden auch am Abend noch Dutzende vermisst. Mehrere Häuser sind eingestürzt, viele instabil. Menschen fliehen in Not auf ihre Hausdächer und warten auf Rettung. Inwiefern derart verheerende Wetterfolgen auch in Bayern eine Gefahr darstellen können, dazu äußerte sich kürzlich ein Klimaforscher. Es geht um den Klimawandel, Dürreperioden und Niederschläge.

Unwetter in Deutschland: Verheerende Überschwemmungen kosten Menschenleben

Update vom 15. Juli 2021, 19.31 Uhr: Nach der schweren Unwetterkatastrophe im Westen der Republik steigt die Zahl der Todesopfer im Stundentakt. Bei einer der größten Unwetterkatastrophen der Nachkriegszeit in Deutschland sind in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bis dato mindestens 45 Menschen gestorben. Dazu gelten Dutzende von Personen nach wie vor als vermisst. Da an vielen Orten das Strom- und Telefonnetz ausfiel und Rettungseinsätze noch andauern, ist die Lage vielerorts unübersichtlich. Mehrere Kreise in der Eifel riefen Katastrophenalarm aus.

Besonders stark betroffen waren der Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler mit 19 Toten und das südlich von Köln gelegene Kreis Euskirchen mit 15 Toten, wie die zuständigen Polizeistellen mitteilten.

Update vom 15. Juli 2021, 17.09 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat den betroffenen Menschen in den Flutgebieten Hilfe zugesagt. Wo die Bundesregierung helfen könne, werde sie das tun, sagte sie am Rande ihres Besuches in Washington. „Dies sind für die Menschen in den Überschwemmungsgebieten entsetzliche Tage. Meine Gedanken sind bei ihnen. Und sie können darauf vertrauen, dass alle Kräfte unseres Staates - von Bund, Ländern und Gemeinden - gemeinsam alles daran setzen werden, auch unter schwierigsten Bedingungen Leben zu retten, Gefahren abzuwenden und Not zu lindern.“

Unwetter in Westdeutschland: Bis Donnerstagnachmittag 42 Tote geborgen

Update vom 15. Juli 2021, 15.39 Uhr: Gerade noch korrigierte die Polizei Koblenz im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler nach oben, dann folgte die nächste traurige Nachricht aus NRW. Die Polizei Köln meldete insgesamt 20 Todesopfer in der Region: 15 starben im südlich von Köln gelegenen Euskirchen, zwei in der Stadt selbst und drei in Rheinbach. Mit den ums Leben gekommenen Menschen in der Eifel, den zwei toten Feuerwehrmännern in Altena und Werdohl sowie den ertrunkenen Männern in Solingen und dem Kreis Unna fielen 42 Personen den Unwettern zum Opfer.

Ein Polizist verschafft sich in dem Ort im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter und den Überschwemmungen einen Überblick. Mindestens sechs Häuser wurden durch die Fluten zerstört.

Unterdessen sprach auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in Washington weilt, ihr Mitgefühl aus. „Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen“, erklärte Merkel laut einem Tweet von Regierungssprecher Steffen Seibert.

Laut Bild telefonierte die Kanzlerin bereits mit Innenminister Horst Seehofer und Finanzminister Olaf Scholz. Dem Blatt zufolge sollen die Minister bereits ein Hilfsprogramm für die Hochwasser-Opfer vorbereiten.

Hochwasser in NRW und Rheinland-Pfalz: Zahl der Toten schnellt in die Höhe - Bundespräsident Steinmeier bestürzt

Update vom 15. Juli 2021, 14.38 Uhr: Die Hochwasser-Katastrophe in Westdeutschland fordert immer mehr Todesopfer. Im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler am Rande der Eifel spricht die Polizei inzwischen von mindestens 18 Toten. Die Opferzahl schnellte damit in die Höhe, bislang war von fünf Toten die Rede. Zudem gelten noch immer Dutzende Menschen als vermisst. Damit liegt die traurige Bilanz der ums Leben gekommenen Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bei insgesamt 33.

Inzwischen äußerte sich der Bundespräsident zu den verheerenden Unwettern in Teilen Deutschlands. „Mein tiefes Mitgefühl gilt den Verstorbenen und ihren Angehörigen“, erklärte ein bestürzter Frank-Walter Steinmeier in Berlin. „In Gedanken bin ich bei den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die in Not sind, die ihr Hab und Gut und manche von ihnen auch ihr Dach über dem Kopf verloren haben.“ Auch im Süden Deutschlands waren Unwetter möglich, doch Bayern blieb von Hochwasser-Schäden verschont.

Unwetter in Westdeutschland: 20 Tote, unzählige Vermisste - „So eine Katastrophe noch nie gesehen“

Erstmeldung vom 15. Juli 2021, 12:41 Uhr

Altena/Hagen/München - Immerhin, der Deutsche Wetterdienst geht davon aus, dass der Höhepunkt der extremen Niederschläge in einigen Regionen Deutschlands überschritten ist. Am Donnerstag soll sich die Unwetter-Lage laut DWD-Meteorologe Marco Manitta entspannen.

Doch was das Sturmtief „Bernd“ bis jetzt in Westdeutschland angerichtet hat, ist verheerend. Besonders dramatisch ist die Lage in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz. Dort überfluteten Wassermassen ganze Landstriche, Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten. In Schuld in der Eifel wurden mehrere Häuser weggespült.

„So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Das Schlimme: Die Lage ist nach wie vor angespannt, laut dem Innenministerium sei das genaue Ausmaß der Katastrophe noch nicht abzusehen. Fünf Menschen kamen im Landkreis Ahrweiler am Rande der Eifel in den Fluten ums Leben, 50 bis 70 Personen werden noch vermisst.

Unwetter in Nordrhein-Westfalen: Bislang 15 Tote - Laschet besucht Hochwasser-Gebiete

Ähnlich schlimm stellt sich die Unwetter-Lage in Nordrhein-Westfalen dar. Behörden sind bislang 15 Todesopfer bekannt. Allein im Kreis Euskirchen starben acht Menschen. Altena im Märkischen Kreis, wo ein Feuerwehrmann im Einsatz ums Leben kam, war am Donnerstag noch immer von der Außenwelt abgeschnitten.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sagte den Unions-Gipfel im bayerischen Seeon ab und machte sich in Altena und der ebenfalls heftig vom Unwetter betroffenen Stadt Hagen ein Bild von der Lage. „Das ist für die Menschen hier eine dramatische Lage“, sagte er der Bild und versprach: „Wir tun jetzt alles, um Ihnen zu helfen.“ Auch in Köln, wo ein absurdes Video aufgenommen wurde, starben Menschen infolge des Hochwassers. (mt/dpa)

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