Schadensersatz in Millionenhöhe

Horror im „Dreamland“: Vier Menschen sterben bei Unglück in Freizeitpark

Emergency services vehicles are seen outside the Dreamworld theme park at Coomera on the Gold Coast.
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In einem der beliebtesten Freizeitparks Australiens ereignete sich ein tragischer Unfall: Vier Menschen starben im „Dreamland“. (Archivbild)

Was für die ganze Familie ein unvergesslicher Tag im Freizeitpark werden sollte, wurde zum Horror: Auf der Wildwasserbahn kommt es zu einem tragischen Unglück - ein Floß zerquetscht vier Menschen.

  • Immer wieder kommt es in Freizeitparks zu schweren Unfällen*.
  • Bei einer Fahrt mit der Wildwasserbahn verunglückten in Australien vier Erwachsene tödlich.
  • Die Suche nach dem Schuldigen dauert seit 2016 an - jetzt fällte das Gericht sein Urteil.

Coomera - Kate Goodchild, Luke Dorsett, Roozbeh Araghi und Cindy Low hatten einen unvergesslichen Tag geplant: In Australiens größtem Freizeitpark wollten sie Spaß und Spannung erleben - doch ihr Ausflug nach „Dreamland“ sollte tödlich für sie enden. Die vier entschieden sich für eine Fahrt mit der Wildwasserbahn „Thunder River Rapids Ride“. Bei der Fahrt in einem Sechser-Boote ging es für sie auf dem Wasser über steile Rampen und in enge Kurven. Dabei ereignete sich dann der tragische Unfall.

Ihr Floß kollidierte mit einem anderen, kippte um und zerdrückte sie im flachen Wasser auf einem Förderband. Jeder der vier Erwachsenen war sofort tot. Die Freizeitpark-Tragödie ereignete sich bereits vor vier Jahren im australischen Queensland. Aber erst jetzt - nach jahrelangem Kampf der Angehörigen - wurde der Freizeitpark mit einer Strafe geahndet, trägt er doch eindeutig die Schuld am Tod seiner vier Gäste. Zu diesem Schluss kam nun ein Gericht in Australien.

Todesdrama in „Dreamland“ - Defekte Wasserrutsche forderte vier Menschenleben

Laut Daily Star erklärte Staatsanwalt Aaron Guilfoyle in der Verhandlung, dass das Floß nach dem Aufprall zuerst vertikal angehoben wurde und dann in eine horizontale Position fiel, sodass alle Fahrgäste über Bord gingen. Während zwei Kinder im Alter von 10 und 12, die im gleichen Floß saßen, die Tragödie mit viel Glück überlebten, kam für Kate, Luke, Roozbeh und Cindy jede Hilfe zu spät. Das Förderband zog das Floß automatisch in den Mechanismus und begrub zwei von ihnen unter sich - zwei wurden so heftig aus dem Boot geschleudert, dass sie sofort starben.

Am 9. November 2016 verkündete das Unternehmen „Ardent Leisure“ nach dem tragischen Tod von vier Gästen, die Wildwasserbahn „Thunder River Rapids Ride“ in „Dreamland“ zu schließen. (Archivbild)

Eine Untersuchung der Staatsanwaltschaft ergab, dass eine defekte Pumpe am Ende der Wasserrutsche der Auslöser für den Unfall war, so Guilfoyle in der Verhandlung. Zudem waren noch andere Faktoren für den Tod der vier Freizeitparkgäste ausschlaggebend: Die Bahn sei vom Personal schlecht gewartet worden und das Abschaltverfahren sei unzureichend gewesen.

Die Wildwasserbahn „Thunder River Rapids Ride“, auf der sich im Oktober 2016 das Todesdrama abgespielt hatte, wurde inzwischen abgerissen. Die Betreiber des Parks in Coomera, der in der Nähe von Brisbane liegt, hatten bereits gestanden, sich nicht ausreichend um die Wartung der beliebten Attraktion gekümmert zu haben. Am Montag sprach das Gericht die Verantwortlichen der Betreiberfirma „Ardent Leisure“ nun in allen Punkten schuldig und verurteilte sie zu 3,6 Millionen australischen Dollar Schadensersatz.

Nach Horror-Unfall: Schadensersatz in Millionenhöhe für die Angehörigen

Die umgerechnet 2,18 Millionen Euro gehen nun an die Hinterbliebenen - ein schwacher Trost für sie, werden ihre Angehörigen von dem Geld doch nicht mehr lebendig. Dennoch: Das Urteil des australischen Gerichts verschafft ihnen zumindest etwas Genugtuung. So betonte die Tante eines der Opfer in der Verhandlung abermals: „Zu wissen, dass ihr Tod hätte vermieden werden können, ist inakzeptabel und zum Verzweifeln.“ Viele Familienangehörige der Toten waren am Montag extra zu Urteilsverkündung angereist.

Wie die DPA mitteilt, entschuldigte sich die Unternehmensführung noch einmal „uneingeschränkt“ für den Vorfall und drückte den Angehörigen der Opfer „dieser schrecklichen Tragödie“ ihr „tiefstes Mitgefühl aus“. Das Unternehmen „Ardent Leisure“ war kurz nach dem Freizeitpark-Drama 2016 schwer kritisiert worden, wollte es doch dein Freizeitpark an der Gold Coast von Queensland noch vor der Bestattung der vier Todesopfer wieder öffnen. Im „Dreamland“-Feizeitpark ist jetzt ein Denkmal für die vier Verstorbenen geplant.

Auch in deutschen Freizeitparks* ereigneten sich das vergangene Jahr über drei Unfälle* - tödlich endeten sie jedoch glücklicherweise nicht*. (cos) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Video: Immer wieder kommt es in Freizeitparks zu tödlichen Unfällen in Fahrgeschäften

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