Fall in Indien

Mann verkauft getrockene Waran-Penisse als seltene Wurzeln

Indien - Die indische Polizei hat einen Betrüger festgenommen, der getrocknete Waran-Penisse als seltene kraft- und glücksspendende Wurzeln verkauft haben soll. Wie ein Vertreter der Forstbehörde am Freitag sagte, wurden Proben der beschlagnahmten Ware zur Begutachtung in ein Labor geschickt. Bei Gericht sei Untersuchungshaft für den Verdächtigen Kalki Krishnan beantragt worden. 

Wenige Tage zuvor hatten indische und britische Ermittler mitgeteilt, dass sie auf einen heimlichen Online-Handel mit den Penissen gestoßen seien, die dort als Hatha Jodi-Wurzeln angeboten würden. Die getrockneten Waran-Penisse haben eine gewisse Ähnlichkeit mit der Hatha Jodi, die sich vor allem im zentralindischen Madhya Pradesh findet. Hatha Jodi ist die Wurzel einer äußerst seltenen Pflanze, ihr wird glücksbringende Kraft nachgesagt. In Indien werden pro Wurzel bis zu umgerechnet 56 Euro erzielt, im Ausland sogar bis zu knapp 230 Euro. Warane, zur Gattung der Schuppenkriechtiere zählende Echsen, sind nach dem indischen Gesetz geschützte Tiere. 

Die Ermittlungen kamen in Gang, nachdem Wissenschaftler von der Universität Oxford in Madhya Pradesh und mehreren anderen indischen Bundesstaaten 2016 auf Einwohner gestoßen waren, die Warane töteten, um an die Geschlechtsteile der Tiere zu kommen und sie zu trocknen. In einigen indischen Stammesgemeinschaften gilt Waran-Fleisch als Delikatesse. Von diesen Einwohnern erfuhren die Wissenschaftler, dass die Teile als Hatha Jodi verkauft würden. Daraufhin seien sie auf den weitverbreiteten Online-Handel aufmerksam geworden. 

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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