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Piloten machen Snack-Pause im Cockpit – Airline reagiert drastisch

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Von: Christoph Gschoßmann

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Zwei Piloten und eine Airline stehen in der Kritik, weil diese im Cockpit ein Verbot missachtet haben. Für die beiden gab es Konsequenzen.

München/Neu-Delhi – Man gibt sein Leben in ihre Hände, und kann als Passagier nichts weiter tun als zu hoffen, dass sie Profis sind: Piloten. Ein Vorfall aus Indien aber zeigt, dass nicht alle Crews es mit der Sicherheit so genau nehmen, und so das Leben ihrer Passagiere leichtfertig aufs Spiel setzen.

Indien: SpiceJet-Piloten riskieren Leben ihrer Passagiere

Bei der indischen Billigfluggesellschaft SpiceJet dürfen zwei Piloten vorerst nicht mehr fliegen, nachdem sie angeblich Kaffee und Gebäck im Cockpit konsumiert hatten. Diese Snackpause hätte schrecklich schief gehen können, wenn eines der heißen Getränke verschüttet worden wäre.

Ein Foto zeigt einen unbedeckten Becher mit dem Logo der Fluggesellschaft: Dieser ist gefährlich nahe an den Steuerhebeln im Cockpit platziert. Im Internet sorgte die Aufnahme für einen Sturm der Entrüstung.

Die Piloten ließen es sich gut gehen. Nicht nur tranken sie im Cockpit, sondern hielten auch Gujiyas in der Hand – ein süßes frittiertes Gebäck, das typischerweise während des hinduistischen Fests Holi gegessen wird. In diesem Jahr fand es am 8. März statt.

Indische Airline SpiceJet: Piloten von Flugliste gestrichen

Wie ein SpiceJet-Sprecher CNN am Freitag (17. März) mitteilte, wurden beide Piloten bis zu einer Untersuchung von der Flugliste gestrichen. „SpiceJet hat eine strenge Richtlinie (bezüglich) des Verzehrs von Lebensmitteln im Cockpit, die von der gesamten Flugbesatzung eingehalten wird. Nach Abschluss der Untersuchung werden angemessene Disziplinarmaßnahmen ergriffen“, sagte der Sprecher.

Shakti Lumba, eine pensionierte Pilotin und ehemalige Betriebsleiterin der indischen Fluggesellschaft IndiGo, sagte, der „Wohlfühl-Social-Media-Fototermin“ der Piloten sei „unreif“ und „unerwünscht“, zumal sie für die Sicherheit der Piloten verantwortlich seien Flugzeug und seine Passagiere.

Zwei Piloten sitzen im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380.
Zwei Piloten sitzen im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380. © Daniel Reinhardt/dpa

„Es war ein völlig unerklärliches Verhalten. Alle Piloten sind sich der Gefahren verschütteter Flüssigkeiten im Cockpit bewusst“, sagte er gegenüber CNN und fügte hinzu, dass die meisten Unternehmensregeln und Luftfahrtvorschriften das Ablegen von Lebensmitteln und Flüssigkeiten auf der zentralen Sockelkonsole verbieten.

Gefahr im Flugzeug: Unter der Sockelkonsole befindet sich sensible Elektronik

Unter dieser Konsole befindet sich eine Vielzahl elektrischer Kabel, die für die Steuerung des Flugzeugs von entscheidender Bedeutung sind – und das Verschütten heißer Getränke darauf kann zu einer Überhitzung technischer Geräte oder zum Herunterfahren des Systems führen.

Die Billigfluggesellschaft war im vergangenen Jahr mit einer Reihe von Vorfällen konfrontiert, die mehrere Untersuchungen der Luftfahrtbehörde veranlassten. Im vergangenen Mai hatte der Autopilot eines SpiceJet-Flugzeugs eine Fehlfunktion und verursachte schwere Turbulenzen, die zu mehreren Verletzungen an Bord führten. Die Aufsichtsbehörde ordnete außerdem an, die operativen Flüge der Fluggesellschaft für einen Zeitraum von acht Wochen zu halbieren, nachdem sie an mindestens acht technischen Störungen beteiligt war. Der jüngste Vorfall wird zweifellos nicht dazu beitragen, das Vertrauen der Passagiere in die Airline zu verbessern. Apropos Indien: Als bei einer Hochzeit in dem Land die Braut verstirbt, heiratet der Gatte kurzerhand ihre Schwester. (cgsc)

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