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Nach Angriffen auf Menschen: Vom Aussterben bedrohte Sumatra-Tiger gefangen – einer verendete qualvoll

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Von: Patrick Huljina

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Mitarbeiter der Behörde für die Erhaltung der natürlichen Ressourcen untersuchen einen Sumatra-Tiger, der tot aufgefunden wurde, nachdem er in eine Schlingfalle geraten war.
Ein gefangener Sumatra-Tiger wird von Naturschützern untersucht. © Rifka Majjid/dpa

Höchstens 400 Sumatra-Tiger leben noch in freier Wildbahn. Die seltenen Tiere sind massiv vom Aussterben bedroht. In Indonesien wurden nun wieder zwei gefangen.

Air Batu - Sumatra-Tiger sind vom Aussterben bedroht. Auf der riesigen Insel Sumatra in Indonesien, deren Fläche in etwa der von Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen entspricht, gibt es noch höchstens 400 Exemplare in freier Wildbahn. Es ist die kleinste der noch lebenden Unterarten des Tigers. Und die letzte in Indonesien verbliebene Unterart der Großkatze, nachdem der Java- und der Bali-Tiger bereits ausgerottet wurden. Neben der Wilderei hat die Vernichtung von natürlichem Lebensraum die Zahl der Tiere stark dezimiert. Nun wurden erneut zwei Sumatra-Tiger gefangen, einer verendete qualvoll in einer Falle.

Indonesien: Sumatra-Tiger soll Menschen getötet haben – Naturschutzbehörde fängt seltenes Tier

Am vergangenen Samstag (16. Oktober) sei im Dorf Air Batu, im Zentrum der Insel Sumatra, ein Exemplar in eine Falle gegangen. Polizei und Angestellte der örtlichen Naturschutzbehörde hätten diese gelegt, berichtete die Nachrichtenagentur Antara am Sonntag. Der Tiger sei in eine Tierpflegestation gebracht worden.

Der Grund: Das Tier soll zwei Menschen umgebracht haben. Den Berichten zufolge handelt es sich vermutlich um den Tiger, der am vergangenen Mittwoch (13. Oktober) einen 20-jährigen jungen Mann tötete, als dieser in Air Batu auf der Suche nach einem Handysignal auf einen Hügel geklettert war. Am 25. September war in einem anderen Dorf der Gegend bereits ein Goldsucher von einem Tiger getötet worden.

Indonesien: Sumatra-Tiger stirbt qualvoll in Schlingfalle

Am vergangenen Sonntag (17. Oktober) wurde in der Nähe des Wildreservats Bukit Batu in der Provinz Riau ein toter Sumatra-Tiger entdeckt. Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärte Fifin Arfiana Jogasara, die Leiterin der dortigen Naturschutzbehörde, das vier bis fünf Jahre alte Weibchen sei in einer Falle verendet.

Der Sumatra-Tiger sei demnach in eine mutmaßlich von Wilderern aufgestellte Schlingfalle geraten. Fünf Tage später sei das Tier laut Jogasara schließlich an Dehydrierung gestorben. Die Leiterin kündigte an, dass die Naturschutzbehörde bei den Ermittlungen mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten werde.

Die Wilderei in Indonesien habe wieder zugenommen. Laut Naturschützern ist auch die Corona-Pandemie ein Grund dafür. Viele Dorfbewohner würden aus wirtschaftlicher Not wieder auf die Jagd nach den seltenen Tieren gehen. Bereits Ende August wurden in einer Schutzzone in der Provinz Aceh drei Sumatra-Tiger tot in einer Falle gefunden. Ein schwerer Verlust – bei einer Gesamtanzahl von maximal 400 Exemplaren. (ph/dpa)

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