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Das ist aktuell günstig: Wo Sie trotz der für 2022 „erwarteten 6 Prozent Inflation“ sparen

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Von: Magdalena von Zumbusch

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Im Gegensatz zu den meisten Lebensmitteln ist der Preis für Gemüse im Durchschnitt aktuell niedriger als 2021.
Im Gegensatz zu den meisten Lebensmitteln ist der Preis für Gemüse im Durchschnitt aktuell niedriger als 2021. © Sven Hoppe/dpa

Alles wird teurer - Das ist spätestens seit Beginn des Ukraine-Kriegs das Gefühl der Meisten. Die Inflationsrate gibt dem Gefühl recht - aber es gibt Produkte, mit denen Sie aktuell sparen können.

Wiesbaden - Die Inflationsrate lag im Februar 2022 bei 5,1 Prozent, so das Statistische Bundesamt. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel rechnet unterdessen für das Jahr 2022 insgesamt sogar mit einer Inflationsrate von sechs Prozent. Aber es gibt auch aktuell einige Produkte, die günstiger werden.

Grundlage der Inflationsrate: Der Verbraucherpreisindex

Wer die aktuelle Inflation verstehen will, muss das Konzept des Verbraucherpreisindex kennen. Das Statistische Bundesamt Deutschlands erklärt den Verbraucherpreisindex auf seiner Website: Der Verbraucherpreisindex misst, wie sich die Preise aller Waren und Dienstleistungen entwickeln, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Steigt der Verbraucherpreisindex langfristig an, spricht man von Inflation. Sinkt er langfristig, spricht man von Deflation. Die Veränderungsrate wird dabei als Inflationsrate oder Teuerungsrate bezeichnet. Sie ist ein Maßstab für die Geldwertentwicklung. Politik und Zentralbanken nutzen den Wert als Entscheidungsgrundlage.

Grundlage des Verbraucherpreisindex: Der „repräsentativer Warenkorb“ des Bundesamts für Statistik

Als Grundlage für den Verbraucherpreisindex dient ein repräsentativer Warenkorb, in dem etwa Mieten, Nahrung, Kleidung, technische Geräte, sowie Reise- und Gesundheitsleistungen enthalten sind, so das Statistische Bundesamt. Dabei wird darauf geachtet, dass sich nur Waren im repräsentativen Warenkorb befinden, die tatsächlich von dem Großteil der Bevölkerung konsumiert werden. Es werden also regelmäßige Prüfungen und Updates des Warenkorbs vorgenommen.

Rund 600 Güterarten befinden sich aktuell im Warenkorb, berichtet das Statistische Bundesamt. Der Verbraucherpreisindex bildet den Prozentsatz ab, zu dem der Durchschnitt dieser Waren teurer oder billiger als im vorherigen Zeitabschnitt war (das Statistische Bundesamt veröffentlicht den Index einmal pro Monat).

Trotz Inflation aktuell günstiger: Elektrische Küchengeräte

Gespart werden kann aktuell zum Beispiel bei elektrischen Küchengeräten, also Rührgeräten in verschiedenen Ausführungen. Diese sind im Schnitt nach der Übersicht des Statistischen Bundesamts für den Februar 2022 um ganze 5,7 % billiger als im Vorjahr und sind damit weit oben auf der Liste der von 2021 auf 2022 günstiger gewordenen Produkte. Wer sich also eine Küche einrichtet oder seine Küche upgraden will, der sollte jetzt zuschlagen.

Video: Alles teuer? Ultimative Spar-Tipps bei Inflation

Auch entgegen der Inflationsbewegung: Preisentwicklung bei Software, Internet und Handy-Telefonie

Betriebssysteme und andere Computersoftware ist um 5,4 Prozent günstiger als im Vorjahr. Außerdem ist der Zugang zu Onlinediensten und dem Internet etwas günstiger geworden (0,82 Prozent). Mehr sparen als beim Internet-Vertrag kann man momentan beim Abschluss eines Handy-Vertrags: Drahtlose Telekommunikationsleistungen sind gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent günstiger, so die Angabe des Statistischen Bundesamts.

Bücher, Ton- und Bildträger sind aktuell günstiger als 2021

2,4 Prozent nach unten gegangen im Preis sind Bücher. Wer also für den Rest der kalten Jahreszeit noch Lesestoff erwirbt, kommt etwas besser weg als im Vorjahr. Eine andere Möglichkeit ist die Unterhaltung mit Ton-, Bild- und anderen Datenträgern: Hier sind die Einsparungen bei dem Kauf von Geräten im Vergleich zum Vorjahr besonders hoch: 14,3 Prozent sind Ton-, Bild- und sonstige Datenträger günstiger als im Vorjahr.

Auch bei Lebensmitteln kann gespart werden

Bei Lebensmitteln kann nur an Wenigem gespart werden, hier gingen die meisten Preise, vor allem an regelmäßig konsumierten Produkten, drastisch nach oben. Während einzelne Gemüsesorten, wie etwa Gurken besonders teuer sind momentan, liegt der Durchschnittspreis für Gemüse laut Bundesamt für Statistik insgesamt (Kartoffeln ausgenommen, sofern diese als Gemüse angesehen werden) aber 1,9 Prozent unter dem letztjährigen Durchschnittspreis (frisches und tiefgekühltes Gemüse wurde dabei zusammengerechnet). Günstiger geworden sind zB Karotten (um 13,6 Prozent) Lauch, Sellerie und bestimmte Salate. Buttermilch und Milchgetränke sind um 3,4 Prozent günstiger, Fertigsuppen und Brühe um 1,7 Prozent und Nudelfertiggerichte auch noch um 1,4 Prozent. Und obwohl Früchtepreise an sich extrem steigen, sind auch Trauben um 2,5 Prozent günstiger geworden. Wer also die Preisstrategie beim Einkaufen vor die eigenen Gelüste stellt, kann sogar beim Supermarkteinkauf noch etwas sparen. (dpa)

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