Foto-App und Social Network

Instagram-Eigentümer Facebook: Warum hängen die Unternehmen zusammen?

Seit 2012 heißt der Instagram-Eigentümer Facebook. Der Gigant unter den sozialen Netzwerken hat mit der Übernahme klare Ziele verfolgt.

  • Facebook ist seit 2012 Eigentümer von Instagram.
  • Die Übernahme erfolgte strategisch vor dem Börsengang von Facebook.
  • Die bunte Foto-Plattform soll junge User abfangen.

München - 2012 schluckte Facebook die Foto-Plattform Instagram. Für rund eine Milliarde US-Dollar gelang Marc Zuckerbergs Social-Media-Riese die dicke Übernahme strategisch geschickt kurz vor dem Börsengang Facebooks.

Kluge Köpfe des königsblauen Social-Media-Imperiums ahnten damals offensichtlich schon, welches Potenzial hinter der damals erst zwei Jahre jungen rosa Smartphone-App für Fotos steckte. Ziel hinter dem Vorhaben, der Eigentümer von Instagram zu werden: Das junge Publikum abfangen, für das das vergleichsweise starre Facebook zu erwachsen geworden war.

Seit 2012 ist Facebook Eigentümer von Instagram

Zu diesem Zeitpunkt war das von dem US-Amerikaner Kevin Systrom und dem Brasilianer Mike Krieger gegründete Instagram bei weitem noch nicht so erfolgreich wie heute. Gerade einmal 13 Angestellte waren unter den ersten Eigentümern für Instagram tätig. Entsprechend kritisch wurde die Übernahme beäugt. Nach der Facebook-Übernahme wuchsen die Instagram-Nutzerzahlen aber rasant - im Juni 2018 verzeichnete die fotobasierte Social-Media-Plattform bereits rund eine Milliarde Nutzer, wie das deutsche Marktforschungsportal Statista aufzeigt. 

Kevin Systrom und Mike Krieger gerieten im Zuge der Debatte um die Richtung, in die es mit Instagram gehen sollte, mit Facebook-Chef Marc Zuckerberganeinander und verließen das Unternehmen schließlich. Schon bald nach der Übernahme durch den neuen Eigentümer Facebook hatte Instagram das Dasein als Nischennetzwerk verlassen. Insgesamt brachte es Facebook Anfang 2020 mit all seinen Plattformen - Facebook, Instagram und das auf Virtual Reality spezialisierte Oculus - auf 2,9 Milliarden aktive User.

Instagram macht 10 Milliarden Dollar Werbeerlös pro Jahr

Mittlerweile macht Instagram rund 10 Milliarden US-Dollar Werbeerlöse pro Jahr. Der Branchendienst Bloomberg schätzte den Wert der Plattform Ende 2018 auf rund 100 Milliarden US-Dollar.

Zum Zeitpunkt der Übernahme hatte Facebook den Nutzern beider Plattformen noch versichert, dass Daten von einer trotz der Fusion nicht auf der anderen landen würden. Mittlerweile sind beide Dienste aber enger miteinander verschmolzen. Seit 2019 tragen Instagram und der übrigens auch zu Facebook gehörende Messengerdienst WhatsApp den Namenszusatz „von Facebook“. Der Eigentümer von Instagram hatte sich klar in den Fokus gerückt, was vielen Usern gar nicht gefiel und vor allem als politisches Signal gedeutet werden kann. 

Instagram-Eigentümer Facebook wegen Datenschutz in der Kritik

Der US-amerikanische Hedgefondsmanager Cody Willard ging einige Jahre nach dem umstrittenen Facebook-Instagram-Deal sogar davon aus, dass das blaue Social Network ohne Instagram und WhatsApp wohl kaum den Börsenwert hätte, den es heute hat. Die Facebook-Aktien würden heute nicht viel höher als noch beim Börsengang 2012 gehandelt, so Willard, der den Instagram-Eigentümer Facebook auch im Zusammenhang mit dem Datenskandal um Cambridge Analytica immer wieder wegen mangelnden Datenschutzes und falscher Nutzerprofile kritisiert.

Instagram und Facebook: Teils ähnliche Features

Das Erfolgskonzept der Foto-Community Instagram ist, ähnlich wie bei Facebook, die Kombination aus kurzen, prägnanten Botschaften - also viel Bild und wenig Text. Seit 2016 bietet die Stories-Funktion den Usern außerdem 15-sekündige Videoinhalte an. Das Feature führte Facebook kurze Zeit später auch auf seiner eigenen Plattform ein - allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Seit 2018 verfügt Instagram außerdem über die Videofunktion IGTV, mit der die Nutzer nicht nur im Instagram-typischen vertikalen, sondern auch im horizontalen Format längere Videos sehen können. Auch die auf Instagram häufig verwendeten Hashtags haben immer stärker ihren Weg zu Facebook gefunden.

ms

Rubriklistenbild: © imago/Eibner / imago stock&people

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