Wie die Plattform uns prägt

Instagram: Alles, was man über die Bilder-Plattform wissen sollte

Instagram wächst und wächst - und ist insbesondere bei jungen Menschen beliebt. Es hat neue Funktionen in die Welt der sozialen Netzwerke gebracht.

  • Instagram ist seit der Übernahme durch Facebook eines der größten sozialen Netzwerke weltweit.
  • Ursprünglich als Plattform zum Teilen von Bildern gegründet, gibt es heute zahlreiche Funktionen.
  • Hier erfahren Sie alles, was Sie über das Portal wissen müssen.

Menlo Park - Instagram ist in vielerlei Hinsicht das Portal der Stunde: Anfang 2019 durchbrach die Bilder-Plattform die Marke von einer Milliarde monatlicher Nutzer. Damit ist es nach Facebook, YouTube und WhatsApp das viertgrößte soziale Netzwerk der Welt. Das chinesische WeChat ist in etwa gleich groß.

Zwar hatte Branchen-RieseFacebook mit 2,271 Milliarden monatlichen Usern immer noch einen deutlichen Vorsprung - vor allem bei jüngeren Nutzern holt Instagram aber auf. 71 Prozent aller User sind unter 35. Zum Vergleich: Bei Facebook macht diese Gruppe nur noch 45 Prozent aller Mitglieder aus.

Instagram und Facebook: Wie „Insta“ groß wurde und von Marc Zuckerberg gekauft wurde

Facebook braucht die Konkurrenz durch Instagram allerdings keine übermäßigen Sorgen zu bereiten: 2012 hat der Facebook-Gründer Marc Zuckerberg Instagram gekauft. Deswegen kann man sich auch bei Instagram mit Facebook anmelden. Der Sitz beider Firmen befindet sich in Menlo Park in Kalifornien.

Instagram war zwei Jahre zuvor von den beiden Programmierern Kevin Systrom und Mike Krieger als Plattform zum Teilen von Bildern gegründet worden. An sich nichts Besonderes: Flickr und Photobucket boten bereits ähnliche Funktionen. 

Doch Instagram erfreute sich von Beginn an großer Beliebtheit. Der Kaufpreis von einer Milliarde US-Dollar überstieg daher den der Konkurrenten bei Weitem. Flickr wechselte für 30-, Photobucket für 300 Millionen Dollar den Besitzer.

Instagram: Name und Symbol des sozialen Netzwerks

Die Bilder waren zu Beginn in Anlehnung an die berühmte Kodak Instamatic und Polaroid-Kameras noch quadratisch. Das alte Logo war auch noch recht deutlich als Kamera zu erkennen. Und auch der Name „Instagram“ leitet sich von den Sofortbildkameras ab (“instant“ ist englisch für „sofort“).

Seit 2016 beschreitet Instagram aber mit einem stark stilisierten Icon neue Wege. Und auch die Funktionen gehen inzwischen deutlich über die einer bloßen Foto-Plattform hinaus. Bekannt ist „Insta“ vor allem für die Storys: kurze, Fototagebuch-artige Geschichten, die nach 24 Stunden wieder verschwinden.

Instagram Storys und andere Funktionen

Diese Funktion ermöglicht den Nutzern ohne großen Aufwand Eindrücke aus ihrem Alltag zu vermitteln. Wie der Name schon sagt, ist eine Instagram Story eine Art Mini-Geschichte, die anhand von Fotos, Videos oder Boomerangs (kurze Videosequenzen, die vor und zurück laufen) erstellt wird. 

Weil die Storys wieder gelöscht werden, ist der Perfektionsanspruch hier nicht ganz so hoch. Zudem werden sie in einem eigenen Bereich angezeigt, um die Feeds der anderen nicht zu überschwemmen.

Daneben hat sich Instagram unter der Ägide von Marc Zuckerberg aber auch Funktionen bei anderen Plattformen abgeschaut. Der Feed ist von Facebook inspiriert, der Messenger ebenfalls. Und mit den Hashtags findet man passende Themen à laTwitter. Hinzugekommen sind außerdem Instagram TV (IGTV) für längere Videos und der Musik-Stream @music.

Bilder auf Instagram: Fotos, Likes und Hashtags

Das Format der Bilder ist nicht mehr quadratisch, sondern hochkant - ein neues Alleinstellungsmerkmal. Das ist kein Zufall. Damit passt Instagram sich dem Nutzungsverhalten seiner Mitglieder an. Obwohl es Instagram theoretisch auch auf dem MacBook oder für denPC gibt, nutzen es die meisten Menschen auf dem Smartphone perApp für iOS oder Android.

Bekannt ist Instagram außerdem für seine Filter, mit denen User ihre Bilder gleich bearbeiten können. Diese Fotos können dann entweder als Profilbild, im Feed oder als Story angezeigt werden. Follower können diese dann mit Likes oder Kommentaren versehen. Und auch andere können Profile über deren Namen oder Hashtags finden und ansehen, falls diese öffentlich sind.

Die Kulturwissenschaftlerin Katja Gunkel schreibt in ihrem Buch „Der Instagram Effekt“, wie sich durch Instagram die Bildsprache verändert hat. Das Besondere an dieser Sprache sind laut Gunkel die Filter, die aus jedem noch so banalen Schnappschuss - sie nimmt Essen als Beispiel (“foodstagram“) - ein „Kunstwerk“ machen. Gunkel spricht deswegen von einer „Ästhetik des Imperfekten“.

Influencer bei Instagram: Die Welt der schönen Bilder

Manche Instagramer erreichen eine enorme Reichweite. Millionen von anderen Menschen folgen ihnen, sehen sich ihre Beiträge an, liken und kommentieren. Worum es auf dem jeweiligen Kanal geht, ist dabei ganz gleich. Manche Channels legen sich auf ein Thema fest, andere posten alles Mögliche aus ihrem Alltag.

Insbesondere durch Instagram hat sich so ein ganz neues Berufsbild entwickelt: das des Influencers. Diese Personengruppe kann oftmals gut von ihrem Einfluss auf Social Media leben. Geld verdienen sie meist durch Werbeverträge oder eigene Produkte. Influencer sind allerdings nicht immer beliebt, denn nicht jeder hat Verständnis für dieses Berufsbild.

Manche von ihnen schaffen aber auch den Sprung in die „echte“ Wirtschaft. Beispielsweise Pamela Reif: die Karlsruherin wurde als Fitness-Influencerin bekannt, inzwischen arbeitet sie alsModel für die Modemarke Calzedonia.

Ihr Fall zeigt allerdings auch die Gratwanderung dieses neuen Berufsbildes: Pamela Reif musste sich wegen Schleichwerbung vor dem Landgericht Karlsruhe verantworten - und verlor. Die Begründung: Auch auf Instagram muss Werbung immer klar als solche gekennzeichnet sein.

Meiste Follower und meiste Likes - diese Accounts sind besonders erfolgreich

Für die Personen mit den meisten Followern auf Instagram lief der Weg aber in die andere Richtung: Sie waren bereits berühmt und sind es jetzt auch auf Instagram. Die meisten Anhänger hat Fußballstar Cristiano Ronaldo (203 Millionen Abonnenten) vor Sängerin Ariana Grande (175 Millionen) und Schauspieler sowie Ex-Wrestler Dwayne „The Rock“ Johnson (172 Millionen). 

Übertroffen werden diese drei lediglich von Instagram selbst mit 333 Millionen Abonnenten. Den Rekord für die meisten Likes hatte lange Kylie Jenner inne. Das Foto ihrer Tochter Stormi, die mit ihren Baby-Fingern den Daumen ihrer Mutter hält, gefiel bereits mehr als 18,6 Millionen Menschen.

World_record_egg: Ein Ei knackt den Rekord für die meisten Likes auf Instagram

Im vergangenen Jahr wurde Kylie Jenner allerdings vom Thron gestoßen - von einem Ei. Das Instagram-Ei war von Beginn an mit einer Agenda auf den Plan getreten: „Let‘s set a world record together and get the most liked post on Instagram“, heißt es unter dem Post.

Folgerichtig nannte sich das bis dato unbekannte Ei daher auchworld_record_egg. Inoffiziell trägt es auch den Namen Eugene. Tatsächlich fiel Jenners Rekord auch relativ schnell, inzwischen hat das Ei sie mit knapp 55 Millionen Likes bei Weitem übertrumpft.

Hinter der Aktion verbarg sich allerdings mehr als nur Dotter: Nach einigen Wochen erschienen neue Bilder von Eugene, auf dem sich Risse auf der braunen Schale abzeichnen. Schließlich wurde bei Hulu ein Video veröffentlicht, in welchem das Ei zerbricht.

Mit dem Satz „The pressure of social media ist getting to me“ (der Druck der Sozialen Medien setzt mir zu) machten die Urheber auf den Druck aufmerksam, der heutzutage durch das Internet auf Menschen lastet. Verlinkt war die Seite von Mental Health America, einer Hilfsorganisation für psychische Störungen.

Instagram und psychische Krankheiten: Der Zwang zur Selbstdarstellung

In der Tat haben Studien gezeigt, dass der Zwang zurSelbstdarstellung und die ständige Bewertung durch andere nicht unerheblich zu psychischen Störungen in den jüngeren Generationen beitragen. Junge Menschen, die noch nicht so gefestigt sind, machen ihr Selbstwertgefühl an Likes fest.

Zwar gehört es zum Geschäft vieler Influencer, Werte wie Selbstliebe zu propagieren. Das kann aus der Sicht eines depressiven Teenagers aber gerade das Gegenteil bewirken. Denn der Influencer hat es geschafft, (zumindest auf Instagram) berühmt und beliebt zu sein. Manche Follower identifizieren so eher den Erfolg mit der Selbstliebe, anstatt Selbstliebe als eigenständigen Wert anzusehen.

Follower und Likes kaufen: Das Geschäft mit dem Wunsch nach Anerkennung

Der Wunsch nach sozialer Akzeptanz geht bei manchen so weit, dass sie Likes und Follower kaufen wollen. Manche wollen selbst Influencer werden und damit Geld verdienen, andere wollen einfach ein bisschen mehr Anerkennung. Verschiedene Webseiten haben sich auf das Geschäft mit Followern und Likes spezialisiert. Es gibt sogar eigens programmierte Bots, die den User populärer machen sollen. 

Die Jagd nach Likes und Anhängern ist nämlich nicht einfach: Wann posten? Wie oft posten? Wie posten? Und vor allem - was? Weil niemand den Instagram-Algorithmus kennt, kann das auch niemand mit Sicherheit beantworten. Für manche wird Instagram sogar zur Sucht (siehe Video).

Konto löschen? Wie man Instagram nutzen kann, ohne sich dabei zu verlieren

Sollte man jetzt also sein Konto löschen? Ein weiterer Grund wären die Datenschutzrichtlinien von Instagram, gegen die sich bereits bei der Übernahme durch Facebook Protest formierte. Ähnlich wie Facebook geht auch Instagram eher lax mit den Daten seiner Mitglieder um.

Das Problem sind die Alternativen: Es gibt im Netz zwar genügend Portale, die Instagram ähnlich sind. Keines ist allerdings auch nur annähernd so populär. Wer deswegen nicht gleich Insta löschen will, der kann es auch einfach passiver nutzen.

Als Erstes sollte man seinen Account dafür auf nicht öffentlich stellen. Dann sollte man weniger selbst posten und Instagram nur noch für sinnvolle Sachen nutzen - etwa für Hobbys: Welcher Account hat tolle Rezept-Ideen? Wo finde ich Yoga-Übungen für meine morgendliche Routine? Nachrichten an Freunde zu schreiben ist natürlich auch kein Problem. 

Und auch seinen Idolen zu folgen, ist nicht schlimm: Dass Justin Bieber reich und erfolgreich ist und tolle Bilder macht, ist jedem klar. Auf Instagram sieht aber jedes Leben fantastisch aus. Das bewirkt gerade bei jungen Menschen oftmals Minderwertigkeitsgefühle.

Um zum Schluss noch etwas Positives zu sagen: Ein Problem hat Instagram selbst in Angriff genommen. Mit „Instagram gegen Mobbing“ adressiert das Netzwerk die schwärzeste Seite des Konkurrenzkampfes auf Social Media. Durch Mobbing im Internet wurden bereits Teenager in den Tod getrieben.

pks

Rubriklistenbild: © picture alliance/Andrea Warnecke/dpa-tmn

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