Hass im Netz

Instagram-Mobbing: „Dein Baby ist fett und hässlich“ - Mütter werden Opfer fieser Attacken

Der kleine Kody. Sein Gesicht ist mit Babybrei verschmiert
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Kody ist ein süßes Kind - als seine Mutter Rebecca Taylor aber Fotos vom Neugeborenen auf instagram postete, erntete sie Hasskommentare

Auf Instagram wollten sie ihren größten Stolz zeigen. Kurz danach waren sie verletzt und schockiert: Die Bilder ihrer Babys ernteten Hasskommentare.

Viele Nutzer von Facebook*, Instagram und Co. kennen das Problem: Anonyme Mobber treiben im Netz ihr Unwesen, beleidigen wildfremde Menschen und lassen mit gemeinen Kommentaren mächtig Frust ab. Einige Fälle aus Großbritannien sind aber eine neue Stufe der Geschmacklosigkeit: Zwei Mütter von der Insel posteten nette Familien-Fotos mit ihren Babys. Und auf einmal wurden die unschuldigen Kleinen wüst beschimpft - die sogenannte „Hate Speech“ schockierte die Frauen.

Instagram-Mobbing: „Dein Baby ist fett und hässlich“ - Mütter werden Opfer fieser Attacken

Rebecca Taylor aus Großbritannien hat drei Kinder. Vor wenigen Tagen kam ihr jüngster Sohn auf die Welt. Die dreifache Mutter war stolz auf den süßen Kleinen, sie machte viele Fotos vom Jüngsten der Familie. Und weil sie ihre Freude mit ihren Freunden teilen wollte, postete sie die Bilder auf sozialen Netzwerken. Als sie nach wenigen Stunden wieder auf der Plattform Instagram* vorbeischaute, traute die Mutter ihren Augen nicht. Und löschte die Fotos sofort wieder.

Instagram: „Fett und hässlich“, „Glubschäugig“ - Mütter schockiert über Hass-Attacken

Was sie sah: Unzählige Kommentare von wildfremden Personen, die fies über ihr Kind spotteten. „Fett“ wurde Kody genannt, und „hässlich“. Dabei war der kleine Sohn von Rebecca Taylor nur ein paar Tage alt. „Er war noch nicht einmal eine Woche alt und wurde schon beleidigt“, klagte die dreifache Mutter gegenüber der Sun, der größten britischen Boulevard-Zeitung. Taylor reagierte - sie meldete alle Hasskommentare und löschte sie unter ihren Fotos. „Aber für jeden, den ich entfernt habe, kamen neue dazu“, erzählt sie. Sie entschied sich für einen radikalen Weg und löschte alle Fotos von ihren Kindern von den jeweiligen Plattformen.

Großbritannien: Baby wird zum viralen Hit - und zum Hassobjekt

Was Rebecca Taylor erlebt hat, berichten weitere Mütter in Großbritannien. Die 20-jährige Amarah Bryan-Brown zum Beispiel. Die junge Frau aus Nottingham postete ein Video, auf dem sie die Haare ihrer sieben Monate alten Tochter macht. Das Video wurde zum Hit in den sozialen Medien. „Es wurde mehr als 2,3 Millionen mal angesehen“, erinnert sich die junge Mutter. Anfangs gab es viele nette Reaktionen. „Aber je mehr Leute es sahen, desto grausamer wurden die Kommentare.“ Laut Kommentaren sah das Kleinkind aus „wie ein Sumo-Ringer“. „Fett“, „Hässlich“, „Glubschäugig“. Die Beschimpfungen, die sich die Mutter über ihre Kleine Mia-Rae anhören musste, kamen „von Menschen aus der ganzen Welt. Die kennen mich und meine Tochter nicht“, sagt sie.

Instagram: Baby-Bilder werden verhöhnt - „Ich war verletzt“, sagt die Mutter

Amarah Bryan-Brown möchte sich von den Unbekannten nicht unterkriegen lassen. Auch wenn sie die vielen hässlichen Kommentare schockiert haben. „Ich war verletzt“, sagt sie, „aber dann habe ich mich gefragt, was irgendjemandem das Recht gibt, über meine Familie zu kommentieren“, sagt sie der Sun. „Meine Tochter ist gesund und wohlauf. Wir sind glücklich. Die Trolle können über uns sagen, was sie wollen - das wird daran nichts ändern.“

Hass im Netz: Vor allem auf Instagram ein häufiges Problem - Stars werden oft Opfer

Die hässliche Seite von Social Media zeigt sich leider immer öfter. Oft geraten Promis in Visier von Internet-Trollen. Die Tochter von Markus Söder, Gloria, erntet nicht nur positive Kommentare mit ihren Posts. Die Kandidatin von Germanys next Topmodel* Anna Wilken geht rechtlich gegen Hasskommentare vor. Ein Problem bei den Hassbotschaften: Oft ist nicht klar, ob die Profile der Trolle tatsächlich echt sind - oder Fake-Accounts*. (dst) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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