Frauenschicksal im Islamisten-Terror

Liebe in Mali: Zur Strafe 95 Peitschenhiebe

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Salaka Djickes Geschichte steht für ein Frauenschicksal im islamistisch besetzen Mali.

Timbuktu - Gewaltherrschaft der Rebellen in Mali: Salaka Djicke traf sich mit einem Mann, ohne dass die beiden verheiratet waren. Dafür bestraften Islamisten sie brutal.

Eigentlich hatte sich der Mann, der bei Salaka Djicke anruft, nur verwählt. Doch weil seine Stimme so sympathisch war, kamen die beiden ins Gespräch – der Beginn einer Liebe, für die die junge Frau unter der Islamistenherrschaft in Mali hart bestraft wurde.

Der freie Umgang mit Männern war für die 24-Jährige vor dem Einfall der muslimischen Rebellen nichts Ungewohntes: Ihr Geld verdiente sie mit dem Verkauf von Brot und Fleischspießen. Dabei hatte sie mit Fremden, auch mit fremden Männern Kontakt. So reagierte Salaka auf die Entschuldigung des unbekannten Mannes am Telefon recht ungezwungen und die beiden plauderten. Wenige Tage später rief er wieder bei ihr an. Zwei Wochen lang telefonierten sie regelmäßig, bis der Mann zu einem Treffen bei ihr vorbeifuhr.

Aus den beiden wurde ein Liebespaar. Salakas neuer Freund kaufte ihr Geschenke und die beiden ließen sich gemeinsam fotografieren. Dass er älter als sie und bereits verheiratet war, sah Salaka nicht als Problem – Muslime dürfen in Timbuktu bis zu vier Frauen heiraten.

Frauen verloren ihre Freiheit

Nach dem Einmarsch der muslimischen Rebellen, die für das Wüstenvolk der Tuareg in Mali einen eigenen Staat fordern, wurde der jungen Frau mit einem Schlag ihre Freiheit genommen. Flugblätter der Islamisten informierten die Bevölkerung darüber, wie sich eine Frau zu kleiden habe und sich in der Gesellschaft bewegen dürfe: Bereits neunjährige Mädchen müssen einen Schleier tragen, eine Frau „in der Öffentlichkeit“ kann sich nicht an der eigenen Haustür mit ihrem Bruder unterhalten.

Salaka und ihr Freund trafen sich danach zunächst nur noch im Innenhof ihres Elternhauses. Schließlich besorgte der Mann sich den Schlüssel zum Haus seines Freundes, damit die beiden nur zu zweit Zeit verbringen konnten. Als er am 31. Dezember Salaka mit dem Motorroller zu einem nächtlichen Treffen abholte, überfiel eine Gruppe von vier muslimischen Extremisten das Paar. Ihr Freund konnte fliehen, Salaka wurde von den Männern der Religionspolizei überbracht.

Liebe mit der Peitsche bestraft

Inzwischen kann Salaka Djicke wieder lachen. Ihr Freund hat versprochen, sie zu heiraten - am Telefon.

Unter Berufung auf die Scharia, das islamische Recht, griffen die radikalislamischen Rebellen während ihrer Herrschaft hart durch. Auch Schwangere, die sich nicht an die religiösen Vorschriften hielten, wurden geprügelt, ein Ehepaar mit unehelichen Kindern wurde öffentlich gesteinigt. Sieben Tage vor dem militärischen Eingriff französischer Truppen in Mali wurde Salaka von dem Religionsgericht zu 95 Peitschenschlägen verurteilt. Dazu musste sie sich öffentlich, nur von einem Tuch bedeckt, in einen Kreisverkehr hinknien und wurde mit dem Tode bedroht, sollte sie sich je wieder mit einem Mann zeigen.

Nach ihrer Rückkehr nach Hause rief Salakas Geliebter aus der Hauptstadt Bamako bei ihr an. Da er bereits verheiratet war, wäre bei einer missglückten Flucht die Strafe für ihn noch härter ausgefallen. Per Telefon hat er sich überschwänglich bei der jungen Frau entschuldigt und versprochen, sie zu heiraten. Nach Timbuktu ist er jedoch noch nicht zurückgekehrt - aus Angst. Salaka kann sich dort nach der Übernahme der Stadt durch französische Soldaten inzwischen frei bewegen – und endlich wieder ihre bunten Kleider und Lippenstift tragen.

est

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