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Sensationsfund im Meer: Hobbytaucher entdeckt 900 Jahre altes Kreuzritter-Relikt

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Von: Patrick Huljina

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In Israel ist einem Hobbytaucher ein echter Sensationsfund gelungen. Auf dem Meeresgrund fand er ein 900 Jahre altes Schwert.

Haifa - Wer in seinem Urlaub gerne tauchen geht, entdeckt schonmal den ein oder anderen „Schatz“: schöne Muscheln, Steine, außergewöhnliche Tiere und Pflanzen. Einem Hobbytaucher in Israel ist nun ein Sensationsfund gelungen. Auf dem Meeresgrund südlich von Haifa machte der Mann ein 900 Jahre altes Relikt ausfindig: das Schwert eines Kreuzritters. Die Klinge ist einen Meter lang, der Griff 30 Zentimeter, teilte die Israelische Altertumsbehörde am Montag (18. Oktober) mit.

Sensationsfund im Meer: Hobbytaucher entdeckt 900 Jahre altes Kreuzritter-Relikt

„Das Schwert, das in perfektem Zustand erhalten ist, ist ein schöner und seltener Fund und gehörte offensichtlich einem Kreuzritter“, sagte Nir Distelfeld von der Altertumsbehörde laut einer Mitteilung. Diese kämpften während der Kreuzzüge ab dem Jahr 1095 bis ins späte 13. Jahrhundert in diesem Gebiet. Das Schwert „war bei seinem Fund mit Meeresorganismen verkrustet, ist aber offenbar aus Eisen“, erklärte Distelfeld weiter.

Das bestätigte auch Kobi Sharvit, Leiter der Abteilung für Meeresarchäologie der Altertumsbehörde. Es sei ein Eisenschwert und dementsprechend sehr schwer. „Das bedeutet, dass der Mann, der dieses Schwert hielt sehr stark war und damit kämpfte“, sagte Sharvit der BBC. „Ich versuche mir vorzustellen, wie er mit der ganzen Rüstung und dem Schwert auf dem Feld steht und damit kämpft. Es ist erstaunlich“, zeigte er sich beeindruckt.

Hobbytaucher Shlomi Katzin entdeckte vor Israels Küste ein 900 Jahre altes Kreuzritterschwert.
Hobbytaucher Shlomi Katzin entdeckte vor Israels Küste ein 900 Jahre altes Kreuzritterschwert. © Shlomi Katzin/Nir Disteleld/Israelische Altertumsbehörde/dpa

Sensationsfund im Meer: „Die Funde an dem Ort sind sehr flüchtig“

Der Küstenabschnitt, an dem das Schwert gefunden wurde, diente laut der Mitteilung mit seinen natürlichen Buchten antiken Schiffen als Zufluchtsort bei Stürmen. An größeren Buchten entstanden demnach historische Küstenstädte. Diese wiederum hätten Händler mit ihren Schiffen angezogen, die reiche archäologische Funde hinterließen, teilte die Behörde mit. Am Fundort des Schwertes gebe es Hinweise auf eine Nutzung als Ankerplatz bereits vor 4.000 Jahren.

Bereits seit Juni überwache die Altertumsbehörde den Ort, wo das Schwert entdeckt wurde. Doch „die Funde an dem Ort sind sehr flüchtig, weil sie erscheinen und verschwinden mit der Bewegung des Sands“, heißt es in der Mitteilung. Der Taucher habe das Schwert entdeckt und mitgenommen. Er sei in Sorge gewesen, es könne gestohlen oder erneut von Sand bedeckt werden. Anschließend habe er es der Behörde übergeben.

In Italien sorgte zuletzt ein spektakulärer Skelett-Fund für Aufsehen. Der betroffene Mann starb wohl bei dem antiken Vesuv-Ausbruch. (ph/dpa)

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