Trend-Wende?

Corona-Zahlen steigen: Italien verschärft und nennt Hauptgrund für Ausbreitung

Corona in der Vatikanstadt: Ein Mitglied der Schweizergarde des Vatikans trägt eine Schutzmaske im Hof von San Damaso vor der Generalaudienz von Papst Franziskus.
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Corona-Fälle im Umfeld von Papst Franziskus: Vier Mitglieder der Schweizer Garde wurden positiv auf das Coronavirus getestet.

Die Zahl der Corona-Infektionen in Italien steigt wieder. Aus diesem Grund verschärft unser Nachbarland die Regeln erneut.

Update vom 13. Oktober, 14:05 Uhr: In Italien gilt es aufgrund von steigenden Corona-Fallzahlen einen neuen Beschluss. Unter anderem sollen die Öffnungszeiten von Bars und Restaurants einschränkt werden. Demnach muss sämtliche Gastronomie um Mitternacht schließen und der Verkauf von Alkohol ist nur noch bis 21 Uhr gestattet, wie die Tagesschau berichtete.

Auch privat organisierte Veranstaltungen sind ab sofort nicht mehr erlaubt. Von privaten Feiern in der eigenen Wohnung mit mehr als sechs Gästen, die nicht der Hausgemeinschaft angehören, wird abgeraten. Allerdings handelt es sich hierbei nur um eine Empfehlung, keine gesetzliche Pflicht. Außerdem untersagt die Regierung ab sofort jegliche Schulausflüge und Freizeit-Mannschaftssport. Im Profisport sind nur noch maximal 1000 Leute erlaubt.

Der Auslöser der steigenden Corona-Fälle soll laut eigener Aussage von Gesundheitsminister Roberto Speranza im familiären Umfeld liegen.

Corona in Italien: Alarm im Vatikan - Leibwächter von Papst Franziskus infiziert - Rätsel um steigende Todesfälle

Update vom 12. Oktober, 19.29 Uhr: Mehrere Leibwächter von Papst Franziskus haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Vier Mitglieder der päpstlichen Schweizer Garde wurden am Wochenende positiv getestet, bestätigt Vatikan-Sprecher Matteo Bruni. Die Wachmänner befinden sich nun in Isolation, eine Überprüfung ihrer Kontaktpersonen steht noch aus. Im Umgang mit dem Papst sind seine Leibwächter während der Corona-Pandemie zu äußerster Vorsicht gemahnt.

Die Corona-Testungen über das Wochenende werfen aber auch in ganz Italien generelle Fragen auf. Zum einen ist der Blick auf die blanken Zahlen erfreulich - so sind die positiven Tests am Montag auf 4.619 gesunken, am Sonntag waren es noch 5.456 - doch gleichzeitig stieg die Zahl der Todesfälle von 26 auf 39.

Die Zeitung „La Stampa“ hat sich kritisch mit diesen Werten befasst und zweifelt an einer tatsächlichen Umkehr des Wachstumstrends. Am Wochenende sollen insgesamt fast 20.000 Tests weniger durchgeführt worden sein, wie noch am Freitag. Mindestens bis zum morgigen Dienstag bleibt also die Frage offen, ob die erfreuliche Momentaufnahme nur an der Menge der durchgeführten Abstriche festzumachen ist, oder tatsächlich eine ermutigende Nachricht ist. Die Zahl der Todesfälle lässt leider eher ersteres vermuten.

Corona in Italien: Zahlen steigen plötzlich enorm an - Immens verschärfte Maßnahmen drohen

Update vom 12. Oktober, 09.32 Uhr: In Italien könnte bereits Ende dieses Jahres mit den ersten Dosen eines Impfstoffes gegen Sars-CoV-2 gerechnet werden. Das berichten orf.at über sein Nachbarland unter Berufung auf Angaben des italienischen Außenministers Luigi Di Maio. „Anfang nächsten Jahres können wir mit der Impfkampagne beginnen“, wird Di Maio zitiert. Zu verdanken sei dies der Zusammenarbeit zwischen dem Forschungszentrum ReiThera in Castel Romano südlich von Rom mit der Universität von Oxford. Diese arbeite schon seit Monaten an einem Impfstoff.

Indes steht Italien vor weiteren Verschärfungen der Corona-Maßnahmen. Wie Gesundheitsminister Roberto Speranza am Sonntagabend in einem TV-Interview ankündigte, werde erwogen, private Feiern zu verbieten und die Öffnungszeiten von Restaurants und Bars erneut einzuschränken.

Corona in Italien: Höchste Fallzahlen seit Monaten - Maßnahmen dramatisch verschärft

Update vom 11. Oktober, 16:10 Uhr: In Italien klettern die Zahlen der Corona-Neuinfektionen seit Tagen in die Höhe: Am Freitag erst hatte das Land die Grenze von 5000 Infektionen an einem Tag überschritten. Am Samstag stieg die Zahl erneut. Mit 5724 neuen Corona-Fällen meldete das Land die höchste Zahl seit Monaten.

Die italienische Regierung bereitet verschärfte Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie vor. Seit Mittwoch gilt eine Maskenpflicht auch im Freien für Menschen aus unterschiedlichen Haushalten (siehe Erstmeldung).

Corona in Italien: Zahlen steigen auch in Südtirol - keine neuen Regelungen

Auch in der autonomen Region Südtirol steigen die Zahlen. 58 Neuinfektionen bei knapp über 500.000 Einwohnern zählten die Gesundheitsämter. Der Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverband, Manfred Pinzger, betonte gegenüber dem Südtiroler Nachrichtenportal Stol.it jedoch, dass die neuen Regelungen Italiens aktuell noch keine Anwendung in Südtirol finden.

„In Südtirol gelten nach wie vor die Bestimmungen des Landesgesetzes zur Eindämmung der Verbreitung des Virus SARS-CoV-2“. Es gebe bereits „klare Regelung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien und in geschlossenen Räumen“. Im Freien heißt das: Ein Mund-Nase-Schutz muss getragen werden, sobald der Abstand von einem Meter nicht mehr eingehalten werden kann, zum Beispiel in Fußgängerzonen, sowie zwischen 18 und 6 Uhr in den Außenbereichen von öffentlich zugänglichen Orten und Räumlichkeiten.

Corona in Italien: Zahl der Neuinfektionen überschreitet neuen Schwellenwert

Erstmeldung vom 10. Oktober: Rom/München - In großen Teilen Europas steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen rapide an. So auch in Italien. Am Freitag hat das Land die Schwelle von 5000 neuen Corona-Fällen innerhalb eines Tages übersprungen. Die Behörden in der Hauptstadt Rom zählten insgesamt 5.372 neue Ansteckungen. Zudem wurden 28 neue Covid-19-Todesfälle registriert. Besonders besorgt waren die Behörden in der lombardischen Hauptstadt Mailand, wo die Zahlen sprunghaft stiegen. Politiker appellierten dort an die junge Bevölkerung, sich an die geltenden Regeln zu halten.

Im Video: Ausstellung „Lockdown Italia“ in Rom erinnert an bisherigen Höhepunkt der Pandemie

Corona in Italien: Zahl der Neuinfektionen so hoch wie zuletzt im März

Seit einigen Tagen steigen die Zahlen in dem Land, das zu Beginn der Pandemie im Frühjahr Europas absoluter Corona-Hotspot war, wieder stärker an. Die Zahl der Neuinfektionen liegt so hoch wie zuletzt im März. Allerdings sei die Zahl der Tests* auf das Coronavirus* heute deutlich höher. Zudem müssen deutlich weniger Menschen intensivmedizinisch behandelt werden. Auf den Intensivstationen liegen derzeit rund 400 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung.

Bereits am Freitag mahnte der Regierungsberater und WHO-Vertreter Walter Ricciardi im Sender Sky TG24, dass die Zahl der täglichen Ansteckungen bis Dezember auf 16.000 Fälle steigen könnte. Zudem warnte er vor einem drohenden Mangel an Krankenhausbetten. „Wir stehen unter extremem Druck“, erklärte Ricciardi. Medienberichten vom Samstag zufolge bereitet die italienische Regierung eine erneute Verschärfung der Corona-Maßnahmen vor.

Corona in Italien: Regierung plant Verschärfung der Maßnahmen um Lockdown zu vermeiden

Seit Mittwoch gilt in Italien bereits eine Maskenpflicht im Freien, wenn sich Menschen treffen, die nicht zusammenwohnen. Bei einem Verstoß gegen die Regel drohen Strafen von 400 Euro bis zu 1000 Euro. In verschiedenen italienischen Zeitungen hieß es, Rom plane nun ein striktes Verbot von Gruppen im Freien vor Bars und Restaurants. Darüber hinaus solle die Teilnehmerzahl für private Feiern stark begrenzt werden. Damit wolle die italienische Regierung einen zweiten großen Lockdown vermeiden. Im März hatte die Regierung von Premier Guiseppe Conte die Wirtschaft und das Leben in Italien für viele Wochen stark eingeschränkt.

Die Zeitung Corriere della Sera schrieb, bisherige Regeln gegen abendliche Menschengruppen vor Lokalen seien in größeren Städten zunehmend missachtet worden. Daher erwäge die Regierung jetzt, das Stehen draußen vor Bars und Restaurants ganz zu verbieten. Dort würden Gäste dann nur noch an Tischen mit viel Abstand sitzen dürfen. Noch verhandelt das Kabinett intern über die Details möglicher Schutzmaßnahmen. Ein neues Dekret dürfte aber bis zum 15. Oktober fertig sein, berichtete die Zeitung. (ph/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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