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Italien: Spektakulärer Fund in Höhle! „Entdeckung, von der die ganze Welt sprechen wird“

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Guattari-Höhle
Ein Foto aus dem August 2020: Blick in die Guattari-Höhle am Circeo-Berg zwischen Rom und Neapel in Italien mit Markierungen von August 2020. Hier haben Wissenschaftler bei neuen Untersuchungen Überreste von weiteren neun Neandertalern gefunden. © -/Italienisches Kulturministerium/dpa

Ein Sensationsfund in einer Höhle sorgt für Faszination. Italiens Kulturminister nennt ihn „eine außergewöhnliche Entdeckung, von der die ganze Welt sprechen wird“.

Rom - Es sind uralte Schädelreste und Knochenteile von Höhlenmenschen, die die Forscher in Italien faszinieren: In der Guattari-Höhle am Circeo-Berg zwischen Rom und Neapel haben Wissenschaftler bei neuen Untersuchungen Überreste von weiteren neun Neandertalern gefunden. Das berichtete am Samstag (10.5.) das italienische Kulturministerium.

Bereits seit Ende der 1930er Jahre war die Küstenregion als wichtige Fundstätte für Spuren der engsten Verwandten der heute lebenden Menschen bekannt. Die Zahl der Neandertaler aus der Guattari-Höhle habe sich damit durch die Suche seit 2019 auf inzwischen elf erhöht, hieß es. In der Ausgrabungsstätte waren zuvor bereits die Überreste von zwei anderen Neandertalern gefunden worden. 

Spektakuläre Neandertaler-Funde
Funde aus dem Jahr 2020, das Foto wird auf den 4.8.2020 datiert. Von oben nach unten: Frontalansicht eines weiblichen Schädels, Aufsicht auf einen weiblichen Schädel, Mittelhandknochen eines Daumens der rechten Hand, Schaft des rechten Oberschenkelknochens, vermutlich eines männlichen Erwachsenen, Frontalansicht eines Schädels eines mutmaßlich männlichen Erwachsenen, Aufsicht auf einen Kiefer mit Kinn, Vorderseite mit Kinn, Geschlecht nicht identifiziert. Wissenschaftler haben bei neuen Untersuchungen Überreste von weiteren neun Neandertalern gefunden. © -/Italienisches Kulturministerium/dpa

Italien: „Außergewöhnliche Entdeckung, von der die ganze Welt sprechen wird“

„Es ist eine außergewöhnliche Entdeckung, von der die ganze Welt sprechen wird“, freute sich Italiens Kulturminister, Dario Franceschini. Acht der Urmenschen dürften etwa zwischen 50.000 und 68.000 Jahre alt sein, eine der Personen könnte sogar vor 100.000 Jahren als Jäger und Sammler durch die Küstenregion im heutigen Latium gestreift sein.

An den neuen Studien waren den Angaben nach Archäologen, Anthropologen und andere Forscher der Provinzen Frosinone und Latina sowie von der Universität Rom Tor Vergata beteiligt. Sie drangen in bislang unbekannte Zonen der Höhle vor und untersuchten umliegende Außenbereiche. Sie analysierten etwa mit Genanalysen Überreste von urzeitlichen Tieren und Pollen. Mit ihren Studien versuchen die Experten zu verstehen, wie die Neandertaler lebten und warum sie vor rund 40 000 Jahren ausgestorben sind.

„Die Entdeckung von Holzkohle und verbrannten Tierknochen bestätigt tatsächlich die Hypothese des Vorhandenseins eines richtigen Herdes“, hieß es in der offiziellen Mitteilung. Durch die Entdeckung von Tierknochen, etwa von Elefanten, Höhlenbären, Wildpferden und Auerochsen, könnten die Fachleute die Umwelt und das damalige Klima allmählich rekonstruieren.

Ausgrabungsleiter Francesco Di Mario erklärt, die jüngste Entdeckung deute auf eine recht große Neandertaler-Population in der Region hin. Nach Einschätzung des Anthropologen Mario Rubini können dadurch wichtige Rückschlüsse auf die Besiedlung Italiens gezogen werden.

Italien: Aktuelle Forschungen in Guattari-Höhle laufen seit Oktober 2019

Die jüngsten Forschungen in der Guattari-Höhle laufen seit Oktober 2019. Die archäologische Stätte war 1939 durch Zufall bei Bauarbeiten entdeckt worden. Der Paläontologe Alberto Carlo Blanc stieß kurz darauf auf einen gut erhaltenen Neandertaler-Schädel in der Höhle. Zuletzt wurden dort auch tausende Tierknochen gefunden, viele davon stammen von Hyänen und ihrer Beute. 

Neandertaler sind die engsten Verwandten der heute lebenden Menschen. Sie besiedelten einst Europa, den Nahen Osten, Zentralasien und das westliche Sibirien. Der Name stammt von Überresten ab, die im Neandertal bei Mettmann in NRW entdeckt worden waren. Auch in Ägypten beeindruckte eine spektakuläre Entdeckung unlängst die Fachwelt. (dpa/AFP)

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