Japan diskutiert über Haare

Frisur verboten - weil sie zu Unfällen führt? Eine Begründung zum Haareraufen

Das hat die Welt doch noch nicht gesehen. Einige Schulen verbieten eine ganz bestimmte Haarfrisur. Die Begründung dafür ist kurios.

Tokio - In Japan wird gerade heftig diskutiert. Diskutiert über - aufgepasst: Haare oder besser Haarfrisuren! Auslöser der hitzig geführten Debatten sind die sogenannten „Two Block“-Frisuren.

Die Haare werden hier in der Regel hinten und an der Seite kurz, oben auf Kopf dagegen lang getragen. Also in zwei Blöcken („Two Blocks“). Ganz nach dem Vorbild der koreanischen K-Pop-Stars, die diese Frisur salonfähig gemacht haben. Unmut regt sich jetzt aber bei den Erziehungsbehörden. Die können mit dem Kopfschmuck nämlich so gar nichts anfangen und haben diesen in einigen Schulen in Tokio jetzt verboten. Die Begründung? Zum Haareraufen.

Japan verbietet Haarfrisur in Schulen in Tokio - ganzes Land diskutiert über Haare

Die japanische Tageszeitung Mainichi Shimbun hat über den Fall berichtet, der mittlerweile sogar die Politik erreicht hat. Ein Vertreter der Kommunistischen Partei im Stadtparlament wollte von der Erziehungsbehörde wissen, wieso manche Schulen den Haarschnitt nicht erlauben. Die Antwort ist mehr als fadenscheinig: weil die "Two Block"-Frisuren zu Unfällen führen könnten. Tatsächlich, kein Witz!

Yuichi Ikegawa ist der angesprochene Vertreter der Kommunistischen Partei im Stadtparlament der Olympiastadt von 2021*. Und dieser will sich mit dieser Begründung nicht zufriedengeben. Auf Twitter hat er am 13. Juli ein Video gepostet, das zeigt, wie er Yuji Fujita von der Erziehungsbehörde in die Mangel nimmt. Schon über sechs Millionen Mal wurde der Clip angeschaut, über 60.000 Mal retweetet und fast 2.500 Mal darauf geantwortet. Ikegawa spricht Fujita im Video noch einmal explizit darauf an, warum die Frisuren verboten seien. Mehr als "sie führen zu Unfällen" und "durch das Verbot sollen Mitschüler geschützt werden" ist aber nicht aus dem Mann der Erziehungsbehörde herauszubekommen. Auch in der Bevölkerung selbst wird fleißig diskutiert. Neben "Two-Block"-Verbotsgegnern gibt es genauso Befürworter des haarigen Schulbanns.

Haarfrisur in Schulen in Tokio verboten - Begründung dafür ist zum Haare raufen

Japaner sind beim Thema Haare insgesamt sehr pingelig. In manchen Schulen der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt ist es Schülerinnen und Schülern verboten, die Haare zu färben. Wer von Natur aus nicht schwarze, sondern hellere Haare hat, muss nachweisen, dass das seine natürliche Haarfarbe ist, wie japanische Medien berichteten. Mit dem Verbot soll aufmüpfiges Verhalten der Kinder unterbunden werden. Denn genau das wird hinter dem Färben der Haare vermutet.

Auch im aktuellen „Two Block“-Haar-Fall dürfte eine solche Begründung ausschlaggebend sein - auch wenn sie so nicht öffentlich geäußert wird. Normabweichendes, rebellisches Verhalten ist bei den Behörden in Japan nicht gerne gesehen. Nichtsdestotrotz erfreuen sich die „Two Block"-Frisuren größter Beliebtheit. Verbot hin oder her.

Dass Haare Leute machen, hat zuletzt erst ein Promi beim Deutschland-Urlaub - nicht Japan-Urlaub - bewiesen. Der Schlager-Star war kaum mehr wiederzuerkennen. In England hat dagegen eine Hundebesitzerin ihrem Tier etwas Gutes tun wollen. Geklappt hat das aber erst im zweiten Anlauf, denn was vorher per Post kam, sorgte für viele Lacher im Netz.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/picture allianz

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