Kernschmelze: Regierung widerspricht sich selbst

Tokio - Wie ehrlich informiert die japanische Regierung die Welt über die Atom-Krise? Ein Regierungssprecher hat seine eigenen Aussagen über eine Kernschmelze im AKW Fukushima Eins zurückgenommen.

Yukio Edano sagte, es habe im Reaktor 3 am Sonntag keine Kernschmelze stattgefunden. Radioaktive Strahlungswerte im Kraftwerk überschritten am Sonntag die zugelassenen Werte, doch Edano versicherte, es bestehe keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung.

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Edano widersprach damit eigenen Angaben, wonach eine “geringe Kernschmelze“ nicht auszuschließen sei. Nach dem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem anschließenden Tsunami berichteten verschiedene Quellen am Wochenende über Kernschmelzen in zwei Reaktoren des Atomkomplexes, ausgelöst von defekten Kühlsystemen.

Deutsche Kerntechniker in Japan reisen bald aus

Die deutschen Kerntechniker, die sich während des Erdbebens im Gebiet rund um das japanische Atomkraftwerk Fukushima aufgehalten haben, sollen bald nach Hause kommen. Wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Sonntag mitteilte, befinden sich die Fachleute bereits am Flughafen in der Hauptstadt Tokio und reisen vermutlich noch am Abend aus. Die deutsche Botschaft sei dabei behilflich.

Über den Grund des Aufenthaltes konnte die AA-Sprecherin keine Angaben machen. Der Sprecher des französischen Atomkonzerns Areva, Mathias Schuch, hatte der “Bild am Sonntag“ gesagt, die Techniker hätten in dem Reaktorblock 4, der schon vor dem Beben abgeschaltet worden war, an Wartungsarbeiten mitgewirkt. “Sie haben das Kraftwerk nach dem Beben sofort verlassen und sind ins Landesinnere geflohen. Alle zehn sind gesund und wohlauf.“

dpa

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