Nachfrage zu Impfstoff-Lieferungen

Spahn platzt bei PK der Kragen: Gesundheitsminister geht Journalisten an - „Ich verstehe es nicht“

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.
+
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.

Auf der Corona-PK mit RKI-Chef Lothar Wieler platze Jens Spahn der Kragen. Eine Frage zu Impfstoff-Lieferungen sorgte für deutliche Worte vom Gesundheitsminister.

Berlin - Bei der Corona-PK von Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler gab es sowohl gute als auch schlechte Nachrichten. Die Gute: Den zweiten Tag in Folge gab es einen neuen Impf-Rekord. 719.000 Dosen wurden am Donnerstag verimpft. Damit stieg die Impf-Quote in nur zwei Tagen von 13 auf 14,7 Prozent. Die schlechte Nachricht: Nachdem die Corona-Zahlen über Ostern gesunken waren, zeichnet sich nun wieder ein deutlicher Anstieg an. Die niedrigen Zahlen waren wohl auf die Feiertage zurückzuführen.

Corona in Deutschland: Dritte Welle nimmt weiter an Fahrt auf - Spahn warnt

Spahn mahnte deswegen zu Vorsicht und zeigte sich wegen der Situation in den Krankenhäusern alarmiert. „Wir befinden uns in der dritten Welle“, erklärte auch RKI-Chef Lothar Wieler und warnte erneut vor der britischen Mutation. „Wir können diese Welle nicht mehr verhindern, aber wir können sie abflachen“, sagte der RKI-Chef.

Auch er erklärte, dass die Zahlen wegen Ostern nicht verlässlich seien, verwies dann aber zum Beispiel auf die höhere Belastung in den Krankenhäusern: „Das heißt aber nicht, dass wir nicht wissen, wo wir stehen, im Gegenteil. Wir wissen sehr gut, was passiert und beobachten seit Langem viele Faktoren.“

Corona in Deutschland: Nachfrage zu Impfstoff-Lieferungen macht Spahn wütend

Bei der Nachfrage, warum geplante Lieferungen von Biontech an die Arztpraxen plötzlich durch Astrazeneca ersetzt werden sollen und Biontech angeblich an die Impfzentren abgezweigt werde, platze Spahn dann der Kragen. „Ich habe vor einer Woche hier gesagt, dass ab Mitte April Astrazeneca in die Arztpraxen geht“, sagte er ärgerlich und beschwerte sich, dass die Info „doch plötzlich wieder neu“ sei.

„Ich verstehe die ganze Aufregung nicht“, sagte Spahn weiterhin erbost. Es gebe keine „Weniger-Lieferung ab Mitte April“, sondern es sei nur ein anderer Impfstoff. „Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es zu Veränderungen kommen kann, was die Lieferungen in den kommenden Wochen betrifft. Wir brauchen doch nicht jedes Mal einen Tickereintrag, wenn 5000 Dosen am Ende der Woche geliefert werden, anstatt Anfang der Woche.“

Es sei nicht so, dass der Gesundheitsminister bestimme, wie viel Dosen ausgeliefert werden. Das sei auch von der Produktion abhängig, erklärte Spahn. Die angegeben Liefermengen seien nur Prognosen und nicht feste Daten, die könnten natürlich abweichen. Er versicherte, dass die Impfstoff-Produzenten an 365 Tagen im Jahr arbeiten und liefern würden, was möglich sei. (md)

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare