„Ein Lagerfeld-Gedächtnis-Café?“

Mit Jogginghose ins Lokal? Wirt führt neue Regelung ein und erhitzt damit die Gemüter

Eine junge Frau in Jogginghose steht in Berlin auf einer Rolltreppe.
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Okay fürs Lokal – oder nicht? An Jogginghosen scheiden sich die Geister.

Wie sieht ein angemessenes Outfit fürs auswärts Essen oder Trinken aus? Die Frage ist immer gut für einen Streit.

Mülheim an der Ruhr - Die Jogginghose kennt nur Fans und Hater. Seit Corona kennt sie vielleicht ein paar mehr Fans, Stichwort Home Office. Das Bonmot des verstorbenen Modeschöpfers Karl-Lagerfeld kennen aber auch viele: Wer das bequeme Beinkleid trägt, müsse die „Kontrolle“ über sein Leben verloren haben.

Jedenfalls will ein Café-Besitzer in NRW die Jogginghose nicht in seinem Lokal sehen, und nun fetzen sich die Fans und Hater auf Facebook. Das „Leonardo“ in Mülheim an der Ruhr wies diese Woche auf eine „Herzensangelegenheit“ hin. Hier der Post:

NRW-Café gegen Jogginghosen: „Sein Laden, seine Entscheidung“

Das eine Lager begrüßt die neue Regel voll und ganz: „Absolut genial! Alle Daumen hoch! Sitze gerade hier und feiere den Hausherrn ab! Sein Laden, seine Entscheidung!“, schreibt ein User. Verständnis kommt auch aus der Gastro-Branche selbst: „Jogginghose wäre ja noch nice. Unsere Kunden kommen teilweise nur in Badehose und Bikini ins Café“, klagt eine Userin, die offenbar auch ein Lokal betreibt. „Karl Lagerfeld wäre stolz auf das Café“, ist sich ein Facebook-Nutzer sicher.

Die Jogginghosen-Liebhaber sehen das ganz anders. „Ist das irgendwie ein Karl-Lagerfeld-Gedächtnis-Café?“, schimpft einer. „Danke, dann weiß ich schon mal, wo ich nicht hin muss. Oberflächlichkeit stinkt“, droht ein anderer. „Mir sind aufrichtige, ‚gute‘ Menschen in Jogginghose sehr viel lieber, als das Gegenteil in Anzug und Krawatte“, argumentiert ein weiterer Nutzer. Und schließlich nimmt ein Kunde das Lokal beim Wort: „Aber in der Beschreibung (Anm.: auf der Webseite) steht: ‚Café Leonardo‘... Dein zweites Wohnzimmer‘.“ 

Wirt verbittet sich Sweatpants: „Sind kein Ausflugslokal für Jogger“

Das „Leonardo“ liegt prominent in der Mülheimer Fußgängerzone. „Wir sind kein Ausflugslokal an der Ruhr, wo Jogger und Spaziergänger einkehren, wir sind ein Stadtcafé“, sagte der Inhaber laut 24hamburg.de*. Man wolle den Gästen eine „saubere Atmosphäre“ bieten. Es gebe auch viel Zuspruch für seine neue Regel. Trotz Kritik werde er an dem Jogginghosen-Verbot festhalten. 

Leggings sind in dem Lokal erlaubt. Das Beinkleid war in der Pandemie ebenfalls sehr gefragt. Ein fieser Lagerfeld-Spruch in dieser Hinsicht ist bislang nicht bekannt. Eine Facebook-Nutzerin stellte in dem Jogginghosen-Streit aber einfach mal in den Raum: „Leggings sehen oft viel schlimmer aus.“ (frs) *tz.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN-MEDIA

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