Zum Spott-Preis

Marihuana-Mekka steht zum Verkauf: Für nur wenige Millionen ist komplettes Aussteiger-Dorf zu haben

Marihuana (Symbolbild).
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Marihuana (Symbolbild).

In deutschen Großstädten werden die Augen beim Blick auf Immobilienpreise schon groß - bei diesem Inserat aus dem USA wird es hingegen sehr kurios.

München - Wer in der letzten Zeit nach Wohnungen oder Häusern Ausschau gehalten hat, der hat sicherlich auch mal aufs Konto geguckt, was überhaupt möglich ist. Selbst während der Corona-Pandemie haben sich Preise in deutschen Großstädten auf hohem Niveau gehalten. Hartnäckig kursieren Witze durchs Internet, bei denen Besenkammern und Müllhalden mit „800 Euro kalt in München“ betitelt werden.

In den USA sorgt nun ein ganz anderes Inserat für Aufsehen. Dort wird nicht nur eine Wohnung, ein Tiefgaragenstellplatz oder ein Haus verkauft - nein, dort steht gleich ein ganzes Dorf zum Verkauf. Für 2,75 Millionen Dollar. Eine beachtliche Summe, doch warum wird gleich eine ganzes Dorf verkauft?

USA: Kalifornisches Dorf zu verkaufen - mitten in der Wüste

Es handelt sich dabei um Nipton in Kalifornien. Das 0,3 Quadratkilometer große Land (etwa 30 Fußballplätze groß) in der Mojave Wüste beleben aktuell 25 Einwohner. Die nächst größere Stadt mit einem Supermarkt ist eine Autostunde entfernt. Es ist Las Vegas in Nevada.

Dort gibt es ein altes Schul-Gebäude, einen Wohnwagen-Park und Kunst-Objekte. Das Hotel California und die Nipton Trading Post sind seit der Pandemie geschlossen. Es soll laut den Einwohnern auch einen Geist geben, wie der Wall Street Journal berichtet. Dieser ist mit einem Mantel und einem Cowboy-Hut bekleidet. Probleme mit der Kriminalität haben sie in Nipton nicht, dort werden Angelegenheiten mit einem „Grillfest geklärt“, sagt der inoffizielle Sheriff der Stadt.

Roxanne Lang, die Besitzerin, versuch schon eine ganze Weile ihr Dorf loszuwerden, erfolglos. Seit 1985 ist das Dorf ihr Leben. Eigentlich wollte sie dort nie lange bleiben. Ihr Mann überzeugte sie, sie zogen einen Sohn dort groß. Doch ihr Mann starb 2016. 2017 wollte die Firma American Green den Ort zu einem „Marihuana-Mekka“ machen und kaufte den Ort für 5 Millionen Dollar, ein Teil finanzierte Roxanne Lang.

Nach anfänglichen Events blieben die Zahlungen aus. Der Chef von American Green sah viele „unerwartete Komplikationen“. Das Dorf ging nach dem Versuch wieder in Besitz von Lang über. Nun versucht sie weiterhin den Ort zu verticken.

Nipton: An wen verkauft Eigentümerin Roxanne Lang das Land?

Eine Gruppe von Verschwörungstheoretikern bot sich laut Wall Street Journal an, Nipton zu kaufen. Es sei ein guter Ort, um sich vor zu verstecken, wenn der „neunte Planet“ mit seiner Gravitation Chaos anrichtet.

Aktuell schwankt Roxanne Lang zwischen zwei seriöseren Angeboten, weiß aber auch noch nicht, wie ernst diese wirklich seien. Man darf gespannt sein, wann oder ob überhaupt verkauft wird. Die Bewohner erhoffen sich von einem neuen Besitzer einen Aufschwung, wie sie einer ntv-Reporterin erzählen. (ank)

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