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Kampf um Bergbau-Gigant Rio Tinto

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Rio Tinto-Anlage in Perth
Rio Tinto-Anlage in Perth © dpa

London - Im milliardenschweren Kampf um den Rohstoffkonzern Rio Tinto hat der australisch-britische Konkurrent BHP Billiton sein Angebot erhöht. Die Offerte belaufe sich jetzt auf 147,4 Milliarden Dollar (100,6 Mrd Euro), teilte BHP mit.

Für jede Rio-Aktie würden 3,4 eigene Papiere gegeben. Bisher hatte das Angebot bei 3 Aktien gelegen. Sollte es zu der Übernahme kommen, wäre es die größte im Bergbausektor und die zweitgrößte, die es überhaupt jemals gegeben hat. Bei der bisher teuersten Übernahme schluckte der Telekommunikationskonzern Vodafone Mannesmann im Jahr 1999. Mit dem Zusammenschluss von Rio Tinto mit BHP entstünde der weltgrößte Rohstoffkonzern mit einem geschätzten Wert von 350 Milliarden Dollar.

Rio Tinto teilte am Mittwoch mit, die Offerte werde gründlich geprüft. Bisher hatte das Unternehmen das Angebot abgelehnt. An dem britisch-australischen Unternehmen sind auch der chinesische Konzern Chinalco und das US-Unternehmen Alcoa interessiert. Die beiden Unternehmen sind bereits mit zusammen zwölf Prozent bei Rio Tinto eingestiegen. China soll besorgt sein, dass BHP und Rio Tinto zusammen ein Monopol auf dem Eisenerzmarkt hätten, von dem China als größter Stahlproduzent massiv abhängig ist.

Das neue Übernahmeangebot bewerte Rio Tinto basierend auf dem Schlusskurs vom 4. Februar, teilte BHP mit. Das Unternehmen setzte eine Mindestannahmequote von 50 Prozent fest. Die Übernahme muss zudem von den Wettbewerbsbehörden in Australien, den USA und Europa genehmigt werden. Die Übernahme würde 3,7 Milliarden Dollar Synergieeffekte pro Jahr bringen, sagte BHP-Chef Marius Kloppers.

Im ersten Halbjahr verzeichnete BHP unter dem Strich einen Gewinn von 6 Milliarden Euro, ein Minus von 2,4 Prozent im Vorjahresvergleich. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 6,4 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Unter Einbeziehung der Abschreibungen (EBIT) erhöhte sich das Ergebnis um 5,4 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg um 15,5 Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar. Die Dividende soll kräftig um 45 Prozent auf 0,29 Dollar je Aktie steigen.

Quelle: DPA

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