Bürgermeister lässt abstimmen

Stadt wechselt ihren Namen - der alte hatte ein tödliches Image

Die Flagge Kanadas
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In Kanada hatte eine Stadt etwas gegen ihren Namen.

Für eine kanadische Stadt war der eigene Name zunächst ein Segen, entwickelte sich dann aber zum Fluch. Die Einwohner wehrten sich und änderten etwas.

  • In Kanada trug eine Stadt einen etwas belasteten Namen.
  • Das wollten die Bürger nicht hinnehmen.
  • Sie initiierten einen Namenswechsel - mit Erfolg.

Kanada – Eine lateinische Redensart lautet „nomen est omen“. Auf Deutsch heißt das „Der Name ist ein Vorzeichen“. Das dachten sich ganz offensichtlich auch die Bewohner einer Stadt in Kanada.

Diese befindet sich in der Provinz Quebec und trägt den Namen Asbestos. Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt heißt das: Asbest. Und diese Bezeichnung kommt nicht von ungefähr. Denn über viele Jahrzehnte war die Stadt eines der wichtigsten Fördergebiete Kanadas für – Sie werden es schon ahnen – Asbest.

Die mineralische Naturfaser erfreute sich lange großer Beliebtheit und wurde als Dämmstoff genutzt. Später fand man heraus, dass Asbest auch hochgradig krebserregend wirken kann. Es folgten weltweit Verbote, es weiterhin zu verarbeiten - die letzte Mine zum Abbau der gefährlichen Substanz schloss 2012.

Stadt Asbestos in Kanada: Bürgermeister lässt über Namenswechsel abstimmen

Während Asbest vielerorts beim Hausbau aus den Dämmmaterialien verschwand, musste die 7.000-Einwohner-Stadt in Kanada, wo kürzlich ein 6-Jähriger eine spektakuläre Fahrradtour unternahm, weiter mit ihrem Namen Asbestos leben. Trotz des in Misskredit geratenen Images ihres Namensgebers. Ein Zustand, mit dem sich die Bewohner allerdings nicht dauerhaft abfinden wollten. Deshalb begehrte die Bevölkerung der Kleinstadt auf und schlug eine Namensänderung vor.

Dieses Vorhaben unterstützte auch Bürgermeister Hugues Grimard. Er ließ die Menschen abstimmen, alle Bürger ab 14 Jahren durften sich an der Wahl beteiligen.

Laut Angaben der Stadt setzten sich die Befürworter einer Umbenennung durch: 51,5 Prozent der 2.796 Stimmberechtigten votierten für den Namenswechsel. Die im französischsprachigen Teil Kanadas liegende Ortschaft heißt von nun an „Val-des-Sources“ (deutsch: Tal der Quellen).

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Stadt in Kanada hofft nach Namenswechsel auf wirtschaftlichen Aufschwung

Von dem unbelasteten Stadtnamen erhoffen sich Einwohner und Politiker vor allem wirtschaftliche Vorteile. Investoren und Unternehmen hatten sich in den vergangenen Jahren reihenweise von Projekten vor Ort abschrecken lassen. Sie fürchteten wegen des Namens der Stadt um den eigenen Ruf.

Das sollte im „Tal der Quellen“ künftig nicht mehr passieren. Ab sofort können in „Val-des-Sources“ die Investitionen wieder fließen. (kh)

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