„Bevor spekuliert wird“

Karl Lauterbach: Plötzliche OP, Termine abgesagt! Experte muss vorübergehend kürzertreten

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach muss sich vorübergehend zurückziehen. Grund ist eine kurzfristige Operation, wie der 58-Jährige erklärt.

Berlin - SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist in der Corona-Krise omnipräsent. Nicht nur über Talkshow-Auftritte und News-Medien gibt er seine Einschätzungen ab. Sondern insbesondere über Twitter. Dort meldete sich der 58-Jährige am Freitag (23.4.) nun in eigener Sache zu Wort. Und erklärt, warum er sich für einige Tage rar machen muss.

Karl Lauterbach (SPD): Corona-Experte muss nach OP kürzer treten

„In eigener Sache: ich habe in den letzten Tagen nicht getwittert und auch Medientermine abgesagt“, schreibt er. „Bevor spekuliert wird: Musste mich kurzfristig einer Augen-Operation unterziehen. Hoffe auf baldige Genesung. Werde 1 Woche kürzer treten. Trotzdem verfolge ich alles.“ Komplettes Stillschweigen ist allerdings nicht zu erwarten: „Werde gelegentlich auf Twitter weiter kommentieren und hoffe, in gut einer Woche wieder fit zu sein.“

Karl Lauterbach (SPD): Corona-Experte äußert sich zu #allesdichtmachen

Ein Thema beschäftigte Karl Lauterbach aber so sehr, dass er sich am Freitag trotz alledem äußerte: der Wirbel um #allesdichtmachen. Mehr als 50 Schauspielerinnen und Schauspieler hatten online satirische Videos veröffentlicht, um die Regierungsmaßnahmen gegen die Corona-Krise zu kritisieren. Die Aktion ging nach Ansicht vieler nach hinten los - einige Beteiligte haben ihre Videos schon wieder zurückgezogen. Andere wie Armin Laschet (CDU) fanden eine Auseinandersetzung legitim.

Und wie sieht Lauterbach das Thema? „Mich haben Aussagen von #allesdichtmachen nicht überzeugt“, schreibt er. „Trotzdem müssen wir alle mit Anschuldigungen und Beleidigungen abrüsten. Die Schauspieler machen auf ihre Probleme aufmerksam. Sie haben ein Anliegen, wie wir Wissenschaftler und Politiker auch. Toleranz muss sein.“

Karl Lauterbach musste sich einer Augen-OP unterziehen.

Karl Lauterbach (SPD): Corona-Experte ruft zum Durchhalten auf

Lauterbach ermutigt die Menschen zum Durchhalten. „Es sind jetzt nur noch wenige Wochen, bis Impfeffekt die 3. Welle bricht. Das schaffen wir auch noch, aber nur gemeinsam. Ziel ist ist jetzt: Impfen, so schnell wie geht, und wenige Infektionen für die noch Ungeimpften. Das könnten bald besonders viele Schüler und Eltern sein. Außerdem riskieren wir kurz vor Impfung noch viele Tote bei der Gruppe der Risikoträger ohne Impfung und Mutationen, die den Impferfolg gefährden. Das will keiner. #allesdichtmachen-Künstler auch nicht. Daher: Jetzt kein Hass. Davon haben wir genug. Ich weiß, wovon ich rede.“ Lauterbach sieht sich für seine deutlichen Worte immer wieder Anfeindungen ausgesetzt.

Der SPD-Gesundheitsexperte verteidigt die „Bundes-Notbremse“ (welche Regeln in München gelten, lesen Sie hier). Er meint: „Die Maßnahmen, die wir jetzt beschlossen haben, werden zusammen mit dem Impferfolg die Lage bald deutlich verbessern. Weniger hätten wir nicht beschließen dürfen. Dafür brauchen wir das Vertrauen und die Geduld der Bürger. Häme, Spott und Besserwisserei helfen nicht weiter.“ Die aktuellen Corona-Entwicklungen in München und Bayern können Sie hier verfolgen. Und mit den aktuellen Zahlen versorgen wir Sie mit zwei Daten-Projekten - einem zum Impffortschritt, einem zu den Infektionen. (lin)

Rubriklistenbild: © Frederic Kern via www.imago-imag

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