Warnung vor Gleichmacherei

Katholiken gegen neues evangelisches Familienbild

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Illustration zur Homo-Ehe. Die  Evangelische Kirche rückt von der traditionellen Ehe als der alleinigen Norm ab und ruft zur Unterstützung auch anderer Lebensformen wie etwa Homosexualität auf

München- Die evangelische Kirche ändert ihr Familienbild und nimmt neben der traditionellen Ehe auch Homosexuelle oder Patchwork-Familien in den Blick. Dafür erntet sie Kritik von den Katholiken, die vor einer Gleichmacherei warnen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) richtet sich familienpolitisch neu aus und stößt damit auf Kritik von katholischer Seite. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, warnte am Donnerstag davor, Ehe und Familie mit anderen Lebensformen gleichzustellen. Das neue EKD-Papier erwecke den Eindruck „Alles ist möglich, und alles ist irgendwie gleichwertig“.

In ihrem Papier rückt die Evangelische Kirche von der traditionellen Ehe als der alleinigen Norm ab und ruft zur Unterstützung auch anderer Lebensformen wie etwa Homosexualität auf. Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider hatte die neue Orientierungshilfe am Mittwoch in Berlin veröffentlicht. „Angesichts des tiefgreifenden sozialen und kulturellen Wandels ist auch die Kirche aufgefordert, Familie neu zu denken und die neue Vielfalt von privaten Lebensformen unvoreingenommen anzuerkennen und zu unterstützen“, heißt es in dem Text mit dem Titel „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit - Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“.

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Der ehemalige CSU-Vordenker Glück betonte: „Wenn die Positionen der Kommission die offizielle Leitlinie der Evangelischen Kirche werden, erschwert dies die Zusammenarbeit bei den anstehenden familienpolitischen Aufgaben und Entscheidungen sehr. Die dringlichste Aufgabe ist gegenwärtig, Artikel 6 des Grundgesetzes, den besonderen Schutz von Ehe und Familie, (...) kreativ und entschieden mit neuem Inhalt zu füllen.“ Das ZdK ist das oberste Gremium der Laien in der Katholischen Kirche .

„Die Evangelische Kirche würdigt die Ehe als besondere Stütze und Hilfe, die sich auf Verlässlichkeit, wechselseitige Anerkennung und Liebe gründet“, heißt es in dem EKD-Papier. „Gleichzeitig ist sie gehalten, andere an Gerechtigkeit orientierte Familienkonstellationen sowie das fürsorgliche Miteinander von Familien und Partnerschaften - selbst in ihrem Scheitern - zu stärken, aufzufangen und in den kirchlichen Segen einzuschließen.“

dpa

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