Andere fühlen mit erniedrigter Kundin

Kaufland: Tränen-Eklat um Kundin! Firma reagiert bestürzt - „Das tut beim Lesen weh“

Ein Zwischenfall an einer Kaufland-Kasse sorgte bei einer Kundin aus Bremen für Tränen. Das Unternehmen reagiert.

Bremen - Die Beschwerde einer Kaufland-Kundin über Twitter schlägt Wellen. So sehr, dass die Supermarkt-Kette schreibt: „Das tut beim Lesen im Herz weh“ und die Frau drücken möchte.

Was war passiert? Das schildert die Bremerin mit einem Foto. „Wem kommt das Aufrunden eigentlich zugute?“, fragt sie. Sie meint die Aktion bei Supermärkten, wonach Kund:innen an der Kasse auf den nächsten Zehn-Cent-Betrag aufrunden können und die Differenz für wohltätige Zwecke gespendet wird.

Kaufland-Kundin aus Bremen muss Jagdwurst wegen 2 Cent dalassen

Sie selbst hätte nämlich im Kaufland zwei Cent an der Kasse gut gebrauchen können. „Ich hatte zwei Cent zu wenig und hab meine Jagdwurst für 99 Cent wieder zurückgeben müssen.“ Sie fragt im Hinblick auf die gespendeten Cent: „Was machen Sie damit? Ich dachte, das Geld kommt Bedürftigen zugute?“ Und dann schickt sie noch eine Spitze im Hinblick auf die aktuelle, umstrittene Kaufland-Werbefigur nach: „Bekommt das jetzt euer König Knossi?“ Ihr Fazit: „Danke für Nichts.“

Dass der Vorfall so passiert ist, ist zwar nicht bestätigt, es gibt aber auch keinerlei Anlass für Zweifel. Wegen zwei Cent musste sich die Kundin an der Kasse erniedrigt fühlen. Und sie ist offenbar bedürftig - in einem weiteren Foto zeigt sie, wie sie beim „Haltestelle-Müll-Wühlen“ zwei Pfand-Dosen für 50 Cent gefunden hat. „Die wird der Kaufland aber nicht bekommen. Sondern belohne mich bei Penny mit einem leckeren Brötchen. Und lass damit meine Tränen weichen.“

Den Pfand-Fund nach dem Kaufland-Besuch wollte die Kundin zu Penny tragen - nicht zu Kaufland.

Kaufland meldet sich umgehend zu Wort: „Wegen uns sollte niemand weinen“

Kaufland selbst meldet sich unter dem Tweet umgehend zu Wort. Und bittet um eine Direktnachricht der Kundin. „Wegen uns sollte niemand weinen - das tut beim Lesen weh“, schreibt die Kette. „Fühl dich nachträglich erst einmal von uns gedrückt. Lass uns alles andere doch einfach persönlich besprechen.“

Ein Nutzer erklärt, warum seiner Einschätzung nach die „aufgerundeten“ Cent nicht einzelnen Kund:innen zugute kommen: „Das ist ein Buchungsproblem, die zwei Cent beim Aufrunden werden ja direkt für den wohltätigen Zweck verbucht, die Kassiererin hätt dann wieder ‘n Minus in der Kasse.“

Die Kaufland-Kundin empfängt eine Menge Mitgefühl anderer Twitter-Nutzer:innen. „So‘n Kack-Gefühl, kenn das noch zu gut, fühl dich gedrückt“, heißt es. Eine Frau, die offensichtlich selbst schon als Supermarkt-Kassiererin gearbeitet hatte, schreibt: „Das ist so dumm und erniedrigend.“ Der Kassenkraft machte übrigens in den ersten rund 17 Stunden niemand einen Vorwurf - sie handelte wohl nach den Regeln, um kein Minus in der Kasse zu haben.

Kaufland-Kundin aus Bremen verweist auf Cent-Schälchen an vielen Kassen

Die Bremerin, die die Beschwerde gepostet hat, formuliert noch eine weitere Rückfrage: „Komisch, mir fällt aber ab und zu auf, dass Cent-Stücke neben der Kasse liegen. Ist das dann für die Kassiererin zur freien Ausgabe? Das würde mich interessieren aus Interesse.“

Tatsächlich scheinen es manche Supermärkte - oder die Kassierer:innen selbst - so zu regeln: Einzelne Cent, die Kunden per „Stimmt so“ als Bargeld hinterlassen haben, werden auf dem Weg gesammelt. „Ich hatte für solche Zwecke immer ein paar Cent unter der Kasse liegen“, schreibt die Ex-Kassiererin. Ein weiterer meint: „Es gibt in anderen Märkten auch teilweise so Schälchen, wo Leut kleines Wechselgeld rein geben, andere können dann damit bezahlen, wenn ihnen ein paar Cent fehlen.“

Wie die direkte Kontakt-Aufnahme zwischen Kaufland und der Kundin ausging, wurde zunächst nicht öffentlich bekannt - sie ist aber ein guter Ansatz, um den unerfreulichen Vorfall etwas auszugleichen. Zumal Kaufland darauf wert zu legen scheint, auf die Menschen zu schauen: Wie das Unternehmen am Mittwoch (17.3.) bekannt gab, wartet auf Mitarbeiter:innen eine dritte Corona-Prämie. Jede:r aus Filiale und Logistik erhalte zu Ostern einen 200-Euro-Warengutschein, geringfügig Beschäftigte 75 Euro. Für Wirbel sorgte auch der Kassenbon eines Münchners - er ging mit 272,12 Euro reicher aus einer Kaufland-Filiale. (lin)

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