„Es geht ums Prinzip“

Kaufland-Kunde findet historischen Leergut-Bon: Prompt beginnt das Elend

Das Kaufland Logo im Kaufland des Hauptbahnhofs Potsdam
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Kaufland hat mächtigen Ärger am Hals. Ein Kunde macht den Supermarkt auf sein Verhalten aufmerksam und fühlt sich hintergangen.

Für Kaufland-Kunden ist es der Skandal des Jahres - zumindest für einen von ihnen. Fassungslos postet ein Mann seinen veralteten Kassenbon auf Facebook und stößt auf Unverständnis.

Heilbronn - Voller Überzeugung teilt ein Kaufland-Kunde einen persönlichen Affront und hofft auf ehrliche Anteilnahme. Doch diese bekommt er nicht wirklich: Während sich der Herr schwer hintergangen fühlt und auf den schlechten Kundenservice des Supermarkts schimpft, nehmen es die Facebook-User nicht ganz so ernst.

Kaufland-Kunde besteht auf sein Recht: Er wurde von Kaufland betrogen

Es sind nur ein paar Euro, über die sich der Mann aufregen muss. Genau genommen sind es drei Euro und zehn Cent und die möchte der Kunde wieder haben. Kaufland hätte es ihm weggenommen und das, obwohl es doch sein eigenes Hab und Gut ist. Das Ganze hat er auch schriftlich, denn der besagte Geldbetrag steht schwarz auf weiß auf einem Leergutbon. In fast verblasster Schrift steht geschrieben: Mehrweg mit einem Kasten à 1,50 Euro plus 20 Flaschen à 0,08 Cent. Das macht dann summa summarum 3,10 Euro, auf die der Kunde jetzt besteht. Doch wo ist nun das Problem? Das Problem ist offensichtlich das Datum des Erwerbs dieser stolzen Summe. Nicht dieses, nicht letztes und auch nicht vorletztes Jahr wurde dem Kunden der Bon ausgehändigt. Über drei Jahre lag der Schatz beim Besitzer zu Hause. Und nach all der Zeit besteht der Herr jetzt auf sein Recht: Das Pfand gehört ihm.

Der Kaufland-Kunde ist verärgert über das Verhalten des Supermarkts Kaufland. Er bekommt sein Geld nicht zurück.

Kunde ist wütend: Kaufland lege „ein sehr fragwürdiges Gebaren“ an den Tag

In seinem Facebook-Post lässt er seinem Ärger freie Luft: „Die Einlösung dieses Leergutbons wurde mir heute früh verweigert. Auch wenn das rechtlich einwandfrei sein mag (der Bon ist mehr als 3 Jahre alt), es handelt sich um mein Geld und ist m.E. ein sehr fragwürdiges Gebaren“. Der Kunde kennt sein Recht und fordert dies auch ein. Kaufland hat bislang noch kein offizielles Statement abgegeben, noch hält sich der Supermarktriese bedeckt. Ob Kaufland sich zu diesem Vorfall äußern wird, bleibt offen. Antworten erhält der Mann aber auf Facebook. Bei einer Userin sorgt das Verhalten des Mannes für Kopfschütteln: „3 Jahre lang verschusselst DU den Bon einzulösen und nun ist Kaufland schuld das dieser nicht mehr im System zu finden ist oder nicht mehr scanbar? Merkste selbst oder? Genau mein Humor“. Eine andere möchte wissen, ob man wirklich so viel Energie für ein paar Cent aufbringen will beziehungsweise muss.

Der Kaufland-Kunde wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Bei manchen Dingen geht es ums Prinzip. Es geht mir darum bekanntzumachen, dass Kaufland sich einen Sch.. um die Kunden kümmert.“ Und weiter schimpft er: „es handelt sich um mein Geld und ist m.E. ein sehr fragwürdiges Gebaren.“ Unter seinen Facebook-Freunden findet er auch Zuspruch: „Wenn wir einen Gutschein bekommen von 2017 lösen wir den auch noch ein und ein Leergutbon ist nichts anderes“.

Kaufland nimmt Stellung zum Vorfall: Bons drei Jahre gültig

Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte Kaufland, dass man die Bons innerhalb von drei Jahren einlösen könne. Folgt man dieser Logik, verfallen die Bons also nach dieser Zeit. Der Kunde hat damit kein Recht mehr auf sein Geld, er muss sich mit seinem Verlust wohl oder übel abfinden.

Kaufland sorgt öfter für Schlagzeilen. Ein Kunde machte vor Kurzem eine unangenehme Entdeckung, als er eine Konservendose öffnete. (ale)

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