Ein schönes Gehäuse verbirgt brisante Gefahr

Ein Tropfen der unschuldig aussehenden Schnecke kann Menschen töten - Es ist bisher kein Gegengift bekannt

Die Schnecke hat keinen besonders guten Ruf. Langsame Menschen werden so genannt oder Gartenliebhaber wollen sie loswerden. Die Kegelschnecke macht alles nicht besser.

Frankfurt - Schnecken sind allseits bekannte, aber sehr harmlose Tiere. In Deutschland werden sie hauptsächlich als Synonym benutzt. Auf der Straße ist das Auto vor einem „im Schneckentempo“ unterwegs, besonders unkreative Machos nutzen die Schnecke als Anmachspruch. Auch in der Bäckerei liegen Nussschnecken in der Auslage und die Antwort auf den Kinderwitz, welches Tier denn sein Haus mit sich rumträgt, ist auch die Schnecke.

Kegelschnecke: Ein Giftpfeil als Waffe

Doch den Ruf, sie sei ein tödliches, giftiges und zugleich gefährliches Tier hat die Schnecke hier in Deutschland nicht. In den tropischen Meeren aber gibt es die sogenannte Kegelschnecke. Was macht dieses Tier so außergewöhnlich? Zum Beutefang nutzen sie ihr Gift und können, obwohl sie einen Geschwindigkeitsnachteil haben, flinke Fische damit fangen. Das lässt sich einem Forschungsartikel der Uni Frankfurt entnehmen. Ein bis zu einem Zentimeter großer Gift-Pfeil wird auf das Ziel gefeuert. Der getroffene Fisch wird so gelähmt.

So wie es scheint, sind nur wenige der 500 Arten auch für den Menschen gefährlich. Jedoch kann ein Mensch wohl innerhalb einer Stunde nach Kontakt mit dem Tier sterben. Wie funktioniert das? Da der Pfeil nicht über eine große Distanz abgefeuert wird, kann das Gift nur übertragen werden, wenn man das Gehäuse in die Hand nimmt. Wetter.com und focus.de berichten ebenfalls darüber.

Kegelschnecke: Ihr Gift wird in der Wissenschaft genutzt

In der Wissenschaft wird das Gift gezielt als Schmerzmittel genutzt. Es gilt als 1000-mal wirksamer als Morphium.

Bei Urlauben an tropischen Gewässern sollte also zumindest im Hinterkopf behalten werden, dass auch ein vermeintlich harmloses Tier mit schönem Gehäuse gefährlich sein kann. Ähnlich geht es dem wohl gefährlichsten Vogel der Welt: dem Helmkasuar. (ank)

Rubriklistenbild: © imago images / OceanPhoto

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