"Blutmond" hinterlässt enttäuschte "Mofi"-Fans

Hamburg - Kein Glück für deutsche “Mofi“-Fans: Die totale Mondfinsternis hat sich in der Nacht zum Donnerstag in den meisten Teilen Deutschlands hinter Wolken abgespielt. Andernorts hatten Beobachter mehr Glück.

Himmelsgucker etwa in Italien, Israel und Pakistan konnten einen rot schimmernden “Blutmond“ bestaunen. Es war die längste Mondfinsternis seit mehr als zehn Jahren.

Zu einer Mondfinsternis kommt es, wenn der Mond genau hinter der Erde vorbeiläuft, so dass sie ihren Schatten auf den Erdtrabanten wirft. Das kosmische Schattenspiel hatte gegen 20.30 Uhr (MESZ) begonnen, als der Mond langsam in den Erdschatten eintauchte. In Deutschland war der Erdtrabant zu dieser Zeit noch gar nicht aufgegangen. Rund eine Stunde später war der Mond vollends in den Erdschatten eingetaucht.

Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus

Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus
Die totale Mondfinsternis hat sich in der Nacht zum Donnerstag in den meisten Teilen Deutschlands hinter Wolken abgespielt. Wir zeigen Eindrücke des Naturschauspiels. © dpa
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus
Hunderte Fans in München © dpa
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus
Viel gab's nicht zu fotografieren © dpa
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus © dpa
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus © dpa
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus
Fans auf dem Großen Feldberg im Taunus © dpa
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus
Fans auf dem Großen Feldberg im Taunus © dpa
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus
Fans auf dem Großen Feldberg im Taunus © dpa
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus
Fans auf dem Großen Feldberg im Taunus © dpa
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus © dpa
Hinter den Wolken: So sah der "Blutmond" aus
Fans auf dem Dach der Münchner Volkssternwarte © dpa

Während dieser sogenannten Totalität verfinstert sich der Mond jedoch nicht gänzlich, sondern glimmt in einem dunklen Rot. Die Färbung rührt von rötlichem Licht, das von der Erdatmosphäre in den Erdschatten gelenkt wird. Der genaue Farbton des verfinsterten Mondes hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Asche- und Staubgehalt der Erdatmosphäre ab und kann von Finsternis zu Finsternis variieren. Live-Bilder aus Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigten den verfinsterten Erdtrabanten in kräftigem Rot.

In Deutschland gab es dagegen nur wenig Chancen, das Himmelsspektakel zu verfolgen. Vor allem im Süden machte der Deutsche Wetterdienst (DWD) zwar auch immer wieder Wolkenlücken aus. Vielerorts sei der Himmel aber komplett zugezogen gewesen, berichteten die Meteorologen in Offenbach. Auch die Vereinigung der Sternfreunde (VdS) hatte kein Glück. “Weder im Westen von Köln noch in Kirchheim bei Erfurt konnten wir während der Wanderung des Mondes durch den Kernschatten der Erde eine passende Lücke in den Wolken ergattern“, berichteten die Amateurastronomen im Internet.

So entsteht eine Mondfinsternis

Am Mittwoch wird in Deutschland der Blutmond aufgehen. Doch wie entsteht eigentlich eine Mondfinsternis? © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Der Mond umläuft rund alle 29 Tage die Erde. Dabei verändert er scheinbar täglich sein Aussehen. © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Dabei bestimmt die Stellung der Sonne, der Erde und unseres Trabanten zueinander die Größe und Form des Schattens, der auf den Mond fällt. © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Folge sind die Mondphasen wie Vollmond und Neumond. © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Etwa zweimal im Jahr stehen Sonne, Erde und Mond in einer Linie zueinander. Dann kann es passieren, dass die Erde die Strahlen der Sonne vollkommen von unserem Trabanten abschirmt. © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Von der Erde aus betrachtet kann man dann beobachten, wie sich der Mond verdunkelt. © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Außerdem nimmt er eine tiefrote Färbung an. © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Bevor er wieder in seiner üblichen Farbe erscheint. © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Vom All aus betrachtet läuft eine Mondfinsternis etwa so ab: © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Zunächst tritt der Mond in den Halbschatten (Penumbra) der Erde ein © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Dabei verdunkelt sich der Mond aber nur geringfügig © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Dann tritt unser Trabant in den zentralen Schatten (Umbra) © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Doch wenn das gesamte Licht abgeschirmt wird, warum erscheint der Mond dann rötlich? © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Grund ist die Erdatmosphäre. Sie lenkt den roten Spektralanteil des Sonnenlichts in den Schattenkegel unseres Planeten hinein. Aus diesem Grund leuchtet der Erdtrabant auch während einer Mondfinsternis in einem roten Lichtschein. © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Während des Auf- und Untergangs der Sonne ist das gleiche Phänomen auf der Erde zu beobachten © Nasa/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio

“Es sind Wolkenlücken dagewesen, aber das Ganze hat sich zu sehr am Horizont abgespielt“, berichtete VdS-Sprecher Jost Jahn in Nebel auf der Nordseeinsel Amrum. “Es wäre reine Glückssache gewesen, da einen Blick schräg hindurch zu erhaschen.“ Die nächste Chance auf eine totale Mondfinsternis gibt es in Deutschland erst wieder 2015. Zwar kommt es am 10. Dezember 2011 erneut zu einer totalen Finsternis, über Deutschland geht der Mond dann jedoch erst nach dem Ende der totalen Phase auf.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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