Dieter Althaus aus dem Koma erwacht - Beata C. wird am Mittwoch beigesetzt

Keiner will ihm vom Skidrama erzählen

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Der Ort, an dem sich der schreckliche Unfall ereignete.

Schwarzach - Katharina Althaus ist überglücklich.

Viele Stunden hatte sie am Bett ihres Mannes Dieter auf der Intensivstation des Schwarzacher Krankenhauses gesessen, gehofft und gebangt, dass er sie erkennt, wenn er aus dem künstlichen Koma erwacht, in den er nach dem schweren Pistenunfall am Neujahrstag versetzt wurde. Samstagmorgen schlug der 50-jährige thüringische Ministerpräsident seine Augen auf. Seine erste Frage galt seinen beiden Töchtern. Er kann seine Gliedmaßen bewegen, eine Computertomografie zeigt, dass die Hirnblutung zurückgegangen ist. Zunächst also Grund zur Freude für Familie Althaus.

An den Zusammenstoß mit der 41-jährigen Slowakin Beata C., die ihren schweren Kopfverletzungen erlag, kann sich der thüringische Ministerpräsident offenbar nicht erinnern. Die Ärzte hatten bereits prophezeit, dass nach seinem Schädel-Hirn-Trauma bei dem CDU-Politiker ein partieller Gedächtnisverlust zu erwarten sei. Thüringens Bauminister Gerold Wucherpfennig, der ebenfalls ans Krankenbett geeilt war, sagte zur Bild am Sonntag, Althaus habe noch nicht nach der Frau gefragt, mit der er zusammengestoßen war: „Darüber bin ich froh.“

Der 50-Jährige braucht noch viel Ruhe – die verstörende Nachricht über den Tod seiner Unfallgegnerin könne ihm noch nicht zugemutet werden, sagen die Ärzte. „Wichtig ist, dass der Patient nicht überfordert wird“, betonte Anästhesist Hubert Artmann auf einer Pressekonferenz. Am heutigen Montag soll entschieden werden, wann Althaus nach Erfurt transportiert werden kann.

Irgendwann wird der Politiker sich den Fragen des Staatsanwalts von Leoben stellen müssen, Er hat routinemäßig Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Dieses Delikt kann in Österreich mit maximal zwei Jahren Gefängnis bestraft werden.

Beata C., die den ersten Geburtstag ihres Söhnchens Markus am Samstag nicht mehr erleben durfte, wird nach Informationen des MDR am Mittwoch in Riegersburg in der Oststeiermark beigesetzt. Es ist der Heimatort ihres Ehemannes Bernhard. Der 47-Jährige war mit seiner schönen Frau beim Skilaufen auf der Riesneralm – jetzt sucht er Trost bei seiner Familie. Am 10. Januar wollte das Paar nach Virginia Beach (US-Bundesstaat Virginia) zurückkehren, wo es seit gut zwei Jahren wohnt. Der österreichische Heeresoberst C. war damals als Verbindungsoffizier ins US-Nato-Hauptquartier in Norfolk abkommandiert worden. Das berichtet eine dortige Online-Lokalzeitung. Bernhard C. versuche, sich auf die neue Situation einzustellen, wird ein Kollege vom österreichischen Militär zitiert. Der Hausmeister, der sich um das Anwesen am Country Club Circle kümmert, zeigte sich erschüttert: Er könne sich kein verliebteres Paar vorstellen als Bernhard und Beata. „Bernhard muss am Boden zerstört sein.“

BW.

Gerg und Wasi für Helmpflicht

Sollte eine Helm­pflicht für Skifahrer und Snowboarder eingeführt werden? Diese Frage stellt sich nach dem tödlichen Pistenunfall einmal mehr, und sie wird von den ehemaligen Spitzensportlern Hilde Gerg und Markus Wasmeier mit Ja beantwortet. Die 20-fache Weltcup-Siegerin Gerg und Weltmeisterin 2005 ist überzeugt: „Das würde die Schwere der Verletzungen stark reduzieren.“ Die 33-Jährige berichtete, sie sei im vergangenen Frühjahr selbst einmal ohne Helm gestürzt und habe sich am Kopf verletzt. „Das war mir eine Lehre.“

Erwachsene müssten Vorbilder für die Kinder sein, und das sei zu oft nicht der Fall. Markus Wasmeier kritisiert das unvernünftige Verhalten vieler Skitouristen, die ihr Können überschätzten. Er befürwortet eine gesetzliche Helmpflicht für Jugendliche bis 16, wie sie in Italien bereits gilt: „Wir müssen den Kopf schützen, alles andere kann man reparieren.“ Wasmeier spricht sich auch für Skipatrouillen aus, wie sie in Kanada üblich sind.

Prof. Michael Gutsfeld. Leiter der Unfallchirurgie im Krankenhaus Garmisch­Partenkirchen, hat den Eindruck, dass sich das Tragen von Helmen bei Kindern und Jugendlichen schon gut durchgesetzt hat. „Das ist heute angesagt und cool, auch weil die Industrie annehmbare Modelle herausgebracht hat.“

Peter Fischer, Vorsitzender des Skiclubs Garmisch, berichtet, dass alle Trainer im Club darauf achten, dass Kinder auf der Piste Helme tragen, die kleinen Rennläufer sowieso. Bei denen setzt sich in letzter Zeit auch das Tragen von Rückenprotektoren durch. Er selbst sei allerdings auch kein gutes Beispiel für andere, räumt der Chef der Vorbereitungsgesellschaft für die Ski-WM 2011 ein: „Ich fahre ohne Helm – das ist wohl eine Generationenfrage.“

Quelle: tz

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