Polizei musste vom Ernstfall ausgehen

Beinahe Großeinsatz ausgelöst - Jugendliche inszenieren Amoklauf über Notruf

Eine Streife der Bundespolizei mit Videoaufzeichnung und Bodycams im Hauptbahnhof Köln.
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Vier Kinder und Jugendliche haben in Kiel mit einem inszenierten Amoklauf beinahe einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst (Symbolbild).

Vier Kinder und Jugendliche inszenierten am Sonntag über den Notruf einen Amoklauf in der Kieler Innenstadt. Die Polizei bereitete einen Großeinsatz vor.

Kiel – Am Sonntagnachmittag wäre es in Kiel beinahe zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen, nachdem bei der zuständigen Polizeidirektion gleich zwei Notrufe eingegangen waren, in denen ein angeblicher Amoklauf in der Kieler Innenstadt gemeldet wurde. Dabei handelte es sich jedoch um einen Missbrauch des Notrufs durch vier Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren, die sich mit der Polizei offenbar einen schlechten Scherz erlauben wollten.

Kiel: Jugendlichen inszenieren Amoklauf über Notruf - Schussgeräusche vom Handy abgespielt

Die Gruppe rief von zwei verschiedenen Telefonzellen in der Innenstadt den Notruf und gaben an, dass sich dort derzeit ein Amoklauf abspielen würde. Den Anruf unterlegten sie dabei mit Schreien und Schussgeräuschen, die über ein Smartphone abgespielt wurden. Wie die Polizei Kiel am Dienstag bekannt gab, mussten die Beamten zunächst von einem Ernstfall ausgehen und begannen mit den Vorbereitungen für den nötigen Großeinsatz.

Glücklicherweise befand sich jedoch zum Zeitpunkt der Anrufe eine Polizeistreife zufällig in der Nähe der Telefonzellen, wodurch der Sachverhalt schnell geklärt und die Kinder und Jugendlichen ausfindig gemacht werden konnten. Dadurch konnte auch der gerade anlaufende Polizei-Großeinsatz noch verhindert werden.

Kiel: Großeinsatz nach Fake-Amoklauf gerade noch verhindert - Polizei stellt Anzeigen

Die Polizisten brachten die Jungengruppe anschließen auf das Polizeirevier, um dort im Beisein ihrer Eltern ein „erzieherisches Gespräch“ zu führen. Auf die Jugendlichen könnten darüber hinaus auch Anzeigen wegen Missbrauchs von Notrufen, dem Vortäuschen einer Straftat und Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat zukommen. Die Eltern der Beteiligten müssen die Kosten für den anlaufenden Polizeieinsatz übernehmen. (fd)

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