Tod eines Fünfjährigen

Polizei: Täter von Arnschwang hätte nicht in das Heim gehört

+
Polizisten auf dem Gelände der Asylunterkunft nahe Arnschwang. Ein Mann aus Afghanistan hatte hier einen Jungen aus Russland tödlich verletzt. Foto: Armin Weigel

In einer Flüchtlingsunterkunft ersticht ein Asylbewerber einen kleinen Jungen. Der Mann war ein verurteilter Straftäter und hätte nach Afghanistan abgeschoben werden sollen. Weil er sich dort als konvertierter Christ bedroht sah, durfte er bleiben.

Berlin (dpa) - Nach dem tödlichen Angriff eines Asylbewerbers auf ein Flüchtlingskind kritisiert der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), dass der Mann mit elektronischer Fußfessel in der Unterkunft wohnen durfte.

"Wir (...) halten die Fußfessel in solchen Fällen und bei echten Gefährdern für ein reines Scheininstrument, das Sicherheit vielfach nur vorgaukelt", sagte BDK-Bundesvize Ulf Küch den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). "Als erfahrener Kriminalbeamter muss ich sagen: Ich kann nicht nachvollziehen, dass dieser Fußfesselträger in einer Flüchtlingsunterkunft leben durfte." Der Mann, der in dem Heim in Arnschwang in der Oberpfalz am Samstag ein Kind aus Russland getötet hatte, sei als Gewalttäter bekannt gewesen. Der 41-Jährige war bei der Tat von Polizisten erschossen worden.

Der Mann aus Afghanistan war ein verurteilter Straftäter gewesen. Nach Angaben der Regierung der Oberpfalz hätte der Mann abgeschoben werden sollen. Doch er hatte sich rechtlich dagegen gewehrt, so dass 2014 ein Abschiebeverbot ausgesprochen worden war. Als konvertierter Christ drohe ihm Gefahr in Afghanistan, hatte er damals behauptet.

Der BDK-Vize sieht darin keinen Einzelfall: "Dass muslimische Flüchtlinge in Deutschland zum Christentum konvertieren, halte ich für einen Trick, um im Land bleiben zu können", sagte Küch. "Muslime dürfen den Glauben nicht wechseln. Da muss schon viel passieren, dass Muslime ihre Religion aufgeben. Wenn die Abschiebung des Täters daran gescheitert ist, dass er seinen Glauben gewechselt hat, dann muss man nur eins und eins zusammenzählen."

Im bayerischen Arnschwang wird es am Freitag eine Andacht geben. Pfarrer Joseph Kata will in der katholischen Kirche St. Martin des Jungen gedenken, wie er am Mittwoch sagte. Der Fünfjährige war am Samstag von dem 41-jährigen Mitbewohner erstochen worden. Zudem verletzte der Mann die Mutter des Kindes schwer, der sechsjährige Bruder erlitt einen Schock. Das Motiv für die Bluttat war wohl Lärmbelästigung. Nach Angaben der Mutter soll sich der Mann durch die Kinder in seiner Ruhe gestört gefühlt haben.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Reformationstag 2017: Über diesen zusätzlichen Feiertag freut sich ganz Deutschland
Reformationstag 2017: Über diesen zusätzlichen Feiertag freut sich ganz Deutschland
Zeitumstellung 2017: Wann werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt?
Zeitumstellung 2017: Wann werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt?
Lotto am Samstag: Das sind die aktuellen Lottozahlen vom 14.10.2017
Lotto am Samstag: Das sind die aktuellen Lottozahlen vom 14.10.2017
Lotto am Mittwoch vom 18.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen
Lotto am Mittwoch vom 18.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen

Kommentare