Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit

Tragisches Missverständnis: Einjähriger fällt aus dem fünften Stock und stirbt

Ein Baby sitzt vor einem Fenster
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In Wien ist ein Kleinkind aus dem fünften Stock gestürzt. Für den Einjährigen kam jede Hilfe zu spät. (Symbolbild)

Ein Kleinkind, das für Momente alleine in seinem Zimmer war, ist aus dem Fenster im fünften Stock in die Tiefe gefallen. Die Tanten des Kleinen verließen sich auf die jeweils andere.

Wien - Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – ein tragisches Unglück: In Wien ist ein einjähriges Kind aus dem Fenster im fünften Stock eines Wohnhauses gefallen und später im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben. Das berichtet die österreichische Kronen Zeitung. Ein Missverständnis zwischen den beiden Tanten soll zum Sturz geführt haben.

Das Drama ereignete sich am Sonntagabend gegen 21 Uhr in Wien-Floridsdorf. Da kletterte der Einjährige außer Sichtweite seiner beiden Tanten über das Bett in seinem Zimmer zu einem offenen Fenster. Von dort fiel er fünf Stockwerke tief auf den Asphalt der Prager Straße und erlitt dabei schwerste Verletzungen.

Die Rettungskräfte waren binnen kürzester Zeit vor Ort. Bei der notfallmedizinischen Erstversorgung gelang es den Einsatzkräften, den Zustand des Kleinen kurzfristig zu stabilisieren. Anschließend wurde er in ein Krankenhaus gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag.

Einjähriger fällt aus dem fünften Stock – tragisches Missverständnis zwischen den Tanten

Wie die Polizei mitteilte, waren die beiden Tanten des Verunglückten Kleinkinds zum Unfallzeitpunkt mit in der Wohnung. Sie sollten den Kleinen beaufsichtigen. Aufgrund eines kurzen Missverständnisses zwischen den beiden, war der Kleine kurz alleine in seinem Zimmer. Die Schwestern dachten, die jeweils andere hätte den Einjährigen gerade im Blick.

Geprüft wird nun, ob ein schuldhaftes Verhalten vorliegt. Nach einer ersten Einvernahme wurde vorerst auf weitere Befragungen verzichtet, sagte Polizeisprecherin Barbara Gass. Die Familie wurde von der Akutbetreuung Wien und einem Kriseninterventionsteam versorgt.

Einjähriger stirbt bei Fenstersturz in Wien – es war der 9. Vorfall in diesem Jahr

Laut dem Verein „Große schützen Kleine“ handelte es sich beim Vorfall am Sonntagabend um den neunten Fenstersturz eines Kindes in Österreich in diesem Jahr. Es war der einzige, bei dem ein Todesopfer zu beklagen war. Das entspricht in etwa der traurigen Statistik, wonach 14 Prozent solcher Stürze tödlich enden.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) warnt vor einem erhöhten Risiko von Fensterstürzen bei steigenden Temperaturen. Das KFV appelliert an alle Eltern und Aufsichtspersonen, beim kurzen Lüften vorsichtig zu sein und versperrbare Kindersicherheitsgriffe an den Fenstern zu montieren. Derartige Vorrichtungen sind kostengünstig in Möbelhäusern, Baumärkten oder online erhältlich und lassen sich einfach und ohne fachmännische Hilfe anbringen.

Glück in einer ernsten Lage hatte indes ein Baby in Darmstadt. Es wurde vor einem Krankenhaus ausgesetzt - eine Patientin entdeckte es gerade rechtzeitig, um es zu retten.

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