52.000 Mal bei Facebook geteilt

Dieses Foto macht die Welt betroffen

München -  Wenn es ein Bild gibt, das einem die Folgen des Klimawandels ins Gesicht klatscht, dann hat es die deutsche Fotografin Kerstin Langenberger geschossen. Sie lichtete eine völlig abgemagerte Eisbärin ab.

Update vom 28. September 2015: Der abgemagerte Eisbär steht stellvertretend für den Klimawandel. Wir haben eine Expertin aus dem Tierpark Hellabrunn gefragt, wie sie die Lage beurteilt. Ihre Prognose ist besorgniserregend.

Update vom 25. September 2015: Das Foto des abgemagerten Eisbären ging in den vergangenen Tagen um die Welt. Forschern ist das Problem schon bekannt. Sie sagen: Eisbären sind in 50 Jahren ausgestorben.

Fotografiert hat Langenberger die Eisbärin auf einer Tour nahe des norwegischen Spitzbergen. Die völlig abgemagerte Eisbärin ist kein Einzelfall: "Nur selten habe ich schön fette Mütter mit schön fetten Jungen gesehen. Oft habe ich furchtbar dünne Bären gesehen, und das waren ausschließlich Bärinnen - wie diese hier. Ein bloßes Skelett, am vorderen Bein verletzt - möglicherweise von einem verzweifelten Versuch, ein Walross zu jagen", schreibt Langenberger. Bären wie diese seien "zum Tode verurteilt".

Schuld daran, ist sich die Fotografin sicher, sei der Klimawandel: "Ich sehe, wie die Sommer angenehmer und wärmer als jemals zuvor werden. Ich sehe die Gletscher kalben, sie ziehen sich Dutzende bis Hunderte Metern pro Jahr zurück. Ich sehe das Packeis in Rekordgeschwindigkeit verschwinden."

Letzteres lässt die Eisbären verhungern. Sie finden keine ausreichend großen Eisschollen mehr, auf denen sie ihre Jungen unterbringen können, und die Futtersuche wird immer schwieriger. Langenberger widerspricht einigen Experten, die behaupten, dass die Eisbärpopulation um Spitzbergen herum noch auf stabilem Niveau sei. "Ich habe keine wissenschaftlichen Daten, die meine Beobachtungen beweisen. Aber ich habe die Augen im Kopf - und ein Gehirn, um Schlussfolgerungen zu ziehen. Der Klimawandel findet in der Arktis im großen Stil statt. Und es ist unsere Entscheidung, zu versuchen, daran etwas zu ändern." Der Appell der Fotografin kommt rund zwei Monate vor der UN-Klimakonferenz, bei der wieder einmal um konkrete Maßnahmen gegen die Erderwärmung gerungen wird.

Das Foto wurde bei Facebook bis zum Freitag über 52.000 Mal geteilt. Kurz nach Langenbergers -Posting bekam sie Unterstützung von "National Geographic"-Fotograf Paul Nicklen. Er veröffentlichte auf Instagram ein Bild. Es zeigt einen Eisbären, den Nicklen ebenfalls bei Spitzbergen aufnahm. Dieser abgemagerte Eisbär hat die Qualen schon hinter sich. Er ist tot.

Doch die Katastrophe war bereits abzusehen: Forscher warnen seit Jahren vor den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels - und sie machen eine erschreckende Prognose: In 50 Jahren sollen Eisbären bereits ausgestorben sein.

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Last summer I traveled with a group of friends to Svalbard, Norway in search of polar bears. We went to my favorite spot where I have always been able to find bears roaming around on sea ice throughout the summer. On this occasion, however, we didn't find any sea ice and we never found any bears alive. We did find two dead bears in this location and other groups found more dead bears. These bears were so skinny, they appeared to have died of starvation, as in the absence of sea ice, they were not able to hunt seals. In all of my years of growing up in the Arctic and later, working as a biologist, I had never found a dead polar bear. It is now becoming much more common. Through @sea_legacy and @natgeo we will continue to shine a light on our changing planet to convince the unconvinced. Please follow me on @paulnicklen to learn more about the effects of climate change. #polarbear #nature #wildlife #arctic #seaice @thephotosociety

Ein von Paul Nicklen (@paulnicklen) gepostetes Foto am

mb

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