„Feine Nase“

Wildschweine entdecken Geheim-Versteck im Wald: Polizei klärt mit kurioser Hilfe jahrelang ungelösten Fall auf

Wildschweine wühlen mit ihren Nasen im Boden.
+
Wildschweine erschnüffelten eine Kiste mit Kokain im Wald (Symbolbild).

Vor zehn Jahren vergrub ein Drogendealer 2,2 Kilo Kokain im Wald. Doch die feinen Nasen der Wildscheine machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Nun folgten die Konsequenzen.

  • Vor zehn Jahren vergrub ein Dealer eine 2,2 Kilo Kokain im Wald.
  • Wildschweine machten Jäger auf das Versteck aufmerksam.
  • Der Drogendealer wurde auf Bewährung verurteilt.

München/Köln - Zehn Jahre hielt ein äußerst kurioser Drogen-Fall die Polizei in Köln auf Trab. Dort versteckte ein bereits vorbestrafter Drogen-Dealer eine Kiste mit 2,2 Kilo Kokain in einem Wald. Ein scheinbar sicheres Versteck für den Mann, doch mit den feinen Nasen einer Rotte von Wildschweinen hatte er wohl ganz und gar nicht gerechnet.

Drogen-Dealer: Wildschweine erschnüffeln Kokain-Kiste - und lassen ihn auffliegen

In einem Wald im Kölner Stadtbezirk Porz hatte ein Drogen-Dealer im Jahr 2010 2,2 Kilo Kokain in einer Plastikbox vergraben. Das berichtet die Bild Zeitung. Eine Rotte von Wildschweinen spürte die Drogen dem Bericht zufolge auf - und setzte so die Ermittlungen in Gang, die erst zehn Jahre später zu einem Erfolg führen sollten. Der 64-jährige Forstwirtschaftsmeister Meinolf Zavelberg sei 2010 gemeinsam mit fünf weiteren Kollegen im Forstgebiet Leidenhausen auf Jagd gewesen und habe dabei das Kokain, auf das die Wildschweine aufmerksam gemacht hatten, entdeckt.

„Uns fiel auf, dass an einer Stelle der Boden komplett durchwühlt war“, so Zavelberg gegenüber Bild. So sei ihm klar geworden, dass Wildschweine an dieser Stelle etwas ausgegraben hätten. „Sie verfügen über eine feine Nase. Wenn es Müll gewesen wäre, dann hätten sie sich nicht dafür interessiert“, sagte der Forstwirtschaftsmeister, der zusammen mit seinen Kollegen schließlich die Plastikbox mit dem Kokain fand, seinen Augen wohl nicht trauen konnte und die Polizei verständigte.

Wildschweine entlarven Drogen-Dealer - zehn Jahre später wird er verurteilt

Doch die anschließenden Ermittlungen führten über einen Zeitraum von fünf Jahren vollkommen ins Leere. Erst 2015 soll man durch einen Fingerabdruck dem Drogen-Dealer auf die Spur gekommen sein. Durch einen Abgleich der DNA im Polizeisystem sei man so schließlich auf den bereits vorbestraften Dealer Johann K. gestoßen, wie unter anderem der Kölner Express berichtet. Durch seinen damaligen Aufenthalt in Mexiko zog es sich jedoch weitere fünf Jahre hinaus, bis Johann K. schließlich verhaftet wurde und für ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung verurteilt wurde.

Im Kölner Landgericht behauptete er, dass er die Kiste „für einen flüchtigen Bekannten“ im Wald versteckt habe. Sein Anwalt brachte es gegenüber der Bild wohl äußerst passend auf den Punkt, er sagte: „Die Vergangenheit hat meinen Mandanten jetzt eingeholt.“ Unterdessen geht es in Deutschland vielen Wildschweinen an den Kragen. Zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest wird die Suche nach toten Wildschweinen in Brandenburg verstärkt. (mbr)

Auch interessant

Kommentare