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Verstecktes Männchen sorgt für Rätselraten

Perverse Stein-Skulptur am Kölner Rathaus macht es sich selbst

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Dieses Stein-Männchen (l), das offenbar Oralverkehr mit sich selbst hat, hängt am Rathausturm.

Eine kleine, versteckte Stein-Figur am Kölner Rathaus, die offensichtlich Oralverkehr mit sich selbst hat, sorgt für Rätselraten im Internet.

Köln - Blanker Hintern, Kopf zwischen den Beinen und - man kann es nur so sagen - das eigene Geschlechtsteil im Mund: So schaut der kleine Stein-Mann am Kölner Rathaus auf die Passanten hinunter und sorgt derzeit für Rätselraten im Internet. Auf dem Twitter-Profil „Whores of Yore“ (übersetzt: „Huren von einst“) wurden in der vergangenen Woche Fotos der obszönen Skulptur gepostet, die offenbar Oralsex mit sich selbst hat. Nun fragen sich die User, was es damit auf sich hat.

„Versteckt unter einer größeren Statue von Erzbischof Konrad von Hochstaden, befindet sich eine Schnitzerei, die einen Mann zeigt, der mit sich selbst Oralsex hat. Es stammt aus der Zeit um 1410 und niemand weiß wirklich, warum es da ist“, ist in dem Tweet zu lesen, der inzwischen mehr als 38.500 Mal geliked und knapp 11.000 Mal geteilt wurde (Stand 2. April, 13.30). 

Unterhalb eine Statue von Erzbischof Konrad von Hochstaden ist das obszöne Stein-Männchen versteckt.

Darunter sind mehr als eine Million Kommentare zu lesen. Die Twitter-Gemeinde amüsiert sich köstlich über das Fundstück und hat auch zahlreiche Theorien über die Gründe für die Skulptur. Ein User schreibt, hätte er derartige Fähigkeiten, würde er auch wollen, dass sie in Stein verewigt würden.“

Ein anderer vermutet, dass es sich um eine Beleidigung für eine bestimmte Person handelt. Mehrere Nutzer hätten bei einer Stadtführung gehört, dass damals die Biersteuer erhöht werden sollte. Dem Verantwortlichen galt demnach die obszöne Skulptur.

Eine weitere Theorie: Der Steinmetz wurde nicht bezahlt und rächte sich mit der ordinären Statue. Ein Twitter-Nutzer weist darauf hin, dass derartige Skulpturen keine Seltenheit an antiken Gebäuden seien. Sie seien als „Witz“ des Künstlers zu verstehen, oft weit oben platziert, so dass sie nicht sofort erkennbar sind.

Außerdem posten die User zahlreiche weitere Beispiele für ähnlich skurrile Details an antiken Gebäuden.

Das könnte es mit der obszönen Figur auf sich haben

Will man sich dem Rätsel annähern, fällt zunächst auf, dass die Figur direkt unter dem Bildnis von Erzbischof Konrad von Hochstaden (um 1205-1261) angebracht wurde. Das legt die Vermutung nahe, dass der Kirchenfürst einst kein allzu keusches Leben geführt haben könnte. Wenn man sich die Geschichte beider Figuren anschaut, erscheint das aber nicht mehr so logisch. Die Statue des Erzbischofs stammt erst aus jüngerer Zeit. Nach der weitgehenden Zerstörung des Kölner Rathausturms im Zweiten Weltkrieg hatte die Stadt beschlossen, ihn nach dem Wiederaufbau mit Größen der Stadtgeschichte zu schmücken. Im Mittelalter standen an diesen Stellen wohl Heilige.

Die fragliche Figur unterhalb des Erzbischofs ist zwar auch erst einige Jahrzehnte alt - aber die Kopie eines viel älteren Originals von etwa 1410, das im Inneren des Turms aufbewahrt wird. Sie ist also keine Fantasie aus moderner Zeit, sondern wurde tatsächlich im Mittelalter so geschaffen. „Das ist ein ganz beliebtes Motiv gewesen“, sagt der ehemalige Stadtkonservator Ulrich Krings. „Dabei ging es darum, der Obrigkeit quasi den Arsch hinzuhalten. Mit derber, zur Schau gestellter Sexualität sollte gezeigt werden, dass einem die Moral- oder auch Ordnungsvorstellungen der Obrigkeit wurscht waren.“

Derart spöttische Kommentare wurden von der Staatsmacht - in diesem Fall vom Kölner Stadtrat - durchaus toleriert, ähnlich wie etwa auch im Karneval. Allerdings immer nur an der Unterseite oder in dunklen Ecken - im Vordergrund standen stets positiv besetzte Gestalten wie Heilige. Die provokanten Figuren hingegen spielten meist auf die sieben Todsünden an, in diesem Fall auf die Wollust, wie Walter Geis vom Kölner Denkmalschutz erklärt. „Es ist eine lustige Provokation“, fasst die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner zusammen. Überinterpretieren sollte man sie daher nicht.

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Video: Außergewöhnliche Skulpturen

Sie sind manchmal schaurig, wirken lebendig und zugleich unwirklich und doch sind diese Skulpturen sehr nah an der realen Form des Menschen. 

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dpa/va

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