Verleitet der Spot zum Fremdgehen?

Bürger stoppen TV-Werbung für Kondome

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Das Gespräch dieser beiden Frauen beim Einkaufen auf einem Markt sorgte in Kenia für Aufruhr

Kenia - Religiöse Vertreter und Bürger haben in Kenia massiv gegen eine Kondom-Werbung protestiert. Jetzt wurde sie verboten. Dabei basiert sie auf Fakten, denen sich die Kenianer offenbar nicht stellen wollen.

Zwei Frauen treffen sich zum Einkauf am Markt. Sie kommen ins Gespräch. Die eine Frau berichtet ihrer Bekannten, dass ihr Mann ein Trunkenbold geworden ist. Sie deutet aber auch an, dass sie sich inzwischen damit arrangiert hat und mit einem Liebhaber glücklich ist. Die andere Frau freut sich für sie, fragt dann aber unverblümt: "Benutzt du ein Kondom? Ich weiß, ihr liebt einander, aber es gibt Krankheiten da draußen...also beschütze dich und die, die du liebst - deine Familie. Vergiss deshalb nicht, ein Kondom einzuplanen."

Macher der Kondom-Werbung berufen sich auf Fakten

Diese vom Staat mitfinanzierte Werbung, die eine scheinbar alltägliche Situation zeigt, erregte die Gemüter in Kenia derart, dass sie inzwischen nicht mehr ausgestrahlt werden darf. Das berichtet unter anderem das Nachrichtenportal kenyan-post.com. Vertreter verschiedener Kirchen prangern an, dass die Werbung verheiratete Frauen und Männer zum Ehebruch anstifte. Viele Männer, aber auch Mütter sehen das ähnlich. Sie fürchten zudem, dass der TV-Spot, der den ganzen Tag über ausgestrahlt wurde, ihre Kinder verderben oder ihnen zumindest falsche Werte vermitteln könnte.

Die Macher der Kondom-Werbung wehrten sich und verwiesen auf Fakten - vergeblich. Dr. Peter Cherutich, Sprecher des kenianischen Programms zur Kontrolle von AIDS und anderen Geschlechtskrankheiten, sagte gegenüber dem Fernsehsender BBC: "Wir wissen wirklich genau, dass ein großer Anteil von Männern und Frauen Sex außerhalb ihrer Beziehung haben. Untreue, wie es angeprangert wird, ist eine Realität , die wir in diesem Land ansprechen müssen." BBC berichtet in diesem Zusammenhang von einer Studie aus dem Jahr 2009. Das Ergebnis damals: Die Hälfte aller neuen HIV-Infektionen findet während einer Ehe statt. Das Thema sei in dem afrikanischen Land jedoch ein Tabu.

Hier können Sie den Werbe-Spot im Original auf YouTube ansehen

Mit dem Verbot des TV-Spots wurde eine innovative Idee, AIDS zu bekämpfen, zunichte gemacht. So schreibt es zumindest ein Autor der Nachrichtenseite nairobiwire.com. "In dieser Werbung wurde anerkannt, dass die Entscheidung, den Partner zu betrügen, eine persönliche ist, und vom Fernsehen nicht beeinflusst werden kann. Wenn man diese Tatsache im Hinterkopf behält, ist es das Sinnvollste, den Ehebrechern zu raten, präventive Maßnahmen zu treffen(,um sich zu schützen)", heißt es in dem Artikel. Dort wird auch auf einen früheren Werbe-Spot eingegangen. Darin hatte der Rapper Jimmy Gathu die Kenianer mit einem Lied dazu aufgerufen, einander treu zu sein - mit mäßigem Erfolg. Die Macher der neuen Werbung hätten deshalb versucht, das Thema einmal grundlegend anders anzugehen. 

mm

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