Nahe Oslo gab es fünf Tote, weitere Verletzte

Geheimdienst teilt Stand der Ermittlungen mit: Bogenschützen-Attacke in Norwegen gilt als Terrorakt

Nach dem Angriff mit Pfeil und Bogen am Mittwochabend, hat der mutmaßliche Täter offenbar die Tat gestanden. Die norwegischen Beamten machen bisher keine Angaben zum Motiv.

Update vom 14. Oktober, 14.02 Uhr: Die Ermittler betiteln den Anschlag des Mannes nun als „Terrorakt“. Der norwegische Geheimdienst PST teilte mit, dass der Angriff im momentanen Stadium der Ermittlungen den „Anschein“ als ein solcher hat. Am Donnerstag oder Freitag solle der 37-jährige Täter einem Haftrichter vorgeführt werden.

Update vom 14. Oktober, 12.56 Uhr: In der Pressekonferenz der Ermittler am Vormittag wurden auch erste Details zu den Opfern des Anschlags bekannt. Unter den Todesopfern befinden sich vier Frauen und ein Mann, sie alle seien im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Eine der beiden verletzten Personen ist ein Polizist außer Dienst, der in einem Supermarkt einkaufen war.

Vor der Festnahme durch die Polizei soll der Täter mit Pfeil und Bogen auf ein Bürogebäude geschossen haben, wie Bild unter Berufung auf die norwegische Zeitung Dagblade berichtet. Personen, in den Gebäude hörten das laute Knallen des Pfeils. Danach soll der 37-jährige Mann in den Supermarkt gestürmt sein, und weitere Pfeile abgefeuert haben. Das genaue Motiv ist, laut Polizeiangaben, noch immer unklar.

Update vom 14. Oktober, 10.28 Uhr: Zu dem Mann, der am Mittwoch in Norwegen mit Pfeil und Bogen fünf Menschen getötet hat, stand die Polizei bereits vor seiner Tat im Kontakt wegen mutmaßlicher Radikalisierungstendenzen. Die norwegischen Behörden hatten den 37-jährigen Dänen im vergangenen Jahr wegen einer vermuteten Radikalisierung kontaktiert, wie die Ermittler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Oslo mitteilten. Demnach war der Mann zuvor zum Islam konvertiert.

Erstmeldung vom 14. Oktober, 10.24 Uhr: Kongsberg - Dramatische Szenen haben sich am Mittwochabend in der norwegischen Kleinstadt Kongsberg abgespielt. Ein Mann griff mit Pfeil und Bogen Menschen an. Fünf starben bei dem schrecklichen Angriff, zwei weitere wurden verletzt. Die Verletzen werden im Krankenhaus behandelt, seien aber außer Lebensgefahr.

Details zu dem mutmaßlichen Täter gab die Polizei am frühen Donnerstagmorgen bekannt. Es handele sich um einen 37-jährigen Dänen, der in Kongsberg lebe. Der Mann habe bereits in der Nacht Angaben zu seiner Tat gemacht, wie sein Verteidiger gegenüber Medienvertretern bestätigt. Laut örtlichen Medien, habe die Staatsanwältin gegenüber dem norwegischen Fernsehsender TV2 bestätigt, dass der 37-Jährige die Tat bereits gestanden habe.

Attentat mit Pfeil und Bogen: Das geschah am Mittwochabend

Die Angriffe geschahen an mehreren Orten in der Stadt. Um 18.13 Uhr ging der erste Notruf bei der Polizei ein. Ein Mann bewege sich mit Pfeil und Bogen durch die Stadt und schieße auf Menschen. Der zuständige Polizeichef Øyvind Aas teilte mit, dass daraufhin sofort das Zentrum abgeriegelt wurde. Mehrere Medien berichten von einem Supermarkt, der Hauptort des Geschehens gewesen sein soll. Rund 30 Minuten nach dem ersten Notruf, konnte der Täter nach Polizeiangaben festgenommen werden.

Zur Identität des Täter kursierten zunächst einige Falschmeldungen. Die Polizei dementierte diese. Über die genauen Hintergründe und über das Motiv machten die Beamten bisher keine Angaben. Auch ein terroristisches Motiv werde nicht ausgeschlossen. Nach Polizeiangaben habe der 37-jährige Däne aber allein gehandelt.

Bluttat am Abend vor Regierungsantritt des neuen Ministerpräsidenten

Heute tritt Jonas Gahr Støre den Posten als neuer Ministerpräsident Norwegens an. Schlimmer hätte die erste Amtszeit des Sozialdemokraten wohl kaum starten können. Am Abend sagte er der Nachrichtenagentur NTB: „Das, was wir heute Abend aus Kongsberg hören mussten, zeugt davon, dass eine grausame und brutale Tat begangen worden ist.“

Erna Solberg, die ehemalige Regierungschefin, betonte am Mittwochabend bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Oslo, dass die Tat keine Auswirkung auf den Regierungswechsel habe. Solberg sagte weiterhin: „Unsere Gedanken gehen zuallererst an die Betroffenen und ihre Angehörigen.“

Norwegen in Fassungslosigkeit und Trauer - Erinnerungen werden wach

Bewohner von Kongsberg sagen idem norwegischen Sender TV2: „Es war eine sehr unwirkliche Situation - es kamen eine Menge Polizeiwagen und Rettungswagen, Hubschrauber und die Bereitschaftstruppe, es war sehr sehr viel.“ Die schlimmen Ereignisse erschüttern nicht nur die Menschen der Kleinstadt. Viele Norweger und Norwegerinnen werden sich an den schlimmsten Terroranschlag in der Geschichte des Landes zurückerinnern. Am22. Juli 2011 tötete der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik mit einer Bombe zunächst acht Menschen im Osloer Regierungsviertel. Anschließend gelangte er als Polizist verkleidet, auf die Ferieninsel Utøya. Dort tötete Breivik 69 weitere Menschen, größtenteils Jugendliche und junge Erwachsene. Breivik wurde im Jahr 2012 zur damaligen Höchststrafe von 21 Jahren veurteilt.

Rubriklistenbild: © NTB/AFP/Håkon Mosvold Larsen

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