Krach um Loveparade-Mahnmal

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Der Künstler Jürgen Meister bei der Vorstellung der Loveparade Gedenkstele in Duisburg.

Duisburg - Das geplante Mahnmal für die Loveparade-Opfer von Künstler Jürgen Meister sollte ein Ort für Trost und Trauer werden. Jetzt löst es Wut aus: Denn der Künster hatte sein Motiv nicht selbst ausgedacht.

Es sollte ein Mahnmal mit Symbolcharakter werden. Mit einer Stahl-Skulptur wollte die “Initiative Spendentrauermarsch“ an die Opfer der Loveparade erinnern - und dann das: Künstler Jürgen Meister (57) aus Grevenbroich hat die Vorlage für seinen Entwurf einfach aus dem Internet heruntergeladen und das der Jury im Gestaltungswettbewerb verschwiegen. Am Mittwoch bekam er dafür die Quittung: Die Initiative, zu der unter anderem Wohltätigkeits- und Sportvereine sowie Angehörige gehören, will nicht weiter mit ihm zusammen arbeiten. “Die Vertreter der Angehörigen der Opfer der Loveparade fühlten sich getäuscht und waren emotional tief getroffen über die Verwendung eines Motivs, das für einen anderen Zweck geschaffen wurde“, sagte Hermann Kewitz (48), Sprecher der Initiative, am Mittwoch in Duisburg nach einer Krisensitzung.

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Viele Besucher der Loveparade können noch gar nicht fassen, was gerade passiert ist. © ap
Loveparade
In diesem Tunnel... © ap
Loveparade
...trafen die Besucher, die das Gelände verließen, auf die,... © dpa
Loveparade
...die gerade angekommen waren, um mitzufeiern.  © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade kümmern sich um einen kollabierten Mann. © ap
Loveparade
Eine verletzte Frau wird auf einer Bahre abtransportiert. © dpa
Loveparade
Ein Krankenwagen vor einem Sanitätszelt am Rande des Festgeländes. © dpa
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Am Rand des Geländes stehen Krankenwagen und Sanitätszelte. © dpa
Loveparade
Rettungshubschrauber landeten auf der Autobahnbrücke. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
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Teilnehmer der Loveparade kümmern sich um Verletzte. © ap
Loveparade
Menschen stehen unter Schock, brechen weinend zusammen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
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Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
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Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Die Toten wurden mit Laken abgedeckt. © dpa

Für Meisters aus einer Stahlbramme gefräste Gedenkstele hatte sich eine Jury im Gestaltungswettbewerb einstimmig entschieden. Der Künstler, der bisher vor allem mit Einzelausstellungen als Bildhauer am Niederrhein in Erscheinung getreten war, hatte damit 38 Mitbewerber aus dem Feld geschlagen. Für das Mahnmal hatte die “Initiative Spendentrauermarsch“ im August 26 200 Euro gesammelt. Meisters Entwurf zeigt eine tanzende Menschenmasse, die Hände jubelnd in den Himmel gestreckt. Auf den zweiten Blick vermittelt der Griff der Hände gen Himmel aber auch die Verzweiflung der Opfer: Sie flehen um Hilfe. In den Stahl sollten dem Entwurf zufolge die Namen der 21 Getöteten gefräst werden. Angehörige hätten sich ausdrücklich dafür ausgesprochen, sagte Kewitz.

Die Schwarzweiß-Vorlage für seinen Entwurf hat Meister auf der Online-Fotoplattform “Fotolia“ gekauft. Die Kosten hierfür: etwa 75 Cent. “Aus diesen fotografischen Vorlagen habe ich durch Bearbeitung, Ergänzung, Löschung und weitere Veränderungen meine Idee einer Silhouette entwickelt“, sagte Meister der “Bild-Zeitung“. Am Mittwoch war Meister für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. “Die Nutzung unserer Bilder für künstlerische Zwecke ist generell erlaubt. Was der Künstler machen wollte, wäre für uns okay“, sagte “Fotolia“-Sprecher Murat Erimel am Mittwoch in Berlin. Meister habe das Bild legal lizenzieren lassen. “Fotolia“ ist eine Online- Bildagentur, die etwa elf Millionen Fotos und Grafiken anbietet. Der Preis für ein Bild ist abhängig von der Datengröße des Downloads.

dpa

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