So krank ist unsere Erde

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So schön und so zerbrechlich: Das Ökosystem unseres blauen Planeten ist in größter Gefahr

Berlin - Die Menschheit lebt deutlich über ihre Verhältnisse und macht unseren Planeten krank – das ist das Ergebnis des Living Planet Report 2012.

Den Bericht hat der World Wide Fund For Nature (WWF) am Montag vorgestellt. Die alamierenden Zahlen des globalen Umweltberichtes: Beutet die Menschheit den Planeten weiter aus, benötigen wir bis 2030 zwei Erden, um den Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken – bis 2050 drei.

Ein wichtiger Faktor der WWF-Berechnungen ist der ökologische Fußabdruck, um den „Verbrauch“ der Erde zu messen. Trinken, Essen, Sauerstoff – alles, was der Mensch zum Leben braucht, wird dabei in Fläche umgerechnet. Der Öko-Fußabdruck der Menschheit beträgt mittlerweile 18 Milliarden globale Hektar oder 2,7 globale Hektar pro Person. „Wir sägen am Ast auf dem wir sitzen, es ist dringend Zeit zu handeln“, sagt WWF-Deutschlandchef Eberhard Brandes.

Weltweit verzeichnet der Index einen Rückgang der Tierbestände um 30 Prozent seit 1970. Die Zahl der Flussdelfine etwa schrumpft seit vier Jahrzehnten rapide. Bekanntestes Opfer der Überfischung im Atlantik ist der Kabeljau: In den vergangenen 50 Jahren gingen seine Bestände um 74 Prozent zurück!

Die Länder mit dem größten Öko-Fußabdruck pro Kopf sind Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Dänemark und die USA. Deutschland liegt auf Platz 30. Erschreckend: Hätte die Weltbevölkerung den gleichen Fußabdruck wie die US-Amerikaner, bräuchten wir vier Planeten zum Überleben. „Das Wachstum wohlhabender Staaten findet auf Kosten der ärmsten Länder statt, die am meisten natürliche Ressourcen beisteuern und selbst am wenigsten verbrauchen“, sagt Brandes.

Alarm schlägt der WWF auch beim Waldbestand: 20 Prozent der CO2- Emissionen enstehen durch Abholzung von Wäldern. Nach Kohle und Öl ist Waldverlust damit der drittgrößte Treiber des Klimawandels! Zwischen 2000 und 2010 gingen etwa 13 Millionen Hektar Wald verloren – das gleicht der 1,5-fachen Fläche Österreichs.

CL

Deutscher Fleischkonsum belastet die Umwelt

Die Deutschen lieben Fleisch. Seit 1950 hat sich unser Konsum mehr als verdoppelt: Im Schnitt isst jeder Bundesbürger rund 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr – dabei raten Ernährungsexperten und Krebsforscher dazu, den Konsum zu halbieren. Unglaubliche sechs Millionen Tonnen Sojaprodukte werden jährlich nach Deutschland importiert. Der überwiegende Teil wird verfüttert – und zwar an Rinder, Schweine, Geflügel – um unseren Fleischkonsum zu sichern. Der jährliche Verbrauch eines Durchschnittsdeutschen benötigt 1000 Quadratmeter an Fläche, der Flächenverbrauch des Kartoffelkonsums liegt bei 15 Quadratmetern. Der WWF rät deshalb: öfter fleischfreie Tage einlegen.

Der Öko-Fußabdruck ist auch bei typischen Gerichten hoch: Ein Hamburger mit Pommes und Salat hat einen Flächenbedarf von 3,61 Quadratmeter, Schweinebraten mit Rotkohl und Kartoffelklößen bringt es auf 3,12. Vergleich: Spaghetti mit Tomatensauce verbrauchen nur 0,46 Quadratmeter.

Wasserknappheit

Der WWF mahnt: Durch unseren Wasserkonsum in Deutschland tragen wir indirekt zur Wasserknappheit in anderen Ländern bei. 2,7 Milliarden Menschen wohnen weltweit an Flüssen, die mindestens einen Monat pro Jahr von erheblicher Wasserknappheit betroffen sind.

Ein einfaches Beispiel aus dem Alltag: Früh-Erdbeeren aus Spanien finden sich seit einigen Wochen in unseren Supermärkten. „Sie werden in Spanien angebaut und haben einen sehr hohen Wasserverbrauch“, sagt Sylvia Ratzlaff vom WWF.

Weitere Beispiele für den indirekten Wasserverbrauch der Deutschen:

- 20000 Liter werden benötigt, um ein Kilo Baumwolle, also etwa die Menge für ein T-Shirt, zu produzieren

- 3000 Liter Wasser stecken laut UNESCO in einem Kilogramm Reis

- Unglaubliche 16 000 Liter Wasser verbergen sich in der gleichen Menge Rindfleisch.

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