Kreuz für ermordete Sudetendeutsche geschändet

Prag - Ein Metallkreuz zum Gedenken an ermordete Sudetendeutsche ist im tschechischen Dobronin (Dobrenz) rosa angestrichen worden.

Das berichteten tschechische Medien am Samstag. Zu der Schändungsaktion bekannte sich eine außerparlamentarische nationalistische Partei. Sie habe damit gegen die Erinnerung an angebliche Mitglieder von SS und NSDAP protestieren wollen, behauptete die Gruppierung in einer Pressemitteilung. Die Nationalisten stellten zudem mehr als 60 Holzkreuze auf. Sie sollen ihren Angaben nach an die Opfer eines nationalsozialistischen Massakers in Velke Mezirici in den letzten Kriegstagen des Mai 1945 erinnern.

Das geschändete Metallkreuz hatte ein örtlicher Einwohner auf der Budinka-Wiese außerhalb von Dobronin errichtet. Dort hatte die Polizei im vorigen Jahr die sterblichen Überreste von mindestens 13 Deutschen gefunden. Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass sie in den Nachkriegswirren von Tschechen ermordet wurden.

Das riesige Gedenkkreuz war ohne Baugenehmigung errichtet worden und spaltet seither die Bewohner der Gemeinde mit knapp 2000 Einwohnern in Gegner und Befürworter. Der Bürgermeister des Ortes kritisierte das Metallkreuz als “großes Monstrum“. Zuletzt hatte die Gemeindeverwaltung Bedenken über die Stabilität der vier Meter hohen Konstruktion geäußert.

dpa

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