Aktuelle Infos aus der Pressekonferenz

Völlig neue Meisterwerke unter Kunstfund

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Unter den in einer Münchner Wohnung gefundenen Bildern befinden sich auch bislang unbekannte Meisterwerke.

München - Unter den in einer Münchner Wohnung gefundenen Bildern befinden sich auch bislang unbekannte Meisterwerke. Dies wurde auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben.

Es sei ein Selbstporträt von Otto Dix gefunden worden, das bisher völlig unbekannt sei, sagte die Berliner Kunsthistorikerin Meike Hoffmann am Dienstag in Augsburg vor Journalisten. Auch ein bisher unbekanntes Werk von Marc Chagall sei gefunden worden.

Hoffmann sagte, das Chagall-Bild sei von einem "ganz besonders hohen kunsthistorischen Wert". Es handle sich um eine allegorische Szene, deren Herkunft noch nicht eindeutig bestimmt sei. Das Bild datiere wohl auf Mitte der 1920er Jahre.

Wie der leitende Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz sagte, fanden die Ermittler in der Wohnung in Schwabing 121 gerahmte und 1285 ungerahmte Werke, also insgesamt 1401 Bilder und nicht wie ursprünglich berichtet 1500 Bilder. Die Werke - darunter außer Ölgemälden auch Lithographien, Zeichnungen oder Aquarelle - stammten von großen Künstlern wie Max Liebermann, Max Beckmann, Pablo Picasso, Albrecht Dürer, Pierre-Auguste Renoir oder Henri de Toulouse-Lautrec.

Es handelte sich nicht nur um Nazi-Raubkunst, sondern auch bis ins 16. Jahrhundert zurückreichende ältere Bilder wie etwa Werke Albrecht Dürers. Hoffmann sagte, alle Bilder seien nach ihrem Eindruck echt. Es gebe "überhaupt keine Anhaltspunkte", dass es sich um Fälschungen handle.

Laut Nemetz wird dem Beschuldigten Cornelius Gurlitt außer Steuerhinterziehung auch Unterschlagung vorgeworfen. Die Ermittlungen seien aber äußerst schwierig. Gurlitt habe sich im Zusammenhang mit der Beschlagnahme der Ermittler eingelassen. Was er ausgesagt hat, wollte Nemetz nicht sagen. Aktuell hätten die Ermittler aber keinen Kontakt zu dem Beschuldigten. Ihm sei auch nicht bekannt, wo er sich aufhalte. Ein Haftbefehl liege nicht vor. Medienberichten zufolge war Gurlitt in Deutschland nicht gemeldet, sein Hauptwohnsitz soll in Österreich sein.

Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus Münchner Fund

Erste Bilder: Die Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus dem Fund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt. Kunstwerk des deutschen Malers Franz Marc mit dem Titel "Pferde in Landschaft".   © dpa
Erste Bilder: Die Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus dem Fund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt. Kunstwerk des franzöischen Malers Marc Chagall mit dem Titel "Allegorische Szene".  © dpa
Erste Bilder: Die Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus dem Fund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt. Von Carl Spitzweg stammt dieses Gemälde mit dem Titel "Musizierendes Paar".  © dpa
Erste Bilder: Die Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus dem Fund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt. Ein Selbstportrait des deutschen Malers Otto Dix mit einer Zigarette im Mund.  © dpa
Erste Bilder: Die Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus dem Fund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt. Ein Kunstwerk des deutschen Malers Otto Dix.  © dpa
Erste Bilder: Die Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus dem Fund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt. Der franzöischen Maler Henri Matisse erschuf dieses Gemälde mit dem Titel "Sitzende Frau".  © dpa
Erste Bilder: Die Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus dem Fund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt. Dieses Kunstwerk des deutschen Malers Ernst Ludwig Kirchner trägt den Titel "Melancholisches Mädchen".  © dpa
Erste Bilder: Die Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus dem Fund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt. Der franzöische Maler Gustav Courbet erschuf dieses Gemälde mit dem Titel "Dorfmädchen mit Ziege".  © dpa
Erste Bilder: Die Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus dem Fund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt. Ein Kunstwerk des italienischen Malers Antonio Canaletto (Giovanni Antonio Canal).  © dpa
Erste Bilder: Die Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus dem Fund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt.  © dpa
Erste Bilder: Die Polizei zeigt Nazi-Raubkunst aus dem Fund in der Wohnung von Cornelius Gurlitt.  © dpa

Anders als ursprünglich vom "Focus" berichtet fand die Durchsuchung in Gurlitts Wohnung allerdings nicht im Frühjahr 2011, sondern vom 28. Februar bis 2. März 2012 statt. Die Ermittler gehen auch deshalb davon aus, dass Gurlitt über keine weiteren Lager von Bildern verfügt. Dies war spekuliert worden, weil er im Herbst 2011 noch ein Bild verkauft hatte. Das Bild stammte nach Angaben des Zolls aber wohl aus der Schwabinger Wohnung. Eine neue Spur führt außerdem auch nach Salzburg.

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afp

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