Weitere Hunderte Menschen evakuiert

Lava-Hölle auf La Palma: Eingeschlossene Hunde und Katzen drohen qualvoll zu verenden

Der Vulkan auf La Palma spuckt weiter Lava, Asche und Gestein. Die Gefahr ist nicht nur für Menschen, sondern auch für eingeschlossene Tiere groß.

La Palma - Die Lage auf der Vulkaninsel La Palma hat sich am Dienstag (12. Oktober) weiter zugespitzt. Am Abend wurden erneut zwischen 700 und 800 Menschen aufgefordert, ihre Häuser wegen näher rückender Lava zu verlassen. Das berichtete der staatliche TV-Sender RTVE unter Berufung auf das Notfall-Komitee Pevolca. Seit dem Ausbruch des Vulkans vor rund drei Wochen mussten bereits etwa 6000 Menschen dasselbe tun. Neben den Habseligkeiten bleiben oftmals auch die Haustiere zurück.

Vulkanausbruch auf La Palma: Drama um eingeschlossene Hunde und Katzen

Seit Tagen werden mehrere von Lava eingeschlossene Haustiere auf La Palma aus der Luft versorgt. Videos und Bilder in den sozialen Medien zeigen die verängstigten Hunde und Katzen in leeren Wasserbecken. Wegen der extrem heißen Lava um sie herum, seien sie nicht mehr auf dem Landweg zu erreichen. Zwei Unternehmen brächten den Tieren daher mit Hilfe einer Drohne täglich Nahrung und Wasser, wie die Inselverwaltung mitteilte. So sollen sie vor dem Tod bewahrt werden.

Der Dank dafür gebühre dem Elektronikunternehmen Ticom Soluciones und dem Tourunternehmer Volcanic Life, betonte die zuständige Beauftragte für Sicherheit und Notfälle, Nieves Rosa Arroyo. Die Tiere, darunter eine weiße Katze, seien vor fünf Tagen von einer Drohne mit Kamera unter anderem in einem leeren Wasserbassin entdeckt worden. In einem weiteren Becken sieht man auf den Drohnenbildern drei Hunde.

Vulkanausbruch auf La Palma: Kein Ende in Sicht

Der Vulkan im Süden von La Palma war am 19. September zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder ausgebrochen. In den vergangenen Tagen legte er weiter an Intensität zu. Die Lava wurde heißer und damit dünnflüssiger und schneller auf ihrem Weg in Richtung Meer. Immer wieder kam es zu starken Explosionen, Magma wurde in die Luft geschleudert, Rauch stieg bis in eine Höhe von mehreren Kilometern auf.

Der Vulkanausbruch auf La Palma sorgt für enorme Zerstörungen.

Der Hauptstrom der bis zu 1200 Grad heißen Lava ergießt sich schon seit knapp zwei Wochen in den Atlantik und lässt dort eine neue Landzunge entstehen. Inzwischen bildeten sich zwei Nebenströme: der nördliche wälzte zuletzt zerstörerisch durch ein Gewerbegebiet und bedroht jetzt ein Wohngebiet, der südliche ist nur noch 300 Meter von der Küste entfernt. Zudem erschütterten seit Montagmorgen (11. Oktober) viele kleine bis mittlere Erdbeben die Insel. Laut RTVE waren es etwa 120.

Bisher wurden bis zu 1000 Gebäude zerstört und große Schäden in der Landwirtschaft, vor allem Bananenplantagen, und der Infrastruktur angerichtet. Viele Menschen werden nie wieder in ihre Häuser zurückkehren können. Wie lange der Vulkan noch aktiv bleibt, können auch Experten nicht voraussagen. Es könnte Wochen oder auch Monate dauern, hieß es. (ph/dpa)

Rubriklistenbild: © Daniel Roca/dpa

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