Laute Nachbarn – was erlaubt ist, was nicht

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Laute Nachbarn können Sie alle Nerven kosten. Manchen Krach müssen Sie allerdings akzeptieren.

Der Nachbar kommt um Mitternacht nach Hause – und duscht. Sein Fernseher plärrt so laut, dass Sie jedes Wort verstehen. Und dann auch noch Besuch mitten in der Nacht! Wenn Sie laute Nachbarn haben, müssen Sie manches hinnehmen – manches aber auch nicht. Hier einige Infos zu typischen Situationen.

Vorweg gleich ein Tipp: Sie haben zwar gegenüber lauten Nachbarn einige Rechte, die Sie mithilfe des Vermieters oder sogar der Polizei durchsetzen können. Lassen Sie es aber nicht auf einen Kleinkrieg ankommen, sondern suchen Sie nach anderen Lösungen, um Konflikte mit den lauten Nachbarn zu schlichten. Schließlich wollen Sie friedlich nebeneinander leben.

Alle müssen vorgeschriebene Ruhezeiten einhalten

Die Ruhezeiten sind nicht bundeseinheitlich geregelt, sondern unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und von Gemeinde zu Gemeinde. In vielen Miethäusern werden diese Regelungen durch die Hausordnung ergänzt oder erweitert. In der Regel herrscht an Werktagen zwischen 22 und 7 Uhr und zwischen 13 und 15 Uhr Ruhezeit. An Samstagen sind diese Zeitspannen oft länger, Sonn- und Feiertage sind meist komplett Ruhezeit.

In diesen Zeiten dürfen die lauten Nachbarn keine vermeidbaren Geräusche produzieren – zum Beispiel Löcher in die Wand bohren oder Rasen mähen. Alltagsgeräusche wie Fenster schließen oder Wohnungstür zusperren sind aber erlaubt.

Auch laute Nachbarn haben ein Recht auf Körperhygiene

Trotzdem haben Sie selbst während der vorgeschriebenen Ruhezeiten keinen Anspruch auf absolute Stille. Jeder Mieter darf jederzeit duschen oder baden – sogar mitten in der Nacht. Das gilt auch dann, wenn die Hausordnung nächtliches Duschen und Baden verbietet, entschied das Landgericht Köln (LG Köln 1 S 304/96).

Fernseher und Stereoanlage in Zimmerlautstärke

Es kann schon mal vorkommen, dass Geräusche vom Fernseher oder Radio Ihres Nachbarn zu Ihnen dringen. Kommt das nicht allzu oft vor, sollten Sie einfach darüber hinweg sehen. Grundsätzlich muss Ihr Nachbar die Geräte aber so leise stellen, dass Sie sie nicht hören – besonders während der Ruhezeiten.

Vielleicht ist Ihrem Nachbarn gar nicht bewusst, wie laut sein Fernseher ist. Bitte Sie ihn freundlich, das Gerät grundsätzlich etwas leiser zu stellen. Vielleicht ist das Problem damit schon gelöst.

Lärmende Kinder sind laute Nachbarn

Kinder können ein großer Lärmfaktor sein: Sie trampeln durch die Wohnung, schreien oder werfen Dinge herum. Diesen Kinderlärm müssen Sie grundsätzlich hinnehmen. Allerdings sollten die Eltern ihre Kinder dazu anhalten, leise zu sein.

Sprechen Sie mit den Eltern der Kinder, wenn diese allzu laut sind. Versuchen Sie einen Kompromiss zu finden, aber zeigen Sie Verständnis für die Kleinen.

Besuch bei den lauten Nachbarn

Jeder Mieter darf jederzeit Besuch empfangen. Welche und wie viele Personen wie oft zu Besuch kommen, darf niemand vorschreiben – auch der Vermieter nicht.

Allerdings muss sich jeder Besucher an die Hausordnung halten. Klingeln beim Nachbarn, Schließen der Wohnungstür und Schritt-Geräusche im Treppenhaus sind auch mitten in der Nacht erlaubt. Laute Musik und Gebrüll in der Wohnung müssen Sie dagegen nicht hinnehmen.

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