Viel Luft um nichts

Achtung Mogelpackung: So tricksen die Hersteller

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Böse Überraschung: Ein Drittel der Packung der Mittelmeerküche von Iglo ist leer.

Hamburg - Doppelte Böden, dicke Wände und jede Menge Luft: Viele Produkthersteller täuschen mit ihren Verpackungen mehr Inhalt vor, als sie tatsächlich haben.

Viele kennen das: Die Chipstüte, die im Einkaufswagen noch riesig aussah, entpuppt sich nach dem Öffnen als mickrige Ein-Mann-Portion. Viel Luft um nichts - viele Kunden ärgern sich über die Mogelpackungen im Supermarkt. Die Verbraucherzentrale Hamburg spricht in diesem Zusammenhang von Luftpackungen, also Verpackungen, die mehr Inhalt vortäuschen, als sie im Inneren enthalten. Als Richtwert legt die Verbraucherzentrale die 30-Prozent-Grenze an. Ist der Luftanteil größer, lässt dies auf eine Luftpackung schließen, heißt es in der Pressemitteilung von Dienstag. 

Bei ihren Tricks sind die Hersteller einfallsreich: Mehrfach-Verpackungen, doppelte Böden oder besonders dicke Wänden - all das hat nur einen Zweck: Den Käufern sollen größere Füllmengen vorgegaukelt werden. "Viele Hersteller nutzen die hohen Toleranzen im Gesetzestext aus, um Kasse zu machen", so Claudia Michehl von der Verbraucherzentrale.

Luftpackungen: Bei diesen Produkten wird getrickst

Luftpackungen: Bei diesen Produkten wird getrickst

Das soll sich ändern, fordert die Verbraucherzentrale. Nicht nur, dass den Käufern dadurch ein falsches Preis-Leistungs-Verhältnis vermittelt wird, die Verbraucherzentrale beanstandet auch den "Umweltfrevel, weil sie Ressourcen verschwenden, überflüssigen Verpackungsmüll produzieren und den Transport der Waren weniger effizient machen“, so die Pressemitteilung weiter.

Nestlé-Minis als "Mogelpackung des Monats"

Gleichzeitig wählt die Verbraucherzentrale regelmäßig die "Mogelpackung des Monats". In diesem Monat führen die Minis von Nestlé nach Ansicht der Verbraucherzentrale die Kunden besonders dreist hinters Licht. Der Inhalt von „Smarties Mini“, „KitKat Mini“ und „Lion Mini“ wurde demnach reduziert. Bei gleichbleibendem Preis bedeutet das beispielsweise bei den Smarties eine versteckte Preiserhöhung von 27,2 Prozent, so die Rechnung der Hamburger.

Fast täglich gehen Beschwerden bei der Verbraucherzentrale ein. Eine Liste der jüngst beanstandeten Luft- und Mogelpackungen sind auf der Internetseite zu sehen. Verbraucher werden außerdem aufgerufen, auch künftig fragwürdige Produkte zu melden. Wer den Verdacht hegt, eine Luftpackung gekauft zu haben, kann diese über die Internet- oder die Facebook-Seite der Verbraucherzentrale melden.

vh

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