Lehrer bekommt Bewährungsstrafe für sexuellen Missbrauch

Bochum - Zu zwei Jahren Haft auf Bewährung hat das Landgericht Bochum einen Realschullehrer wegen sexuellen Missbrauchs einer 15-jährigen Schülerin verurteilt. Der Pädagoge muss auch Schmerzensgeld bezahlen.

Die Richter blieben damit deutlich unter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten gefordert hatte. Demnach hätte er keine Bewährung bekommen können.

Der 42-jährige Lehrer hatte während des Prozesses eingeräumt, zwischen Oktober 2010 und Januar 2011 eine sexuelle Beziehung mit einer 15-jährigen Schülerin seiner Schule gehabt zu haben. Nach den Erkenntnissen des Gerichts ist es in zwölf Fällen zunächst zu Zungenküssen, später dann auch zu Geschlechtsverkehr gekommen. Dem Angeklagten sei die Strafbarkeit seines Handelns bewusst gewesen. Er habe das Vertrauen des Opfers ausgenutzt, das bei ihm Hilfe und Unterstützung in einer schwierigen familiären Situation suchte. Mit Schmeicheleien und dem Vorwurf, feige zu sein, habe er die Schülerin manipuliert und für seine Zwecke ausgenutzt.

Verzicht auf Berufsverbot

Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht, dass er dem Opfer durch sein Geständnis eine allzu detaillierte Schilderung der Taten erspart habe. Strafmildernd fiel auch die Zahlung von 5.000 Euro Schmerzensgeld im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs ins Gewicht sowie die Psychotherapie, die der Angeklagte begonnen hat.

Im Gerichtssaal sorgte das Urteil indes für Unmut. Mit Kopfschütteln reagierten die Zuschauer auf die Tatsache, dass das Gericht auf die Verhängung eines Berufsverbotes verzichtete.

Dagegen hielt Rechtsanwältin Marion Meichsner, die für die Schülerin die Nebenklage vertrat, “die Bewährungsstrafe für hinnehmbar“. Ein formelles Berufsverbot sei verzichtbar, weil der Angeklagte, der inzwischen von sich aus den öffentlichen Schuldienst quittiert hat, mit dem entsprechenden Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis auch an keiner Privatschule Beschäftigung fände. Für das Opfer sein wichtig, dass die ganze Sache jetzt zu einem Abschluss komme.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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