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„Lehrerin des Jahres“ gekürt: Schülerin äußert Kritik und wird von Preisträgerin blutig gehauen

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Von: Yasina Hipp

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Die Polizei von Jacksonville ermittelt gegen eine Lehrerin wegen Kindesmissbrauchs.
Die Polizei von Jacksonville ermittelt gegen eine Lehrerin wegen Kindesmissbrauchs. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/John Raoux

Was wie aus einem Film-Drehbuch klingt, ist in Florida erschreckende Realität geworden. Eine Lehrerin schlägt aus verletztem Stolz eine Schülerin ins Gesicht und wird verhaftet.

Jacksonville (USA) - Gerade noch wurde die 60-jährige Englischlehrerin Caroline Melanie Lee an ihrer Schule gefeiert. Die Darnell-Cookman-Mittelschule ernannte Lee zur „Lehrerin des Jahres“ und gratulierte ihr am vergangenen Mittwoch via Instagram. Dieser Post ist inzwischen gelöscht - genauso wie die Begeisterung für die Lehrerin wohl nicht mehr vorhanden ist. Der Grund: Lehrerin Lee wurde zwei Tage nach dem Instagram-Post am vergangenen Freitag von der Polizei wegen Kindesmissbrauches verhaftet.

Lehrerin schlägt Schülerin, weil ihr etwas nicht passte

Mehrere amerikanische Medien berichten, unter Bezug auf einen Bericht der Polizei von Jacksonville (Bundesstaat Florida), dass Caroline Melanie Lee verhaftet wurde, weil sie eine Schülerin geschlagen habe. Der Auslöser dafür: Die Schülerin hat den besagten „Lehrerin-des-Jahres“-Post kommentiert und in Frage gestellt, ob Lee die Auszeichnung überhaupt verdient habe. Die Englischlehrerin habe im Unterricht bereits das N-Wort verwendet und sich teilweise aggressiv gegenüber Schülern verhalten.

Um dies zu klären, rief Lee die Schülerin, laut des polizeilichen Berichts, zu einem Vier-Augen-Gespräch in ihr Klassenzimmer. Dort, so erzählt es die Schülerin der Polizei, habe die Lehrerin über den Tisch gegriffen und sie ins Gesicht geschlagen - bis Blut floss.

Schwere Vorwürfe: Lehrerin bestreitet alles

Gegenüber der Polizei bestritt die 60-Jährige das Mädchen geschlagen zu haben. Auch habe sie das N-Wort nur im Rahmen der Lektüre verwendet. Überwachungsaufnahmen der Schule würden laut jacksonville.com, zeigen, wie Lee vor dem Vorfall „in aggressivem Tempo“ in das Klassenzimmer läuft. Wenig später würde die Schülerin den Raum verlassen und sich die Hände vor das Gesicht halten. Im Moment steht wohl Aussage gegen Aussage. Das Kuriose: Die Polizei befragte zusätzlich vier Zeugen, obwohl niemand sonst im Klassenraum mit Lee und der Schülerin war.

Nach Verhaftung der Lehrerin reagiert die Schule

Diana Greene, Superintendantin der Duval County Public Schools, zu denen auch die Darnell-Cookman-Mittelschule gehört, sagt in einem öffentlichen nach der Verhaftung: „Was hier behauptet wird, sollte niemals vorkommen - vor allem nicht in einem schulischen Umfeld.“ Die Schule werde bei allen Ermittlungen kooperieren, so lange bis konkrete Ergebnisse vorliegen. Schulleiter Tyrus Lyles betont, dass Lehrerin Lee bis zum Abschluss aller interner und gerichtlicher Verfahren nicht an die Schule zurückkehren werde.

Auch in Bayern sorgt eine Lehrerin für Schlagzeilen - allerdings aus einem ganz anderen Grund.

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