„Habt uns heute endgültig als Kunden verloren“

Bestimmte Regel lässt Lidl-Kundin poltern: „Hat das Fass zum Überlaufen gebracht“

Blick auf die leuchtende Werbung mit dem Logo von Lidl vor einem Markt des Discounters.
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Lidl betreibt rund 10.800 Filialen in 32 Ländern. In einer von ihnen herrscht nun wohl eine spezielle Regel - welche einer Kundin alles andere als gut gefällt.

„Mich und meine Familie habt ihr heute endgültig als Kunden verloren“ - mit diesen Worten beginnt ein Brandbrief in Richtung Lidl Deutschland. Was war passiert?

Neckarsulm - Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich vieles verändert - so auch das Einkaufen. Es gelten Abstands- und Hygienemaßnahmen, das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes ist obligatorisch. Aufgrund der Systemrelevanz dürfen Discounter und Supermärkte auch in Lockdown-Zeiten geöffnet haben. So soll der notwendige tägliche Bedarf der Menschen gesichert werden.

Lidl: Kundin poltert wegen Regel - „habt uns heute endgültig als Kunden verloren“

Damit alle Kundinnen und Kunden ihre gewünschten Produkte kaufen können und sogenannte Hamsterkäufe verhindert werden, haben einige Ketten Mengenbeschränkungen eingeführt. Bei einigen Edeka-Märkten etwa waren zwischenzeitlich nur eine Packung Toilettenpapier oder zwei Packungen Nudeln erlaubt. „Bitte bleiben Sie fair und verzichten auf unnötige Bevorratung“, war in einem entsprechenden Aushang zu lesen.

Auch bei Lidl gelten momentan offenbar wieder entsprechende Beschränkungen. Wie eine Kundin auf der Facebookseite des Discounters mit Sitz in Neckarsulm beklagt, ist sie mit dieser Regelung jedoch alles andere als einverstanden. „Mich und meine Familie habt ihr heute endgültig als Kunden verloren“, beginnt sie ihren an Lidl Deutschland gerichteten Kommentar vom 24. März.

Lidl: Kundin schimpft über Mengenbeschränkung - „das hat das Fass zum Überlaufen gebracht“

Sie hätte „die ganzen Monate Verständnis für Mengenbeschränkung“ gehabt, „auch wenn es für Familien mit mehr als ein bis zwei Kindern echt lästig ist.“ Bei einem Produkt verstehe die Kundin die Regelung allerdings nicht. „Dass ich jetzt nur noch ein Katzenstreu pro Einkauf kaufen darf, hat das Fass zum Überlaufen gebracht.“ Eine Packung Katzenstreu sei „nicht einmal ein normaler Bedarf. Damit bekomme ich nicht mal das Katzenklo einmal gefüllt.“ Beschränkungen auf Katzenstreu seien für sie ein Novum. „Das ist mir nicht als knappes Gut bekannt.“

Die Kundin scheint sichtlich verärgert über diese Regelungen und beendet ihren Beitrag mit den Worten: „Na ja, andere Läden verkaufen uns was wir brauchen.“ Lidl Deutschland hat bereits auf die Kritik der Kundin reagiert und erklärt: „Hallo, vielen Dank für dein Feedback. Wir möchten deine Kritik gerne an die zuständigen Kollegen weiterleiten. Bitte teile uns noch in einer privaten Nachricht die genaue Filiale mit. Viele Grüße, dein Lidl-Facebook-Team.“

Lidl: Mengenbeschränkung zulässig? Verbraucherzentrale sagt ja

Ob die verärgerte Kundin dies gemacht hat, ist nicht bekannt. Fest steht allerdings, dass nach Angaben der Verbraucherzentralen solche Beschränkungen vollkommen legitim sind: „Kunden können einen Händler grundsätzlich nicht zwingen, ihnen eine bestimmte Menge an Waren zu verkaufen. Die Beschränkung der Händler ist zulässig“, hieß es bereits im März 2020 in einem Bericht des Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Damit es nicht zu Versorgungsengpässen kommt und alle Menschen ausreichend einkaufen können, dürfen einige Produkte nur in begrenzten, heißt haushaltsüblichen Mengen gekauft werden. Für die Lidl-Kundin ist eine Packung Katzenstreu offenbar zu wenig. In einem weiteren Kommentar erklärt sie, dass es „bei Kaufland neben an“, keine Mengenbeschränkungen gegeben hätte und sie fortan dort einkaufen wolle. Ein weiterer Nutzer antwortete: „Na ja, dann bleibt das Geld wenigstens in der Unternehmensgruppe.“ Hintergrund: Kaufland ist wie Lidl ein Tochterunternehmen der Schwarz-Gruppe.

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