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„Lidl hat Corona-Lage für beendet erklärt“: Foto sorgt für Lacher

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Von: Jakob Koch

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Die Fotos leerer Supermarkt-Regale waren im Jahr 2020 allgegenwärtig. Die Lage ist mittlerweile eine andere - für Lidl Grund genug nun zu reagieren.

München - Die privat angelegten Vorratslager der Deutschen dürften in der Corona-Krise* reichlich gefüllt worden sein. Desinfektionsmittel, Toilettenpapier, Mehl, Hefe - der Absatz dieser Produkte stieg vor allem im ersten Jahr um ein Vielfaches. Selbst die Bundesregierung hatte empfohlen, sich private Vorräte anzulegen. Doch seitdem hat sich einiges getan - im dritten Jahr der Pandemie* haben die Menschen gelernt, dass in Deutschland trotz neuer Omikron-Variante* ein Zusammenbruch der Infrastruktur nicht zu erwarten ist.

Das hat nun auch die Wirtschaft erkannt und reagiert: Auf Twitter teilte ein Nutzer das Foto einer ganz besonderen Schnäppchen-Aktion. Discounter Lidl verkauft Hefe-Würfel zum halben Preis - ein undenkbarer Vorgang, zumindest damals zu Beginn der Pandemie.

Corona: Nie wieder Hamsterkäufe? Discounter Lidl setzt Zeichen

„Lidl hat die Corona-Lage gestern für beendet erklärt. Hefe für vier Cent pro Brocken…und keiner kauft‘s“, twittert der Nutzer und zeigt dazu das passende Foto. Die Kommentare fallen entsprechend aus - meist mit einem Augenzwinkern: „Ich hätt‘s gekauft .... nicht wegen Corona, sondern weil ich Schwäbin bin“, schreibt eine. Ein anderer Nutzer kommentiert: „So sieht es in meinem Gefrierfach aus. 2020 hat mich zerstört: Ich werde bis zum Tod immer zu viele Hefewürfel da haben.“ Ein weiterer Twitter-Nutzer rät: „Einsacken und einfrieren.“

Erste Corona-Welle: Hefe als Zutat für Brot ein Kassenschlager

Doch warum wurde eigentlich Hefe im ersten Corona-Jahr so stark nachgefragt? Experten vermuten Sicherheitsbedürfnisse der Menschen als Grund: „Hefe ist Leben, das ich einkaufen und aufbewahren kann. Hefe lässt mich autark werden angesichts der Beschränkungen“, sagte Psychoanalytiker Gottfried Barth von der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Tübingen gegenüber dem RND. Auch bei totaler Ausgangssperre gebe es die Möglichkeit zur Brotherstellung, „aber ich bin zugleich auch nie allein isoliert, habe die lebendige Hefe immer um mich“, sagte Barth.

Er sieht in den Hamsterkäufen grundsätzlich den Versuch, „angesichts einer großen diffusen Bedrohung sich doch Beruhigung zu verschaffen.“ Das Einkaufen an sich gebe uns die Illusion, durch dieses konkrete Handeln die Pandemie beherrschen zu können“, vermutet der Psychoanalytiker. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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