Handel stellt verstärkte Nachfrage fest

Nach Klopapier: Zeigt sich jetzt bei Lidl ein anderer Corona-Hamster-Trend? „Es war so abzusehen“

Gibt es etwa einen neuen Hamster-Trend in der Coronavirus-Krise? Ein Twitter-Nutzer entdeckte bei Lidl einen fast leeren Angebots-Tisch. Der Handel stellt eine verstärkte Nachfrage fest.

  • Ein Twitter-Nutzer entdeckte bei Lidl einen leergefegten Tisch mit einem FFP2-Masken-Angebot.
  • Tatsächlich berichtet der Handel von gestiegener Nachfrage.
  • Aber: Engpässe bei medizinischen Masken seien nicht zu beobachten.

München - Die Corona-Krise hatte auch in den Supermärkten ihre Effekte: Immer wieder war Klopapier ausverkauft, das Mehrlagige schien das Hamster-Produkt Nummer 1 zu sein, sowohl in der ersten Welle, als auch zu Beginn der zweiten. Inzwischen hat sich das wohl abgeebbt. Und jeder Verbraucher verstanden, dass keine Versorgungsengpässe beim Klopapier eintreten werden.

Coronavirus: FFP2- und andere medizinische Masken derzeit besonders begehrt

Dafür hat nun der Run auf ein anderes Produkt eingesetzt: FFP2-Masken. Kein Wunder, schließlich hat erst Bayern das Tragen eines solchen Mund-Nasenschutzes zur Pflicht für den ÖPNV und das Einkaufen verordnet. Danach folgte am Dienstag, 19. Januar die Ministerpräsidenten-Konferenz mit Kanzlerin Angela Merkel, bei der ähnliches verordnet wurde: Medizinische Masken sind in ÖPNV und Läden Pflicht, heißt konkret: FFP2-Masken ODER OP-Masken ODER KN95-Masken. Details sehen Sie im Video oben.

Coronavirus: Lidl-Kunde entdeckt fast leeren Tisch mit FFP2-Masken

FFP2-Masken gehören also zur Grundausstattung wie Butter und Brot. Entsprechend ist die Nachfrage gestiegen. Und ein Twitter-Nutzer, der bei Lidl eingekauft hat, vermutet, dass die Hamstereien eingesetzt hätten: „Der Tisch mit den FFP2 Masken im Lidl ist fast leer - jetzt sind die Masken das neue Klopapier“, schrieb er am Donnerstag, 21. Januar. Und bekam einige Reaktionen. „Es war so abzusehen... (na wenigstens sind auch KN95-Versionen akzeptiert)“, meint ein Nutzer. Ein anderer erklärt: „Und wie beim Klopapier wird dem Mangel ein Überangebot folgen. Ich bleibe daher ganz entspannt.“

Tatsächlich haben verschiedene Ketten reagiert und längst FFP2-Masken zu erschwinglichen Preisen im Angebot. Der wichtige Schutz ist also nicht mehr vor allem Apotheken vorbehalten. Wie Twitter-Nutzer bzw. ein Schnäppchen-Portal entdeckten, teils offenbar sogar für 59 Cent bei Lidl, Hofer (Österreichs Aldi-Pendant) und Rewe. Dass die wichtigen Masken unbezahlbar sind, lässt sich also zumindest derzeit nicht feststellen.

Coronavirus: Steigende Nachfrage nach FFP2- und anderen medizinischen Masken bestätigt

Dass die Nachfrage gestiegen ist, beobachten auch die Drogeriemärkte. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur dpa am Donnerstag, 21. Januar. Der Chef der Drogeriemarktkette dm, Christoph Werner, erklärte: „Wir bei dm können in den vergangenen Tagen eine abrupt gestiegene Nachfrage an medizinischen und FFP2-Masken sowohl in unseren dm-Märkten als auch im Onlineshop dm.de beobachten.“ Die Nachfrage nach Textilmasken sei dagegen gesunken.

Werner betonte, aufgrund seiner hohen Bestände an medizinischen Masken könne das Unternehmen die Kunden mit den gewünschten Produkten versorgen. „Sollten aufgrund der gestiegenen Nachfrage FFP2-Masken an einzelnen Standorten oder im Onlineshop dm.de mal kurzfristig ausverkauft sein, füllen wir schnellstmöglich nach.“ Die Drogeriemarktkette habe bereits Ende des vergangenen Jahres große Mengen an FFP2-Masken bei ihren Partnern bestellt. Diese Bestellmenge habe man nun aktuell noch weiter erhöht. Gleichzeitig sei das Unternehmen auch auf zusätzliche Anbieter zugegangen.

Coronavirus: Auch Rossmann und Apotheken stellen höhere Nachfrage fest

Auch bei Wettbewerber Rossmann hieß es: „Aufgrund der bundesweiten Anordnungen sehen wir uns mit einem ad hoc steigenden Bedarf konfrontiert.“ Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, diesem gerecht zu werden. Nach Aussagen eines Firmensprechers hätte sich Rossmann „etwas mehr Vorlauf gewünscht, um die Maßnahmen adäquat umsetzen zu können“. Wegen der großen Nachfrage habe das Unternehmen entschieden, die Abgabemenge von FFP2- und FFP3-Masken aktuell auf eine Packung pro Kunde zu beschränken. OP-Masken würden dagegen weiterhin unbeschränkt verkauft.

Ach die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) berichtete, die Neuregelung habe dazu geführt, dass mehr Kundinnen und Kunden in die Apotheken kämen, um Masken zu kaufen und sich beraten zu lassen. „Die Apotheken sind gut mit Masken verschiedener Qualitäten bevorratet, so dass keine Engpässe zu befürchten sind und grundsätzlich jeder Kunde und jede Kundin versorgt werden kann“, erklärte ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening.

Die Nachfrage ist also gestiegen - und tatsächlich kann es in einzelnen Märkten wohl zu Anblicken kommen wie bei obigem Twitter-Foto. Aber: Wie die verschiedenen Händler oben berichten, sind keine größeren Engpässe bei FFP2-Masken zu befürchten. Eine dm-Kundin machte ein unerfreuliches Erlebnis, nachdem sie FFP2-Masken bestellt hatte. Und auch Aldi unterlief ein Masken-Fail - es war definitiv der falsche Zeitpunkt für dieses Angebot. (lin mit dpa)

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