Flop

Neuer Lidl-Kassenzettel sorgt gleich zweifach für Kunden-Ärger: Rückseite schlägt dem Fass den Boden aus

Ein Lidl-Kunde steckt seinen Kassenbon nach dem Bezahlen in die Jackentasche. Als er ihn nur wenige Minuten später wieder hervorholt, scheint der Zettel um Jahre gealtert.

Update vom 12. März, 17.44 Uhr: Die negativen Reaktionen auf die neuen Kassenbons von Lidl reißen nicht ab. Auf Twitter machte ein User seinem Ärger Luft. „Der neue blaue Kassenbon vom Lidl taugt auch überhaupt nicht“, schrieb der Nutzer neben das Foto seines deutlich ramponierten Kassenbons.

„Also wenn man ihn z.B. für eine Reklamation oder in einem Jahr bei der Steuererklärung braucht, ist er unlesbar“, klagte der Twitter-User. Der Zeitstempel des Kassenbons zeigt, dass er erst kürzlich ausgegeben wurde. Trotzdem sieht das Papierdokument so aus, als sei es wochenlang in der Hosentasche gewesen. Schwarze Farbstreifen lassen ihn stellenweise unleserlich erscheinen.

Ein ramponierter Lidl-Kassenbon.

Neue Kassenzettel bei Lidl: Umwelt-Bon sorgt für Ärger

Erstmeldung vom 12. März, 9.25 Uhr: Leipzig - Nicht nur zerknittert, sondern auch mit schwarzen Schlieren überzogen: So sah der Kassenzettel eines verblüfften Lidl-Kunden aus, der den Bon nach dem Einkauf in seiner Jacke verstaut hatte. Grund für die massive Veränderung in kurzer Zeit dürfte das blaue Thermopapier sein, dass die Discounter Lidl und Kaufland seit kurzem für den Druck ihrer Kassenzettel nutzen. Die Idee hinter den blauen Bons: Das dunkle Thermopapier wird im Gegensatz zu weißen Bons ohne chemische Farbentwickler hergestellt und soll somit einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. In Märkten von Edeka und Netto ist die schonende Alternative ebenfalls schon länger zu finden.

Trotz des ökologischen Hintergedankens sorgt der blaue Kassenzettel aber eben nicht nur für Freude. Der Lidl-Kunde mit dem Knitter-Bon postet seine Entdeckung prompt auf Twitter, und untertitelt das Bild des nahezu unleserlichen Zettels verärgert mit den Worten: „ ‚Für lange Lesbarkeit.‘ Auch wenn er hundert Jahre alt aussieht: Diesen Kassenzettel habe ich vor wenigen Minuten im Lidl bekommen. Eine neue Art von Kassenbon, die man nicht einfach so unachtsam in die Jackentasche knüllen sollte.“ Er macht deutlich, was ihn stört: „Lesbarkeit abschaffen! Der Umwelt zuliebe...“

Tatsächlich steht auf der Rückseite des Zettels, er sei „langlebig“, weil die Schrift licht- und farbbeständig sein soll. Trotzdem sieht der Zettel nach seinem Taschen-Aufenthalt durchaus mitgenommen aus. Drucke auf Thermopapier werden zwar nicht durch Lichteinstrahlung verändert, wohl aber durch Wärmeeinfluss: Die blaue Schicht der Bons löst sich, wenn sie warm wird, zum Vorschein kommt das darunterliegende Schwarz. Beim Druck passiert das gezielt und nur die tatsächlich gewollte Schrift wird freigelegt - in der Jackentasche des Lidl-Kunden könnte sich die Farbe nun ungewollt gelöst haben.

Blaue Bons bei Lidl: „Ihr habt doch den Knall noch nicht gehört“

Auch das Kopieren der Lidl-Kassenbons sorgt für Unmut

Ein anderer Twitter-Nutzer macht auf ein weiteres Manko der Bons aufmerksam: Beim Versuch, seinen Zahlungsnachweis für das Finanzamt zu kopieren, sah es für ihn düster aus: Der Beleg wurde nur noch in dunklen Grauschattierungen wiedergegeben. Neben ein Bild des Kopierversuchs schreibt er: „Danke Lidl. Ihr habt doch den Knall noch nicht gehört.“ Vielleicht nutzen die beiden verärgerten Zettel-Inhaber also demnächst doch lieber eine digitale Version des Kassenbons, die der Discounter in seiner App anbietet - für die er kürzlich mit einem spektakulären Diss-Video warb. (eu)

Rubriklistenbild: © Twitter/davidhinzmann

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare