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Coronavirus: Start der Novavax-Impfungen steht bevor - bundesweit zehn Prozent weniger gemeldete Fälle

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Von: Patrick Huljina

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Der Höhepunkt der Omikron-Welle ist in Deutschland wohl überwunden. Der Stiko-Chef mahnt wegen des Subtyps BA.2 zur Vorsicht. Der News-Ticker.

Update vom 24. Februar, 19.16 Uhr: Am Abend veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI) seinen wöchentlichen Bericht zur aktuellen Corona-Lage. Trotz hoher Infektionszahlen gehen die Wissenschaftler davon aus: „Der Scheitelpunkt der fünften Welle der COVID-19-Pandemie scheint überschritten.“ Insgesamt seien bundesweit zehn Prozent weniger Corona-Fälle an das Institut übermittelt worden, wie in der Vorwoche. Steigende Fallzahlen gibt es nur noch in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen, so das RKI.

Mit Blick auf die steigende Sieben-Tage-Inzidenz der Gruppe der Personen im Alter von 70 Jahren und älter und in Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischen Behandlungseinrichtungen zeigen sich die Experten besorgt. Die Auslastung der Bettenkapazität auf den Intensivstationen bleibt dagegen mit 2398 Personen mit COVID-19-Diagnose nahezu unverändert.

Der Omikron-Subtyp BA.1 beherrscht mit 75 Prozent zwar weiterhin das Infektionsgeschehen aber der Anteil des Subtyps BA.2 steigt auf 24 Prozent. Bei Menschen mit hoher Immunität, also Impfung oder bereits durchgemachter Erkrankung, seien keine Unterschiede im Schweregrad der Erkrankungen zwischen BA.1 und BA.2 zu erkennen. Dennoch warnen die Wissenschaftler im Bericht: „Aufgrund der leichteren Übertragbarkeit der Omikron-Sublinie BA.2 kann eine deutlich langsamere Abnahme oder erneute Zunahme der Fallzahlen nicht ausgeschlossen werden.“

Corona-Auffrischungsimpfung für Kinder ab 12 Jahren: Empfehlung von der EMA

Update vom 24. Februar, 17.15 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) gibt grünes Licht für Auffrischungsimpfungen für Kinder ab zwölf Jahren. Ein „Booster“ mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer sei auch für Kinder ab zwölf Jahren „angemessen“, so die EMA in Amsterdam. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hatte schon Mitte Januar ihre Empfehlung für Kinder ab zwölf Jahren herausgegeben. Der Grund dafür waren die damals rasch ansteigenden Corona-Neuinfektionen. Zwischen der Booster-Impfung und einer vorangegangenen Impfung solle ein Abstand von mindestens drei Monaten eingehalten werden.

Corona-Impfungen: Start mit Novavax rückt näher

Update vom 24. Februar, 16.45 Uhr: Bei den Corona-Impfungen in Deutschland rückt der Start der Impfung mit Novavax näher. Die ersten Lieferungen sollten am Donnerstag beim Bund ankommen, wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage in Berlin mitteilte. An diesem Freitag soll der Impfstoff dann an die Länder ausgeliefert oder von ihnen abgeholt werden können. Vorgesehen ist, dass er vorerst nur an die Länder geht und noch nicht an Arztpraxen. Die erste Lieferung sollte 1,4 Millionen Dosen umfassen.

Angeboten werden soll der Novavax-Impfstoff vorrangig Beschäftigten im Gesundheitswesen. Es gibt Hoffnungen, dass es eine Alternative für manche sein könnte, die sich nicht mit den bisherigen mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna impfen ließen. Der Novavax-Impfstoff basiert auf einem klassischen Verfahren. Der Bund geht davon aus, dass in der kommenden Woche mit Impfungen begonnen werden kann. Termine und den genauen Einsatz legen die Länder fest. Im ersten Quartal soll Deutschland laut Bundesgesundheitsministerium insgesamt rund vier Millionen Dosen von Novavax bekommen. Von April bis Juni sollen dann bis zu 30 Millionen weitere Dosen folgen.

Stiko-Chef äußert Befürchtung: Omikron-Subtyp BA.2 könnte „beunruhigend werden“

Update vom 24. Februar, 13.35 Uhr: Der Omikron-Subtyp BA.2 könnte nach Ansicht des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko) „beunruhigend werden“. „Ob und wie sehr, wissen wir noch nicht“, sagte Thomas Mertens der Schwäbischen Zeitung. Daten aus Laboren und der Infektionsüberwachung zufolge werde BA.2 aber leichter übertragen. Zudem wiesen Experimente mit infizierten Tieren darauf hin, dass Antikörper gegen die hierzulande hauptsächlich verbreitete Untervariante BA.1 den Subtyp BA.2 „weniger gut neutralisieren“.

Zur Frage, ob Subtyp BA.2 Menschen stärker erkranken lässt als BA.1, gebe es noch keine eindeutigen klinischen Daten, sagte Mertens. „Im ungünstigsten Fall“ könne es sein, „dass BA.2 zu einem erneuten Anstieg, einer Verlängerung der aktuellen Infektionswelle und wieder mehr Erkrankungen führt“, so der Stiko-Vorsitzende.

In jedem Fall bleibe die Corona-Impfung „unser entscheidendes Instrument“, um aus der Pandemie in die endemische Phase zu kommen, betonte Mertens. In dieser Phase würde dann nicht mehr „ständig die ganze Bevölkerung“ geimpft, sondern vor allem diejenigen, die ein großes Risiko für eine schwere Erkrankung hätten.

Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), äußert sich in der Bundespressekonferenz.
Der Omikron-Subtyp BA.2 könnte laut Stiko-Chef Thomas Mertens „beunruhigend werden“. (Archivbild) © Bernd von Jutrczenka/dpa

Corona in Deutschland: RKI meldet mehr als 14 Millionen Infektionen

Update vom 24. Februar, 10 Uhr: Seit Beginn der Pandemie sind in Deutschland mehr als 14 Millionen Corona-Infektionen registriert worden. Wie das RKI am Donnerstagmorgen bekannt gab, haben die Gesundheitsämter ihm insgesamt 14.188.269 Infektionen gemeldet. Die tatsächliche Zahl der Infektionen dürfte deutlich höher liegen, da viele nicht erkannt werden. Weil sich einige Menschen mehrfach ansteckten, lässt sich aus dieser Zahl nicht ermitteln, wie viele Menschen das Virus nachweislich schon in sich trugen.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist am Donnerstag allerdings erneut gesunken. Das RKI gab den Wert mit 1265,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1306,8 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1385,1 (Vormonat: 840,3). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten innerhalb eines Tages 216.322 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es noch 235.626 Ansteckungen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 243 Todesfälle verzeichnet.

Corona-Impfpflicht: Lauterbach kündigt „substanzielle Strafen“ an

Update vom 23. Februar, 18.48 Uhr: Noch ist nicht klar ob und wenn ja wie die Corona-Impfpflicht in Deutschland kommen wird. Gesundheitsminister Karl Lauterbach wirbt seit längerem für die Maßnahme. Eine offene Frage ist dabei allerdings, wie mit Impfverweigerern umgegangen wird. Haftstrafen schloss Lauterbach nun im Gespräch mit der Zeit aus. Allerdings solle diesen ein Bußgeld drohen. Geht es um sehr resistente Verweigerer kündigte der Gesundheitsminister sogar „substanzielle Bestrafungen“ an und begründete dies damit, dass dieses egoistische Verhalten andere Menschen gefährde. Konkrete Strafen oder gar Geldsummen nannte Lauterbach aber nicht.

Update vom 23. Februar, 14.41 Uhr: Zurzeit flacht die Omikron-Welle ab, die Inzidenz sinkt täglich. Doch eine Gruppe von Modellierern der Technischen Universität Berlin (TU) rechnet mit einer baldigen Trendumkehr. Ab Ende Februar erwartet das Forscherteam einen erneuten Anstieg der Infektionszahlen. Grund dafür ist die Omikron-Untervariante BA.2. Sie gilt als noch besser übertragbar als der bisher hauptsächlich verbreitete Omikron-Subtyp BA.1.

Die Wissenschaftler machen schon jetzt eine Überlagerung zweier Wellen aus: Während BA.1 abflacht, steigt die Anzahl der BA.2-Infektionen an – pro Woche um etwa 85 Prozent. Ende Februar dürfte BA.2 für die Mehrheit der Infektionen sorgen, heißt es in einem Bericht der Modellierer. Höhe und Zeitpunkt des Maximums lassen sich den Forschern zufolge kaum vorhersagen: So hänge die Entwicklung von den Freizeitaktivitäten der Menschen ab und davon, wie gut man nach durchgemachter BA.1-Infektion vor BA.2 geschützt ist.

Im besten Fall rechnet das TU-Team „mit einem Niveau von maximal den Werten der BA.1-Welle von Mitte Februar“. Im ungünstigsten Fall hingegen könne die kommende Welle das Niveau von Mitte Februar um das bis zu 2,5-Fache übersteigen. Das Team rät, die Situation auch angesichts des Verlaufs in Dänemark mit einem Wiederanstieg von Krankenhausaufnahmen genau zu beobachten, „um notfalls zeitnah entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können“.

Corona-Impfungen in Deutschland: Es geht weiterhin nur langsam voran

Update vom 23. Februar, 12.55 Uhr: Beim den Corona-Impfungen geht es weiterhin nur langsam voran. Am Dienstag wurden in Deutschland 148.000 Dosen verabreicht, wie aus RKI-Daten vom Mittwoch hervorgeht. Am Dienstag vor einer Woche hatten sich mehr als 191.000 Menschen impfen lassen. Die aktuelle Tageszahl verabreichter Impfungen ist immer vorläufig, da nicht alle verabreichten Impfdosen sofort gemeldet werden.

Mittlerweile haben 75,2 Prozent der Bevölkerung (mindestens 62,6 Millionen Menschen) einen Grundschutz erhalten, für den meist zwei Spritzen nötig sind. 56,5 Prozent (47 Millionen) haben zusätzlich eine Auffrischungsimpfung bekommen. Mindestens einmal geimpft sind 76,2 Prozent (63,4 Millionen). Eine große Gruppe von 23,8 Prozent der Bevölkerung (19,8 Millionen Menschen) ist laut dem Impfdashboard des Gesundheitsministeriums weiterhin ungeimpft. Für 4,8 Prozent (vier Millionen) ist allerdings bisher kein Impfstoff zugelassen, weil sie vier Jahre oder jünger sind.

Das RKI weist seit längerem darauf hin, dass die ausgewiesenen Zahlen als Mindestimpfquoten zu verstehen sind. Das RKI geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt als auf dem Dashboard angegeben.

Corona in Deutschland: Inzidenz erneut gesunken

Erstmeldung vom 23. Februar: Berlin - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland befindet sich weiter auf Talfahrt. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Mittwochmorgen mit 1278,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1306,8 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1401,0 (Vormonat: 806,8). Damit ist die Inzidenz erneut gesunken.

Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 209.052 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es noch 219.972 Ansteckungen. Experten gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern. Häufig werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem gibt es nach Einschätzung des Laborverbands ALM inzwischen eine größere Zahl von Menschen, deren Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigt wird – diese Infektionen fließen damit nicht in die offiziellen Statistiken ein.

Ein Symbol auf der Intensivstation für Corona-Patienten am Sana Klinikum Offenbach weist auf den Covid-Bereich hin.
Die Corona-Zahlen in Deutschland sind erneut leicht gesunken. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Corona in Deutschland: Erste Novavax-Lieferungen am Mittwoch erwartet

Am Mittwoch könnten erste Dosen des neuen Corona-Impfstoffs von Novavax in Deutschland eintreffen. Als erste Lieferung werden nach früheren Angaben des Gesundheitsministeriums bis zum Ende der Woche 1,4 Millionen Dosen erwartet. Sie sollen unmittelbar an die Länder verteilt werden, damit in der kommenden Woche mit Impfungen begonnen werden könne. Gehofft wird, dass Novavax eine Alternative für manche sein könnte, die sich nicht mit den bisherigen mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna impfen ließen. Der Novavax-Impfstoff basiert auf einem klassischeren Verfahren.

Wer sich mit Novavax impfen lässt, wird nach Einschätzung von Immunologen für einen vollen Impfschutz ebenfalls eine Dreifach-Impfung benötigen. „Auch Novavax muss (...) drei bis sechs Monate nach der zweiten Impfung noch mal aufgefrischt werden“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der Augsburger Allgemeinen. Bisher ist Novavax dem Bericht zufolge jedoch von der europäischen Arzneimittelagentur EMA noch nicht grundsätzlich für Booster-Impfungen zugelassen. Wie eine Sprecherin des Impfstoff-Herstellers der Zeitung erklärte, führt man bereits entsprechende Studien durch und will noch in diesem Jahr eine Booster-Zulassung beantragen. „Man kann Novavax auch für den Booster einsetzen, auch diejenigen, die vorher eine mRNA-Impfung bekommen haben“, so Watzl. Novavax wurde genauso wie die anderen Impfstoffe ursprünglich anhand des Originalvirus entwickelt, er sei also nicht speziell an die Omikron-Variante angepasst.

Corona-Regeln für Urlaubsrückkehrer: Erleichterungen angekündigt

Bei den Corona-Regeln für Urlaubsrückkehrer soll es künftig Erleichterungen geben – besonders für Familien mit Kindern. Das sehen Änderungen der Einreiseverordnung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vor, mit denen sich am Mittwoch das Bundeskabinett befassen soll. So sollen Länder nur noch als Hochrisikogebiete mit weitergehenden Auflagen bei der Rückkehr nach Deutschland eingestuft werden, wenn dort Virusvarianten mit „stärker krankmachenden Eigenschaften“ grassieren als die hierzulande dominierende Omikron-Variante. Die Neuregelungen sollen ab dem 4. März greifen.

Für Kinder unter 12 Jahren soll es dann möglich werden, sich nach der Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet direkt aus einer sonst anstehenden Quarantäne frei zu testen. Bisher gilt generell: Wer aus solchen Gebieten kommt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach Einreise mit einem negativen Test daraus befreien. Für Kinder unter 6 Jahren endet die Absonderung bisher fünf Tage nach Einreise automatisch – allerdings ohne Möglichkeit, sich früher frei zu testen, wenn sie keinen Nachweis als Genesene oder Geimpfte haben.

Das Ministerium verweist zur Begründung für die Erleichterungen für Kinder auch darauf, dass es für Unter-12-Jährige bisher keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt. Generell gilt für Einreisen aus allen Ländern weiter die 3G-Regel – wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Test vorweisen. (ph mit dpa)

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